Meine Meinung zum neuen Next Generation MacBook Pro *Update*

Am 14. Juni 2012 von
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Nun ist die Katze endlich aus dem Sack. Über Monate hinweg gab es Gerüchte zu einem angeblichen 15-Zoll MacBook Air und MacBooks mit Retina Display (Display mit extrem hoher Auflösung). Es wurde damit gerechnet, dass alle MacBook Air und Pro Modelle mit einem hochauflösenden Display ausgestattet werden, aber es ist dann doch etwas anders gekommen. Apple hat auf der Eröffnungskeynote des WWDC 2012 seine bestehenden Air- und Pro-Modelle einem Update unterzogen und danach ein neues Apple MacBook Pro mit Retina Display vorgestellt. Dieses “Next Generation MacBook Pro” mit 15,4-Zoll Display verfügt über die sehr hohe Auflösung von 2880 x 1800 Pixel.

Natürlich kann man sich nun fragen ob man diese Auflösung wirklich benötigt und wie es letztendlich überhaupt auf einem 15,4-Zoll Display aussieht. Anders als bei einem Smartphone oder Tablet sitzt man bei einem Notebook wirklich recht weit vom Display entfernt und hierbei kommt es auch nicht darauf an ob man die Pixel sehen kann, so wie es beim Smartphone oder Tablet der Fall ist.

Update: Mehr Meinung, übersichtlicher gestaltet und auch ein paar Alternativen

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Bei Notebooks hat die Auflösung eher etwas damit zutun wieviel Inhalt wir auf das Display bekommen. Ich persönlich bevorzuge deshalb beispielsweise Notebooks mit hohen Auflösungen, wie das Sony Vaio Z welches auf 13-Zoll eine Full HD Auflösung bietet und mir damit Platz für viele Fenster die ich neben- oder übereinander anordnen kann.

Ich habe das neue MacBook Pro mit Retina Display noch nicht in den Händen gehabt, aber ihr könnt darauf wetten dass ich es mir baldmöglichst anschauen werde! Noch bin ich aber ein paar Tage in Taipei.

Aber abgesehen vom Retina Display, welches das Notebook wirklich einzigartig macht, denn eine höhere Auflösung gibt es derzeit noch in keinem Notebook, hat sich bei diesem MacBook Pro ja auch äusserlich etwas getan. Das MacBook Pro ist nun dünner geworden und erinnert nun an das MacBook Air. Wir haben hier nun auch endlich HDMI, einen Port den Apple bisher immer weggelassen hat, ausserdem auch noch USB 3.0 ebenfalls bisher noch nie von Apple verbaut worden. Vielleicht hat das Unternehmen aus Cupertino auch soviele Beschwerden bekommen dass man nun eingelenkt hat und diese beliebten Anschlüsse mit an Bord genommen hat.

Meiner Meinung nach wurde es höchste Eisenbahn dass Apple HDMI und USB 3.0 in seine MacBooks integriert. Vor allem den HDMI-Port hätte ich mir auch in den anderen MacBook Pro Notebooks gewünscht. Apple besteht dort weiterhin darauf den DisplayPort (oder Thunderbolt) zu nutzen. Ich kann aber nur aus eigener Erfahrung sagen, dass kaum jemand ein Display zuhause stehen hat welches DisplayPort oder Thunderbolt unterstützt. Die meisten Monitore, Beamer oder Fernseher nutzen nunmal HDMI und deshalb sollte solch ein Anschluss eigentlich Pflicht sein, selbst Netbooks haben diesen Anschluss! Apple bietet zwar auch Adapter an, aber ich finde es gibt nichts nervigeres als Adapter mit sich herumzuschleppen. Ich nutze den HDMI-Port sogar sehr oft, da ich auch gern mal mein Notebook zu Freunden oder zur Familie schleppe um dann dort Bilder oder Videos zu zeigen.

USB 3.0 ist ebenfalls sehr wichtig und bei neuen Notebooks eigentlich schon seit letztem Jahr ein Port der nicht fehlen darf. Zwar gibt es noch vergleichsweise wenig USB 3.0 Festplatten und -Sticks im Umlauf, aber dies wird sich ändern und dann ist es einfach schön diesen Port zu haben. Natürlich sind diese Geräte auch unter einem USB 2.0 Port zu nutzen, aber mit dem richtigen Port entfaltet sich erst die Geschwindigkeit, die Apple in seiner Keynote ja auch angepriesen hat. Ich frage mich wieso Apple dann erst so spät USB 3.0 implementiert hat. Eine Vermutung ist vielleicht der Thunderbolt-Port, denn dieser ist ebenfalls sehr schnell und auch vielseitig. Nur leider hat die Zubehörindustrie nicht wirklich darauf reagiert und es gibt kaum externe Thunderbolt-Festplatten.

Die Kombination von HDMI und USB 3.0 sollte eigentlich bei allen MacBooks Einzug finden und nicht nur im teuersten Modell. Es ist ein erster Schritt das USB 3.0 nun in allen Notebooks verbaut ist, aber HDMI fehlt noch!

Leistungstechnisch hat das neue MacBook Pro mit Retina Display auf jeden Fall eine Menge zu bieten, in der kleinsten Konfiguration bietet es einen Intel Core i7 Quad-Core mit 2,3GHz (wohl der Intel Core i7-3610QM) der auch in Gamingnotebooks der Mitbewerber Platz findet) und wenn man etwas mehr zahlt, bekommt man auch noch 2,6GHz oder sogar 2,7GHz. Diese Prozessorleistung dürfte für so ziemlich jede Aufgabe ausreichen, denn schnellere Prozessoren findet man in Notebooks nur selten.

Die verbaute Grafikkarte von NVidia, die GeForce GT650M mit 1GB ist eine gute Grafikkarte der oberen Mittelklasse. Mit der Grafikkarte kann man so ziemlich jedes Spiel welches derzeit auf dem Markt ist in hohen bzw. in den höchsten Einstellungen flüssig spielen. Für Mac OS X gibt es zwar noch nicht so viele Spiele, aber mit Bootcamp kann man sich ja auch Windows auf das MacBook installieren und dann stehen einem alle Spiele zur Verfügung.

Ich muss schon sagen das es beeindruckend ist was Apple hier für Hardware in das dünne Gehäuse (18mm) packt. Selbst in der Minimalkonfiguration reicht die Performance schon an Gamingnotebooks anderer Hersteller ran und wenn man auf die Maximalkonfiguration wechselt, dann hat man ein richtiges Kraftpaket welches auch noch sehr mobil unterwegs ist (2.02kg). Es muss aber auch noch dazugesagt werden, das hier dann der Preis mit 3.849€ schon gefährlich an der 4.000€ Grenze kratzt, ein Preis den nicht jeder für ein Notebook bezahlen möchte und für den sich einige schon einen gebrauchten Kleinwagen kaufen.

Zusammen mit der Vorstellung des neuen MacBook Pro mit Retina Display wurde aber auch noch das 17-Zoll MacBook Pro aus dem Shop genommen, das große Notebook welches vornehmlich von Bild- und Videoeditoren verwendet wurde, gibt es nun leider nicht mehr, was wirklich schade ist. Man sollte wohl noch schnell zugreifen, bevor die Lager leer sind.

Der angesetzte Preis von Apple ist natürlich ganz schön hoch, aber es werden sich definitiv eine Menge Leute finden, die diesen bezahlen werden. Man muss eben wissen ob einem die hohe Auflösung wirklich wichtig ist. Selbstverständlich kauft man bei Apple nicht die Katze im Sack, die Verarbeitung wird sicher wieder erstklassig sein. Persönlich bin ich ja kein Freund von 15-Zoll Notebooks, da sie meiner Meinung nach zu groß und schwer waren. Dies ändert sich nun langsam und vielleicht steige ich ja bald von 13- auf 15-Zoll um, wer weiß.

Für wen eignet sich ein MacBook Pro mit Retina Display?

Das ist natürlich schwer zu beantworten, denn es gibt soviele verschiedene Benutzergruppen bei Notebooks. Das neue MacBook Pro mit Retina Display hat schon eine gute Leistung, aber wer viel Leistung benötigt, der kann auch einfach zu einem “normalen” Notebook greifen, welches definitiv preiswerter kommt. Auf dem Markt gibt es bereits einige Notebooks mit guter Performance (meist Gamingnotebooks) die bei 15-Zoll eine Auflösung von 1920 x 1080 Pixel bieten, das sind dann zwar keine 2880 x 1800 Pixel, dürften aber für den Alltag vollkommen ausreichend.

Wer aber nun das Design und die Verarbeitung von Apple klasse findet und auch Mac OS X lieber nutzt als Windows, der kommt wohl nicht an dem neuen MacBook vorbei. Als Desktopersatz eignet sich das Notebook auf jeden Fall, ausserdem ist es ja auch schön dünn, darum kann man es auch schnell mitnehmen.

Immer mehr Spiele erscheinen auch für Mac OS X und wer Zocker ist, der freut sich natürlich über den flotten Prozessor und die NVidia GeForce GT650M Grafikkarte.

Ich kenne aber viele Anwender die beruflich viel mit Videoschnitt oder Bilderbearbeitung zutun haben und auch gleich die Bestellung für die Maximalkonfiguration absetzt haben. Ich denke Apple wird kaum Probleme haben ihre Geräte zu verkaufen. Der Wegfall des 17-Zoll Modells könnte auch dazu beitragen. Natürlich kann die hohe Auflösung ein 17-Zoll Display nicht ersetzen, aber es gibt nunmal kein 17-Zoll MacBook mehr, also müssen die Nutzer nun wohl oder übel das 15-Zoll MacBook Pro mit Retina Display wählen – oder zu Windows umsteigen (was aber ein waschechter Mac-Nutzer niemals tun würde).

Was gibt es für Alternativen?

Ein Notebook mit genau den gleichen technischen Daten gibt es leider nicht, aber es gibt Notebooks von Mitbewerbern die nah herankommen, teils auch bessere Daten aufweisen und auch fast alle preiswerter sind. Ich habe hier nur eine kleine Auswahl für euch bereitgestellt, denn der Notebookmarkt ist natürlich sehr groß.

Ich habe mich hier nur auf zwei 15-Zoll Notebooks konzentriert die entweder von den Dimensionen oder der Performance an das MacBook Pro rankommen.

Samsung Serie 9 Notebook

Auf der Computex hat der koreanische Notebookhersteller mal wieder seine Serie 9 Notebooks vorgestellt und ich muss sagen dass sie von den verbauten Gehäusematerialien und auch von der Verarbeitung absolut ebenbürtig mit den Notebooks aus Cupertino sind. Das 15-Zoll Serie 9 Notebook ist nur 14,9mm dick und wiegt nur 1,65kg. Somit ist es dünner und leichter als das neue MacBook Pro mit Retina Display. Die verbauten Komponenten sind aber eher aufs Stromsparen getrimmt und so finden wir hier “nur” einen Intel Core i7 3517U mit 1,9GHz (2,4Ghz Turbo) als Prozessor vor, der aber meiner Meinung nach absolut ausreichend ist wenn man nicht wirklich riesige Bilder und Videos bearbeiten möchte. Das 15-Zoll Display hat eine Auflösung von 1600 x 900 Pixel und war matt, es hat mir auf der Computex wirklich sehr gut gefallen und war eines der Highlights für mich.

MSI GT60

Wer viel Performance benötigt, der sollte sich auch Gamingnotebooks anschauen, denn diese Notebooks sind natürlich nicht nur für Spiele geeignet, sondern auch für anspruchsvolle 3D-Anwendungen und auch für die Bild- und Videobearbeitung. Es kommt eine NVidia GeForce GT670M mit 3GB zum Einsatz, die natürlich vor allem in grafiklastigen Spielen und Anwendungen ihre volle Kraft zeigen kann, da ist es auch nicht so schlimm dass der Prozessor nur mit 2,3GHz taktet (Intel Core i7 Quad-Core). Das 15-Zoll Display hat eine Full HD Auflösung (1920 x 1080 Pixel) und diese reicht eigentlich für alle Anwendungen vollkommen aus! Hier liegt der Preis auch noch unter 2000€ (bei Apple fängt es erst bei 2.279€ an). Auch beim GT60 kann man den Arbeitsspeicher auf bis zu 16GB aufrüsten und sogar zwei Laufwerke verbauen um beispielsweise ein RAID aufzubauen um die Geschwindigkeit noch weiter zu steigern. Gehäusetechnisch zielt MSI hier aber natürlich auf eine andere Zielgruppe, so wird das Gehäuse beleuchtet und auch die Tastatur kann in verschiedenen Farben und drei Farbzonen beleuchtet werden.

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Werde ich mir ein MacBook Pro mit Retina Display kaufen?

Definitiv hat das Notebook bei mir ein “habenwollen”-Gefühl ausgelöst als es auf der Eröffnungskeynote des WWDC 2012 vorgestellt wurde. Das dünne Gehäuse mit der leistungsstarken Hardware haben mich schon überzeugt. Aber nach langem Überlegen und nachdem der Preis genannt wurde hat die Vernunft bei mir wieder eingesetzt und ich habe mich dazu entschieden vorerst kein MacBook Pro mit Retina Display zu kaufen. Derzeit benutze ich ein 13-Zoll MacBook Pro mit Intel Core i7 2,7 GHz Dual-Core und 4GB Arbeitsspeicher. Ich muss sagen das reicht mir absolut, die Auflösung von 1280 x 800 Pixel ist nicht wirklich der Knaller aber reicht mir für meine tägliche Arbeit eigentlich aus. Ich schreibe damit Artikel, surfe im Web, beantworte Emails und editiere meine Videos. Mir hätte es besser gefallen wenn Apple einfach auch noch neben dem Update des Prozessors bei den 13-Zoll MacBook Pro Modellen auch noch die Displays ein wenig verbessert hätte. Bei den 15-Zoll Geräten bietet Apple eine Option für ein hochauflösendes Display an, dies hätte ich mir auch für das 13-Zoll Modell gewünscht. Das neue MacBook Pro mit Retina Display hat zwar eine gehörige Power dank Quad-Core Prozessor, dicker Grafik und schneller SSD und auch die grandiose Auflösung von 2880 x 1800 Pixel ist sehr verlockend, aber ich kann mir derzeit einfach nicht vorstellen dass ich diese Performance und diese Auflösung wirklich benötige. Wie gesagt nutze ich mein MacBook sogar für Videobearbeitung und bin mit der Performance, aber vor allem mit der Größe eines 13-Zoll MacBook Pro vollkommen zufrieden. Für mich ist das Highlight des MacBook Pro mit Retina Display nicht die dicke des Notebooks und auch nicht die Performance, sondern einzig und allein das Retina Display.

Sobald Apple sich dazu entscheidet das hochauflösende Retina Display auch in seine MacBook Air Modelle oder in das 13-Zoll MacBook Pro zu verbauen, dann werde ich mir definitiv überlegen zu wechseln. Ein Dual-Core und integrierte Grafik reichen mir aber für meine Zwecke vollkommen aus.

Ich muss aber noch erwähnen dass ich bisher noch nicht das Glück hatte das neue MacBook Pro mit Retina Display in den Händen zu halten. Ich werde es sobald wie möglich ausprobieren und falls sich neue Erkenntnisse ergeben, werde ich diesen Artikel hier einem Update unterziehen.

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Autor :

Johannes Knapp ist deutscher Techblogger der ersten Stunde und Seitenbetreiber von NewGadgets.de. Bei Fragen, schickt mir einfach eine Email an info@newgadgets.de

5 Kommentare zu “Meine Meinung zum neuen Next Generation MacBook Pro *Update*”

  1. Metalhead6 sagte am 12.06.2012 um 14:24

    Ich find die Ultrabooks von Asus besser als von Samsung!

  2. coyanis sagte am 12.06.2012 um 23:39

    Wo steht denn nun deine Meinung zum MacBook? 90 Prozent des Artikels bestehen aus Wiederholung der technischen Spezifikationen. Hättest du auf USB 3.0 und HDMI verzichten können oder nicht? Du gehst auch überhaupt nicht auf die neuen Begebenheiten, was das Aufrüsten angeht, ein. Denn in dieser Hinsicht ist die neue Pro-Serie abartig teuer. Ich vermisse ferner eine Meinung zu verbauten Prozessor und Grafikkarte, als wahrer Techkenner, würde mich deine Meinung in dieser Frage sehr wohl interessieren. Findest du die Änderungen im Design gut, schlecht oder nicht zu beantworten? Klar, es ist schwierig sich aus der Ferne eine endgültige Meinung zu bilden, jedoch ist der Titel m.E. absolut irreführend. Denn viele der oben genannten Fragen werden vielerorts kontrovers diskutiert, daher hätte ich mir dahingehend mehr erwartet. Es soll wirklich nur gut gemeintes und hoffentlich konstruktives Feedback sein.

  3. Johannes sagte am 13.06.2012 um 09:40

    Hey coyanis

    Vielen Dank für die Kritik, du hast Recht! Habs mir nochmal durchgelesen und es fehlt wirklich was. Ich muss dazu sagen das ich den Artikel um 5 Uhr morgens nach einer langen Nacht hier in Taipei geschrieben habe (Zeitverschiebung und Apple Keynote etc.). Ist natürlich keine Entschuldigung, deshalb habe ich nun meine komplette Meinung kundgetan.

  4. Wow sagte am 13.06.2012 um 16:58

    Verlos es :)
    Einfach der Hammer!

  5. MiBa sagte am 15.06.2012 um 10:54

    Was eigentlich niergendwo erwähnt wird, dass das MBP Retina nur eine maximale Auflösung von 1920(1980? weiß gerade nicht) x 1200 an Raum darstellt.

    Für mich wäre das wichtigste der mehr Platz gewesen. Mehr schärfe mag ja nett sein, aber nett ist auch die kleine schwester von … ;)

    Es zeit in meinen Augen (seit 15 Jahren Apple begeistert) das man niemals die erste Generation kaufen sollte, da man bei Apple dann erstmal immer ein Betatester ist.