Google Nexus 4 Testbericht

Am 1. Februar 2013 von
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Seit meinem Kauf des Google Nexus 7 im Sommer 2012 bin ich von den Aktualisierungen und den Arbeiten der Community sehr verwöhnt. Deshalb war es für mich unvermeidlich ein Nexus 4 zu kaufen und diesen zu meinem Alltagsgerät zu machen.

Lieferumfang

Die Verpackung des Nexus 4 ist, wie bei vielen anderen Herstellern, minimalistisch gehalten. Auf der Vorderseite der Verpackung wird das Nexus 4 gezeigt. Auf der Rückseite gibt es keine technischen Daten, sondern ein Werbetext.

Im Lieferumfang gibt es ein Netzadapter, USB Kabel (micro), Benutzerhandbuch mit Sicherheitshinweisen und ein Pin zum Auswerfen des Sim-Tray für die Sim-Karte.

Technik, Design und Verarbeitung

Das Nexus 4 hat ein ungewöhnliches Design für ein Android Gerät und ähnelt, durch die Glasrückseite, dem Konkurrenten Apple mit seinem iPhone 4(S). Es besitzt ein 4,7″ kapazitives Multitouch IPS LCD Display, das in WXGA auflöst. Das wären 1280 x 768 Pixel mit einer Pixeldichte von 320 ppi.

Außerdem befinden sich auf der Vorderseite eine Kamera mit 1.3 MP und verschiedenste Sensoren (z.B. Beschleunigungssensor, Näherungssensor, Umgebungslichtsensor). Auf Hardwaretasten wurden, Google typisch, verzichtet. Die Rückseite besteht wie auch die Frontseite aus Corning Gorilla Glas 2. – Kratzfest, aber nicht unzerstörbar ;)

Auf der Rückseite ist eine 8 MP Kamera mit Sony BSI Sensor verbaut (mehr dazu)

Das Gerät hat 2 GB RAM und kommt aktuell in zwei Modellen, die sich nur im internen Speicher unterscheiden: 8 GB oder 16 GB interner Speicher. Es hat keinen microSD slot, ist also nicht erweiterbar.

Als Betriebssystem läuft aktuell Android 4.2 (Jelly Bean).

Die CPU, ein Qualcomm Snapdragon S4 Pro, ist ein Quadcore Prozessor getaktet mit 1,5 GHz. WiFi mit b/g/n, Bluetooth 3.0, GPS, NFC und ein Akku mit 2100 mAh gehören auch zum Programm. LTE Technik unterstützt es leider nicht. Gewicht liegt bei, angenehmen, 139 gramm.

Kabelloses Laden (Wireless Charging) funktioniert wie beim Nokia Lumia 920 im QI Standard. Durch einen entsprechenden Adapter ist es auch möglich über Mikro-USB einen HDMI Ausgang zu bekommen. SlimPort heißt dieser Standard und ist ähnlich wie MHL, aber unterscheidet sich im wesentlichen. Bei SlimPort könnte man auch andere Ausgänge bekommen wie VGA, DVI oder dem DisplayPort.

Google hat uns ein “State of the Art” Produkt vorgestellt, das für andere Hersteller, die auf Android setzen, ein Referenzdesign im High-End Segment darstellen sollte. Die Verarbeitung ist relativ hochwertig und mit einem Verkaufspreis, beginnend bei 299 Euro, sehr gelungen.

Mein ausführliches Unpacking / Unboxing Video zum Nexus 4 könnt ihr euch hier ansehen hier:

Nexus 4 im Alltag

Natürlich lesen sich technische Daten angenehm, aber in der Praxis gibt es einiges zu bemängeln, die sich zum größten Teil via Software-Updates beheben lassen können.

Das größere Problem wird, ähnlich wie beim iPhone 4S, die Glasrückseite darstellen. Obwohl es mit Gorilla Glas 2 kommt ist es zwar Kratzfest, aber nicht Bruchsicher. Es gibt einige Fälle im Internet, wo Nutzer sich darüber beklagen, dass die Glasrückseite zu Bruch gegangen ist, obwohl das Nexus 4 nur auf einen Teppichboden gefallen ist. Deshalb ist es bei mir verpackt in einer TPU Case, die die Ästhetik verschlechtert. Aber lieber habe ich eine kaputte Ästhetik als am Ende ein kaputtes Gerät.

Ein weiteres Problem befindet sich leider im Herzstück des Gerätes, in der aktuellen Version 4.2. Man könnte meinen, dass die Entwickler nicht genug Zeit hatten das Nexus 4 auf Herz und Nieren zu testen. Schon “einfache” Sachen wie Bluetooth Kopplungen wurden sehr schlecht umgesetzt. Verbindungen mit Headsets brechen ab oder der Sound kommt verzerrt an, Verbindungen mit Bluetooth Gamepads funktionieren nicht, usw.

Ich habe das Nexus 4 von Morgens bis Abends in meiner Nähe, da ich wichtige Anrufe zu tätigen habe, auf E-Mails warte oder einfach nur im Netz unterwegs bin. Mir ist dabei aufgefallen, dass viele Anwendungen und Prozesse im Hintergrund laufen oder die Optimierung am Prozessor nicht gut umgesetzt sind und somit die Akkuleistung darunter leidet. Bei einem Vergleichstest mit einem Samsung Galaxy S3 und ähnlichem Nutzungsverhalten lag das S3 um bis zu 3 Stunden vor dem Nexus 4.

Natürlich gibt es viele Entwickler, die sich diesen Problemen angenommen haben und Verbesserungen am Kernel und dem System rausbringen. So benutze ich auch Custom Firmware, die die oben genannten Software Probleme behebt. Sobald diese softwareseitigen Probleme behoben sind, hat man ein starkes Stück an Hardware für wenig Geld, was einem Spaß macht. Ein Alltagsgerät mit Allzweck Funktionen wie im Internet surfen, telefonieren, mailen. Natürlich auch zum Spielen von Klassikern oder anspruchsvollen 3D Games, die ohne irgendwelche Ruckler auskommen.

Alles in Allem bin ich mit dem Kauf sehr zufrieden und bereue meine Entscheidung nicht. Die größten Vorteile bringt uns das Nexus 4 mit der starken Hardware, der großen Fan-Gemeinde, dem günstigen Preis und stößt somit andere Hersteller am Kopf und könnte einiges an den hohen Preisen regeln.

Autor :

Johannes Knapp ist deutscher Techblogger der ersten Stunde und Seitenbetreiber von NewGadgets.de. Bei Fragen, schickt mir einfach eine Email an info@newgadgets.de

Ein Kommentar zu “Google Nexus 4 Testbericht”

  1. Markus sagte am 18.02.2013 um 12:30

    Schöner und ausführlicher Test! Vielen Dank dafür! Mir gefällt es auch super. Vor allem preislich ist das Ding der Hammer! Mal schauen, ob ich es mir zulege. Bin noch am Überlegen!