Ist die Zukunft asymmetrisch?

Am 14. Juli 2012 von
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Wir empfinden symmetrische Gesichter als besonders attraktiv, und auch sonst findet sich sehr viel Symmetrie in unserer Umgebung. Tische haben in der Regel vier Beine, der linke Schuh sieht aus wie der rechte Schuh und die zwei Lautsprecher, die bei mir auf dem Schreibtisch stehen sehen auch gleich aus.

In der Computerindustrie war das bis vor kurzem normal – früher gab es Einkernprozessoren, danach kamen Zweikernprozessoren, Dreikernprozessoren (von AMD) und schließlich Vierkernprozessoren. Dabei sind die einzelnen Prozessorkerne identisch – man könnte es eine symmetrische Parallelisierung nennen. Dieser Ansatz dient dazu die Prozessorleistung zu erhöhen ohne dabei die Taktfrequenz erhöhen zu müssen, ein großer Nachteil ist jedoch, dass die Leistungsaufnahme und die Wärmeentwicklung steigen. Für Desktopprozessoren war das bisher kein KO Kriterium, da es vielen Anwendern eben auf die Leistung ankommt (z.B. bei Spielen oder anspruchsvollen Aufgaben). Aber die Ansprüche bei Tablets und Smartphones sind komplexer. Wir wollen Geräte haben, bei denen die graphische Benutzeroberfläche nicht ruckelt, die uns nicht warten lassen, die so schnell arbeiten wie wir denken und dabei bitte auch 1 Woche intensiver Nutzung locker wegstecken. Dafür müssen sich die Firmen etwas einfallen lassen. Die symmetrische Parallelisierung von Prozessorkernen erlaubt schnelle Geräte, aber irgendwann geht die Akkulaufzeit gegen Null. Nvidia hat mit der Tegra 3 Plattform einen Vierkernprozessor mit einem niedriger getakteten, sogenannten ‚companion core’ kombiniert. Einfache Aufgaben werden von dem maximal mit 500MHz getakteten companion core ausgeführt, der durch seine niedrige Leistungsaufnahme für eine lange Akkulaufzeit sorgt. Wenn jedoch rechenintensive Aufgaben anstehen werden die bis zu 1,5GHz schnellen und energiehungrigeren Prozessorkerne des Vierkernzprozessors eingeschaltet. Auf diese Weise soll eine lange Akkulaufzeit mit hoher Leistung kombiniert werden. Genial oder Sackgasse?

Jedenfalls bekommt Nvidia Schützenhilfe von ARM, denn ARM hat einen Cortex-A7 Prozessor (aka ‘little dog’) entwickelt, der in künftigen Geräten dem high-end Cortex-A15 Prozessor zur Seite gestellt werden soll. Ähnlich wie bei Nvidia’s Tegra 3 soll der Cortex-A7 die einfachen Aufgaben übernehmen und die Cortex-A15 Kerne werden bei anspruchsvollen Aufgaben eingeschaltet. Geräte mit dieser Prozessorkombination können wir laut ARM in 2013 erwarten.

Es gibt aber auch ein anderes Lager. Samsung hat in seinem aktuellen Schlachtschiff, dem Galaxy S3, einen Exynos Vierkernprozessor verbaut, der auf einen kleineren, energieeffizienteren Bruder verzichtet. Aber Samsung steht nicht alleine da, auch Qualcomm hat seinem ‘Krait’ Vierkernprozessor keinen kleinen Bruder spendiert.

Wenn Nvidia und ARM mit der ‘kleiner Bruder – großer Bruder’ Strategie Erfolg haben, könnte es passieren, dass Samsung, Qualcomm und auch Texas Instruments nachziehen. Vielleicht sehen wir dann sogar auch irgendwann ähnliche Lösungen von Intel und AMD. Man stelle sich z.B. Ultrabooks vor, die für einfache Aufgaben einen Intel Atom-artigen Prozessor verwenden und für Spiele, sowie Bild- oder Videobearbeitung Core i7 Kerne aktivieren.

Interessanter Ansatz oder völliger Unsinn, wie seht ihr das?

Meine persönliche Meinung ist, dass diese ‘Asymmetrisierung’ uns noch viele interessante Möglichkeiten eröffnen wird. Ich bin gespannt!

Quellen: 1,2

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Ein Kommentar zu “Ist die Zukunft asymmetrisch?”

  1. Thomas sagte am 15.07.2012 um 10:39

    Ich finde es gut wenn dann noch ein kleiner Grafikchip für niedere Arbeiten dabei ist, lässt sich eine Menge Strom sparen und man hat den anfänglichen Mehrpreis nach 1-2 Jahren Intensivnutzung wie z.b. Beruflich, Facebook süchtig oder Progamer :) bestimmt wieder raus.
    Mfg

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