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Erfahrungsbericht: T-Mobile G1

Am 15. Februar 2009

g14Nun habe ich das T-Mobile G1 seit drei Wochen und somit kann ich mir endlich erlauben meine ersten Eindrücke über das erste Google Android Smartphone loszuwerden. Ich möchte auf die Dinge eingehen, die mir an dem Gerät gefallen haben und natürlich auch auf Punkte die mir eher negativ aufgefallen sind. Dazu habe ich noch ein paar kleine Videos gedreht, die die einzelnen Features demonstrieren sollen. Der Bericht richtet sich somit an Leser die das Gerät noch nicht kennen, aber daran interessiert sind.

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Das Objekt der Begierde: Das T-Mobile G1 Google Android Smartphone

gg4Hier nun also meine ersten Eindrücke vom T-Mobile G1 Smartphone, welches ich nun ausgiebig genutzt habe. Was natürlich sofort ins Auge sticht ist das Design und bereits dort scheiden sich die Geister. Natürlich habe ich das T-Mobile G1 auch in meinem Freundes- und Bekanntenkreis herumgezeigt um deren Meinungen einzuholen. Einige fanden das Design hässlich bis grauenvoll, andere hingegen fanden es super. Ich persönlich finde es nicht sonderlich schön, gg5aber auch nicht potthässlich. Es würde bei mir sicherlich keinen Design-Award bekommen. Kommen wir zu den Funktionen und Besonderheiten dieses Smartphones. Im Grunde handelt es sich beim T-Mobile G1 um ein gebrandetes HTC Smartphone, welches statt Windows Mobile die neue Open-Source Plattform Google Android nutzt. Und da wären wir bereits bei einem weiteren Punkt, der vielen Benutzern nicht gefällt. Die aufgezwungene Bindung an den Google Account, mit der Google theoretisch die Möglichkeit hat, fast alle Schritte eines Benutzers aufzuzeichnen. Natürlich hat nicht jeder etwas zu verbergen, aber ein wenig Unbehagen hat sicherlich jeder, wenn er wüsste das jemand Fremdes über alle seine Schritte Bescheid weiß. Ich habe damit jetzt nicht so große Probleme, deshalb könnte ich das T-Mobile G1 auch bedenkenlos nutzen. Hier auch ein kleiner Vorgeschmack auf Google Android.

Kommen wir aber nun wieder zu den Funktionen des Smartphones. Eines der wichtigsten Komponenten dieses Smartphones ist wohl das Touchscreen-Display. Es hat einen Vorteil gegenüber den meisten anderen Touchscreens von Smartphones oder Pocket-PCs, es handelt sich um ein kapazitives Touchscreen wie man es auch vom Apple iPhone kennt. Ich bin seit dem iPhone ein Fan dieser Touchscreens geworden. Leider unterstützt es bisher keine Multitouchfunktion, was mich etwas traurig gestimmt hat. Das Display selbst lässt mir keinen Grund zum Meckern, denn es hat tolle Farben, eine gute Ausleuchtung und vorallem bleibt die Qualität des Bildes auch bei Blickwinkelveränderungen gleich. Das Video demonstriert nochmal das gute Display.

tastaDie zweite wichtige Komponente am T-Mobile G1 stellt sicherlich die Tastatur dar, denn über diese wird schließlich die komplette Eingabe gesteuert, denn das T-Mobile G1 verfügt über keine On-Screen Tastatur (noch nicht). Zur Tastatur gelangt man, indem man das Display nach rechts schiebt. Die Tastatur selbst ist gg3natürlich winzig und nicht vergleichbar mit Tastaturen von Netbooks oder Notebooks. Wer noch nie mit solch einer Tastatur geschrieben hat, wird in den ersten Minuten sicherlich seine Schwierigkeiten damit haben, denn viele Zeichen müssen durch eine bestimmte Kombination mit der ALT-Taste betätigt werden. Wenn man aber einige SMS und Emails damit geschrieben hat, kommt man damit sehr gut zurecht. Für dicke Finger ist die Tastatur jedoch ungeeignet, denn zu leicht drückt man aus Versehen die falsche Taste oder gleich zwei Tasten. Der Schiebemechanismus der Tastatur kommt mir auch sehr hochwertig vor, man wird damit sicherlich lange seinen Spaß haben. Berichte aus dem Internet, dass die Vorrichtung zu quitschen anfängt kann ich nicht bestätigen und ich schiebe die Tastatur sicherlich überdurchschnittlich oft hin und her.

rollballDie dritte Besonderheit ist für mich der „Roll-Ball“ (ich nenne ihn jetzt mal so). Ich kannte diese Eingabemethode vorher nicht von Handys und Smartphones und bin schlichtweg begeistert davon. Es handelt sich hierbei um eine kleine Kugel, die es ermöglicht Objekte im Handy wie mit einer Maus zu selektieren. Das Scrollen durch Webseiten und Menüs ist damit sehr viel leichter und schneller als beispielsweise mit einer 4-Wege Taste wie bei manchen Handys. Wer sich immernoch nichts darunter vorstellen kann, der kann sich gerne das hier eingefügte Video anschauen, welches nur kurz demonstriert wie der „Roll-Ball“ funktioniert.

Durch den „Roll-Ball“ markierte Felder können mit einem Druck auf selbigen aktiviert oder bestätigt werden. So kann man dann beispielsweise auf Links scrollen und diese dann „klicken“. Natürlich ist auch eine Bedienung mit dem Finger jederzeit möglich.

gg1Kommen wir zu der Sache, die das T-Mobile G1 so besonders macht, nämlich die Open-Source Plattform Google Android, die erstmal auf diesem Smartphone zum Einsatz kommt. Begrüßt wird man mit einer Art Desktop wie wir es auch von Windows her kennen. Es sind bereits ein paar Icons auf dem Desktop vorhande, die gg2Verknüpfungen zu Anwendungen darstellen. Durch seitliches scrollen mit dem Finger auf dem Touchscreen gelangt man noch azf zwei weitere Desktops die je nach Geschmack auch mit Verknüpfungen gespickt werden können. Um eine Anwendung auf den Desktop zu holen reicht es nur aus, in das Hauptmenü zu gehen (entweder unten auf die graue Lasche tippen oder sie „hochziehen“) eine Anwendung anzutippen und den Finger eine kurze Zeit gedrückt lassen. Dann gelangt man schon automatisch auf den Desktop und kann die Verknüpfung beliebig verschieben. Anwendungen sind entweder die bereits vorhandenen Programme auf dem T-Mobile G1, wie z.B. Email. Oder man lädt sich neue Anwendungen aus dem Android Market herunter, dieser bietet eine Vielzahl an neuen Anwendungen, wie z.B. Instant Messenger, Shoppingtools, etc. Hier ein Video vom Android Market.

Natürlich kann man mit dem T-Mobile G1 auch perfekt mailen, die eingebaute Tastatur bietet es ja förmlich an. So kann man seine Postfachdaten einfach ins Handy eintippen und schon empfängt man seine Emails. Auch Internet-Surfen macht mit der Tastatur gleich doppelt Spass, man kann die Internetadresse schnell eintippen und auch auf der Homepage selbst lässt sich sicherlich viel Zeit einsparen. Hier ein Video vom Surfen.

Die restlichen Funktionen wie beispielsweise die Telefonierfunktion muss man ja nicht weiter erläutern. Man kann zwischen zwei Möglichkeiten der Nummerneingabe wählen, nämlich über das Touchscreen oder per Tastatur. Man kann auch bereits angelegte Kontakte anrufen, sofern ihre Nummern auf dem Smartphone gespeichert sind. Die Sprachqualität war hervorragend. Auch die Lautsprecherfunktion konnte überzeugen, im Auto war ich auch damit noch einwandfrei zu verstehen, obwohl es ruhig noch etwas lauter hätte sein können. Aber zur Not hat man ja ein Bluetooth Headset, dass ich auch in Handumdrehen mit dem T-Mobile G1 verbunden hatte.

Die eingebaute 3,2 Megapixel Kamera ist vielleicht nicht vergleichbar mit den Kameras die bei den Cybershot Handys von Sony Ericsson eingebaut sind, aber sicherlich um Welten besser als die „Kamera“ die im Apple iPhone eingebaut ist. Aber auch hier fehlt die Videofunktion, man kann also nicht einfach mal schnell ein Video von irgendetwas drehen, was ich sehr schade finde. Hier ein paar Beispielfotos die ich mit der Kamera des T-Mobile G1 gemacht habe. Die Bilder wurden nicht editiert, ihr seht also direkt die Qualität der Kamera vom T-Mobile G1.

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Hotelzimmer

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Draußen

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Drinnen

Negativ aufgefallen ist mir leider das Entfernen des Backcovers, das war eine Fummelarbeit. Wie auch beim Apple iPhone ist die Akkulaufzeit ein Problem beim T-Mobile G1. Wer wie ich gerne und viel mit dem Gerät „spielt“, surft und mailt und dabei womöglich auch 3G, WLAN, Bluetooth aktiviert hat, der darf sich darauf einstellen jeden bzw. jeden zweiten Tag das T-Mobile an die Steckdose zu hängen. Abhilfe schafft ein Drittherstellerakku mit fast doppelter Kapazität, auf den ich in einem separaten Test zu sprechen komme.

Das T-Mobile G1 ist ein wirklich tolles Smartphone, wenn man viel unterwegs ist und auch viel schreiben muss. Sicherlich ist es nicht perfekt, so kann man sich vortrefflich über das Design streiten oder über die Tatsache, dass Google sehr viel über die Tätigkeiten des Benutzers erfährt, was vielen nicht gefällt. Von der Technik her ist das Telefon wirklich toll, ich bin sowieso ein Fan von kapazitiven Touchscreen Displays und Tastaturen sicherlich nicht abgeneigt. Ich werde aber trotzdem bei meinem Apple iPhone bleiben, da das iPhone doch einen Tick mehr „Geeky“ ist 🙂


Autor :

Johannes Knapp ist deutscher Techblogger der ersten Stunde und Seitenbetreiber von NewGadgets.de. Bei Fragen, schickt mir einfach eine Email an info@newgadgets.de

23 Responses to “Erfahrungsbericht: T-Mobile G1”

  1. […] hatte ja auf seiner Extrem-Liveblogging Tour nach Hamburg und München in Hamburg das T-Mobile G1 ergattern können. Nun ist sein Bericht […]

  2. […] sehr interessant finde. Also, wenn ihn jemand lesen möchte, könnt ihr diesem Link hier folgen: Klick No TweetBacks yet. (Be the first to Tweet this […]

  3. Gerri sagte am 15.02.2009 um 19:06

    Ich finde das g1 nicht sehr schön, aber was ich schön finde ist der Bericht! Wenn die Berichte bei den Notebooks genauso gut werden, dann bin ich hier jeden Tag! versprochen!

  4. Zubir sagte am 15.02.2009 um 19:34

    Nicht das schönste handy der welt, aber hab schon schlimmere gesehen. mich stört an meinem Iphone das die kamera grottig ist. Die hier sieht schon besser aus. danke, cooler test. Auch die Videos machen den test ein wenig kurzweiliger. weiter so! Freu mich irgendwie auf die Cebit. Irgendwas geplant dafür? wieder ne aktion?

  5. f2 sagte am 15.02.2009 um 19:39

    Johannes, wo sind denn die Fotos vom Akku? 😉
    Ist die Haptik von dem Grossen wirklich 1:1 die gleiche?

    Thx….

  6. Johannes sagte am 15.02.2009 um 23:02

    Der Akku kommt morgen. Ich weiß nicht ob genau 1:1. Aber das mitgelieferte Backcover hat die gleiche Oberfläche wie das Original Backcover. Fühlt sich leicht gummiert an. BTW: Die gleiche Oberfläche wie bei den Displaydeckeln von Thinkpads.

  7. f2 sagte am 15.02.2009 um 23:34

    What? Du hattest doch schon Fotos getwittert….
    Ick bin jespannt! 🙂

  8. Johannes sagte am 15.02.2009 um 23:35

    Ich kann doch nicht alles raushauen was ich habe, sonst hab ich doch keine News für morgen! 🙂

  9. joschi sagte am 15.02.2009 um 23:53

    Es gibt inzwischen eine Software, die es ermöglicht, mit dem G1 Filmchen zu drehen. Im Moment noch ohne Ton und im Anfangsstadium, aber das wird sich sicherlich entwickeln:

    http://www.cyrket.com/package/org.android7.videorecorder

  10. joschi sagte am 16.02.2009 um 00:12

    hab gerade gesehen, dass die neuste Version jetzt auch Ton kann, man muss nur einen voice client runterladen. Läuft aber immernoch recht instabil

  11. schmartfon sagte am 16.02.2009 um 00:28

    Ich bleib definitiv bei meinem Touch Pro. Der kann spätestens in ein paar Wochen auch Android, hoffentlich (siehe xda-developers.com). Ausserdem gefällt mir das Design eher, als der des G1.
    Hat bis auf das Kapazitive Display die selben Spezifikationen. Ach ja: Dem G1 kann man Multiouch per Patch beibringen;-) Googlen…

  12. Johannes sagte am 16.02.2009 um 00:30

    Ja klar, das mit dem Multitouch wusste ich auch, sind ja schon einige Videos online, aber das iPhone kann ja auch Copy & Paste, wenn man bestimmte Programme installiert. Aber von Haus aus nicht 🙂

  13. schmartfon sagte am 16.02.2009 um 00:33

    Da haste Recht 😀
    Könntest es ja als nächstes ausprobieren. Just 4 Fun 😉

  14. f2 sagte am 16.02.2009 um 01:11

    @ Johannes

    Hehe, okay… Aber bevor ich den Akku bestelle, mach doch bitte nur ein kurzes Statment, ob du einen Unterschied „fühlst“, wenn du den Originalen- im Gegensatz zu dem Austausch- Deckel anfasst?! 😉

    Btw. habe ich bei eBay einen Akku mit 2600mAh gesehen, anstatt dem 2200mAh von Amazon.

  15. Johannes sagte am 16.02.2009 um 01:15

    Wie gesagt, die Oberfläche ist gleich und deshalb fühlt es sich an wie das Original. Das G1 wird durch den Akku und den dazugehörigen Backcover aber auch etwas dicker, dass muss man beachten.

    Ich würde mich selbstverständlich freuen wenn ihr eure Akkus hier bei Amazon kaufen würdet. 🙂 Über den 2600mAh Akku kann ich nichts sagen, da ich ihn nicht getestet habe. Ich kann nur über den 2200mAh Akku von VHBW berichten.

  16. f2 sagte am 16.02.2009 um 01:30

    Dankeschön … 😉

  17. renneh sagte am 16.02.2009 um 11:55

    Vielen Dank für den Bericht!

    Mich irritiert zur Zeit nur, daß das G1 jeden Tag günstiger wird bei Amazon. Sollte evtl. in Barcelona der G1 Killer vorgestellt weden?

    Zur Frage ob das iPhone oder das G1 geekier ist habe ich einen schönen Link gefunden: http://www.mobileblogger.at/2009/02/googlelized-durch-das-g1/

  18. Johannes sagte am 16.02.2009 um 12:32

    @renneh Auch wenn ein G1 Killer vorgestellt wird (in Barcelona wird heute sicherlich das ein oder andere Android Handy vorgestellt.) Der Preis wird sicherlich hoch sein. Ich finds toll das der Preis des G1 so „niedrig“ ist 🙂

  19. Julian sagte am 16.02.2009 um 23:04

    super beitrag 🙂
    musst du das G1 eigentlich auch (so wie ich) wieder zurückgeben, oder? wie lang darfst du es behalten?

    gruß

  20. Johannes sagte am 17.02.2009 um 21:27

    Das G1 hatte ich jetzt fast nen Monat und habs wieder zurückgegeben.

  21. Andre sagte am 22.03.2009 um 18:36

    Hey, schöner Beitrag, allerdings funktioniert das erste Video auf der Seite nicht mehr

    • Johannes sagte am 22.03.2009 um 19:20

      @Andre: Hab den Fehler behoben 🙂

  22. Alex sagte am 10.04.2009 um 08:02

    Ein sehr ausführlicher Beitrag, vor allem die Videos erklären dem potentiellen G1-Nutzer die Handhabung und eigentlich sieht man alles genau.

    Mir persönlich gefällt es, dass man auch in verschiedenen Blickwinkeln kein Darstellungsproblem bei dem Display hat. Die Internetseiten werden auch nicht langsam geladen. Ich meine, für ein Smartphone ist das oki.

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