Im Test: Audi A6 allroad quattro

Am 10. Oktober 2012 von
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Als Johannes und ich auf Mallorca waren, um den neuen Audi A3 zu testen, entdeckte ich mein großes Interesse für diesen Automobil-Hersteller. Dieses wird wohl auch sehr in diesem Video deutlich. Nichtsdestotrotz interessiert mich natürlich an einem Automobil nicht nur die Technik, sondern auch die “wahren Werte” des Autos wie Leistung, Hubraum, Beschleunigung und ähnliches. Deshalb lag es mir wirklich am Herzen mehr aus dem Portfolio von Audi testen zu dürfen. Glücklicherweise gelang es mir ein Auto zu testen, dass vollkommen gegensätzlich ist zu dem A3.

Wie man nun auch dem Titel entnehmen kann, handelt es sich um einen Audi A6 allroad quattro. Dieser kam mit 313PS und einem 3.0 bTDI (Diesel mit zwei Turboladern) bei 650NM Drehmoment zu mir aus Ingolstadt angefahren. Die Werte hören sich zunächst sehr überdimensional an – dachte ich mir zumindest. Auf dem Datenblatt las ich vor der Anlieferung nämlich etwas von 5,6 Sekunden von 0-100, jedoch wollte ich das zunächst nicht so richtig glauben, denn schließlich sprechen wir hier über ein Auto, welches 1985 Kilo (ja, es sind wirklich knapp zwei Tonnen!) Leergewicht hat. Beim ersten Kickdown musste ich tief schlucken. Die Jungs und Mädels von Audi hatten schon nicht unrecht mit ihren Angaben. Jedoch ermahnte ich mich ganz schnell dabei, langsamer zu fahren, um den Führerschein noch ein wenig länger zu behalten und die 75 Liter Tankinhalt etwas zu schonen – wenigstens vorerst!

 

Bei der getesteten Ausführung handelt es sich um eine allroad-Version, was so viel bedeutet wie Kombi (bei Audi auch Avant genannt) und quattro sprich Allrad-Antrieb. Auch optisch macht hier Audi ein ganz klares Statement: “Ich bin mehr als ein reines Oberklassen-Kombi!” hört man den Wagen förmlich sagen. Visualisiert wird das Ganze durch den Chromgrill, Radschürzen aus Plastik, breitere Radhäuser und massives Dachreling. Das alles gibt dem Wagen eine sehr “bullige” Optik und macht ihn damit mitnichten zu einem unscheinbaren Fahrzeug. Der Unterfahrschutz, der sich über die gesamte Wagenbreite durchzieht, setzt dem Ganzen die Krone auf. Obgleich im Gelände oder auf der Straße – Blicke sind dem Fahrer garantiert bei diesem Fahrzeug. Und nicht nur von außen macht der Wagen eine gute Figur. Als Insasse dieses Fahrzeuges wird man nicht nur mit sehr viel Platz und bequemen Sitzen belohnt. Viel interessanter dürfte das MMI sein, welches auch in diesem Video zum A3 etwas näher erklärt wird.

Dieses unterstützt einen als Fahrer nämlich nicht nur beim Rückwärtsfahren mit einer Kamera, sondern bietet auch unter dem Menüpunkt “Car” eine nette Option. Im Gelände liegt eine Limousine immer sehr auf und kann dadurch natürlicherweise nicht wirklich als Off-Roader dienen. Deshalb verbaut Audi in der allroad-Variante serienmäßig ein adaptives Luftfahrwerk. Dieses kostet ansonsten 1950€. Dieses Luftfeder-System macht aus dem A6 den “Gelände-Hybriden” und lässt ihn auf jedem Untergrund sich wie zu Hause fühlen. Die Bodenfreiheit kann nämlich auf insgesamt 18,5 cm “hochgepumpt”  (was insgesamt rund 4,5 cm Anhebung ausmacht) werden. Auch ist der Antrieb nicht zu verkennen. Grundsätzlich werden 40 Prozent der Kraft auf die Vorderachse geliefert, jedoch kann diese mühelos automatisch in Sekundenbruchteilen umverteilt werden. Dadurch macht der Wagen auch in engen Kurven eine gute Figur. Im Test wurde der Wagen über Serpentinen durch eine bergige Landschaft mit einer hohen Geschwindigkeit gescheucht. Das Ergebnis war wirklich sehr gut: leichtes Übersteuern macht sich bemerkbar, jedoch ist die Straßenlage für einen Zwei-Tonner wirklich beachtlich.

Ich kam bereits oben auf die Werte zu sprechen: 313 PS, 3.0 bTDI, 650 Newton-Meter Drehmoment bei 1450 bis 2800 U/min. Alle diese Werte helfen nichts, wenn dahinter kein gutes Getriebe steht. Und das tut es. Ich fuhr selten ein so tolles Getriebe wie diese achtstufige Automatik. Man gleitet förmlich dahin, wenn man es wünscht und hört keinen Ton von dem Wagen. Auch sind keinerlei “Ruckler” oder wahrnehmbare Geräusche zu vernehmen. Der Hobel fährt einfach nur, bis man ihn hören möchte, denn durch einen Sound-Aktuator lässt sich im “dynamic”-Modus ein sehr V8-ähnlicher Ton erzielen. In Kombination mit dem Start-Stopp-System bewirkt diese Synergie aus Motor und Getriebe wahre Wunderwerke am Verbrauch. Ich fuhr den Boliden teilweise extrem schnell und teilweise ließ ich ihn dahingleiten und kam auf einen Durchschnittsverbrauch von ca. 8,5 – 9 Liter Diesel. Diese Werte decken sich natürlich nicht mit den Herstellerangaben, da diese dem Drittel-Mix der Europäischen Kommission entsprechen müssen, welche bei Verbrauchswerten als Maßstab gilt, jedoch bin ich extrem zufrieden mit dem Verbrauch. Sicherlich hätte man auch 7 Liter erreichen können, jedoch hatte ich nur ein begrenztes Zeitfenster und wollte den Wagen in möglichst vielen Alltags-Situationen testen. Insgesamt kam ich auf rund 1000 Kilometer im Test.

Ein Tausend Kilometer, die in den verschiedensten Disziplinen absolviert wurden. Teilweise wurde der Wagen komplett gefüllt, um zu testen wie die Transport-Möglichkeiten des Autos sind. Diese sind mit 565 bis 1680 Liter sehr ausgeweitet und kommen in etwa an die eines BMW 535d touring xDrive ran, welcher mit 560 bis 1670 Liter gefüllt werden kann. An anderen Tagen scheuchte ich das Auto über die Autobahn und testete die die elektronischen Assistenz-Systeme wie side assist (“Toter-Winkel-Assistent”), breaking guard (automatische Bremsung in Notfall-Situationen wie zu geringer Abstand), Verkehrszeichenerkennung, Nachtsichtassistent, Adaptive Cruise Control (Tempomat mit Abstandsregulierung), Audi Active Lane Assist (Spurthalteassistent) und viele weitere tolle Systeme, die im Alltag sicherlich hilfreich sind. Was mich besonders in diesem Auto umgehauen hat, war das Sound-System von Bang & Olufsen mit seinen 15 Lautsprechern. Der Ton war sowohl in der Front als auch im Fond glasklar und warm. Insgesamt überraschte mich der Ton, wenn man bedenkt, dass es reine Auto-Lautsprecher sind. Natürlich haben auch diese ihren Preis: Mit 6000€ (brutto) ist man dabei und hat sein mobiles Konzert auch auf der Fahrt in den Urlaub, zur Arbeit oder einfach nur zum Fitness-Studio.

Leider hat das oben beschriebene Auto auch seinen Preis. Wenn man konsequent alles mitbestellt, was mein Testwagen an Ausstattung hatte, stehen am Ende 92.000€ auf dem Zettel. Dafür bekommt man ein Auto, welches nicht nur ein reines Familienkombi ist, sondern auch einen knackigen Motor, einen agiles Fahrwerk und ein ausgewogenes Getriebe mit vielen Extras besitzt. Ich empfehle jedoch ganz klar vorher zu überprüfen, ob sich für einen selbst der Aufpreis lohnt für die Off-Road-Fähigkeiten. Zwar ist ein Neigungssensor, ein adaptives Fahrwerk und ähnliches ganz nett, jedoch habe ich persönlich nicht durchgehend die Situation, dass ich auf diese angewiesen bin. Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass Audi hier eine neue Kategorie Auto geschaffen hat, die sich im Test wacker geschlagen hatte. Zwar ist der Preis kein Schnäppchen, jedoch handelt es sich hierbei um ein Fahrzeug, das seine Daseinsberechtigung hat.

Bildergalerie

Für den Test stellte mir die Audi AG dieses Fahrzeug als Leihstellung zur Verfügung. Dieses hat den Testbericht in keinster Weise beeinflusst.

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#Apple #Technik #Autos - Das charakterisiert mich wohl ziemlich gut. Ich bin seit Jahren begeisterter Apple-Nutzer und komme aus der schönen CeBIT-Metropole Hannover. Wenn man mich antreffen möchte, kann man das ganz gut auf Twitter oder Google+ tun.

10 Kommentare zu “Im Test: Audi A6 allroad quattro”

  1. Felix sagte am 04.08.2012 um 14:18

    Der Allroad is mega. Ich komm gar nicht mit den ganzen SUV-Fahrern klar, die nur in der Stadt rumfahren. Der Allroad is eigentlich das genaue Gegenteil von Fake-SUV´s. Im Prinzip hat man einen normalen Kombi, der nicht gleich schlapp macht, wenn man mal etwas weiter in die Pampa fährt. Kein Wunder, dass viele Tierärzte und Bauleiter im Straßenbau nen Allroad fahren.

  2. Unusak sagte am 04.08.2012 um 15:40

    Kommt dazu auch ein Video?

    • Johannes sagte am 23.08.2012 um 17:17

      Nope, kein Video. Bzw. irgendwann mal :) Die Bilder sollten ja erst mal reichen. Ich werde im Oktober nochmal detailliert auf das MMI eingehen, dann gibt es auch ein Video (auch mal vom Auto).

  3. stefko sagte am 04.08.2012 um 16:04

    sorry wenn ich hier querschlage aber das hier is doch ein block für technik und nicht ein AUDI-forum, oder hab ich da was falsch verstanden ?

    • Johannes sagte am 23.08.2012 um 17:19

      Du schlägst nicht quer, keine Sorge! Aber wie du bereits richtig geschrieben hast, ist NewGadgets.de ein Blog für Technik und in Autos steckt ja wohl eine Menge Technik oder nicht?

  4. JimSon sagte am 04.08.2012 um 17:29

    Ich werde nie kapieren wie man sich einen Kombi zulegen kann. In meinen A5 passt viel rein, er sieht besser aus UND war billiger (54.000€). Aber Audi ist generell schon der richtige Weg!

  5. Matze sagte am 05.08.2012 um 14:36

    Muss ich meinem Vorredner zustimmen, Kombi geht mal garnet! Limousine oder Coupe ist der Hit!

  6. Niko sagte am 05.08.2012 um 23:30

    Das Ding hat schon was, der typische Tierarzt Wagen. Eigentlich eine gute Wahl, wenn man ab und zu mal auf schlechteren Straßen unterwegs ist und sich nicht gleich eine G Klasse zulegen möchte. Der Allroad ist im Gegensatz zu G Klasse noch “salonfähig”.

    Die features der neuen Audi-Generation sind eh der Hammer! Das Bang & Olufsen Sound-system, hat auch mich als alten Audiofreak umgehauen und die Rückfahrkamera sollte gesetzlich in jeden Wagen eingebaut werden.

    Wenn ich den die Kohle übrig hätte, würde der Allroad auf jeden Fall auch in meiner Garage stehen.

  7. ZaMii sagte am 06.08.2012 um 02:54

    Toller Bericht! Finde auch toll dass hier auch mal bisschen Abwechslung mit den Autos reinkommt. Technik und Autos passen natürlich supi zusammen!

  8. IN$ANE sagte am 05.09.2012 um 14:49

    … echte Autos haben Hinterradantrieb.

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