So entsteht das HTC U11 – Vom Design bis zur Fertigung

Am 19. Mai 2017 von
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Zum Produktlaunch des neuen HTC U11 in Taipeh hatten wir auch die Möglichkeit einen Blick in die Produktion zu werfen. In diesem Artikel bekommt ihr einen kleinen Blick hinter die Kulissen der Smartphone-Herstellung. Von der Idee im Design-Studio, über die Entwicklung im R&D Center bis hin zur Fabrik in der die Komponenten zu einem fertigen Smartphone zusammengebaut werden.

Design-Studio

Die Ideenschmiede des Unternehmens befindet sich in New Taipei City. Hier beginnt alles mit einfachen Zeichnungen eines neuen Smartphones um dann zu einem fertigen Projekt heranzureifen welches dann in die Fertigung gehen kann. Man probiert sich an neuen Materialien wie z.B. dem gebogenen Glas beim HTC U11 und experimentiert mit Farben und Formen.

R&D-Center

Nur wenige Meter neben dem großen HTC-Designcenter befindet sich die Research & Development Abteilung von HTC wo einzelne Komponenten entwickelt, getestet und verbessert werden. Zu der Abteilung gehören unter anderem die Soundabteilung, denn HTC legt großen Wert auf guten Sound und Lautsprecher. Die im HTC U11 verbauten 2-Wege-Lautsprecher haben einen klaren und lauten Klang und sind ein Resultat der R&D-Abteilung.

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Dort gibt es auch einen schalltoten Raum. Jeder hat sicherlich schon mal irgendwo solch einen Raum gesehen, ich kann nur empfehlen mal einen zu betreten. Ein ganz komisches Gefühl einfach überhaupt kein Echo und keine Nebengeräusche mehr zu hören, durchaus beklemmend. In dem Raum sitzt „Little Grey“ (benannt nach seiner Farbe), ein System welches Ohr und Mund simuliert um für den besten Sound zu sorgen. Einen Raum weiter sitzt „Little Brown“ in einem Raum der für Umgebungsgeräusche bestimmt ist. Hier werden Techniken für Antischall bzw. Noise Cancellation getestet.

In einer anderen Abteilung wird eine weitere Komponente auf Herz und Nieren getestet und verbessert und zwar die Kamera. Hier gibt es verschiedene Maschinen mit denen bestimmte Kamerafunktionen überprüft werden können um das Bildergebnis zu verbessern. Beispielsweise die Farbechtheit oder die optische Bildstabilisierung.

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Fabrik

HTC betreibt in Taoyuan, rund 45 Minuten Fahrtzeit von der Hauptstadt Taipeh entfernt, eine Fabrik in der unter anderem auch das neue Spitzenmodell HTC U11 hergestellt wird. Wir hatten die Möglichkeit uns die Herstellung des neuen Smartphones anzuschauen. Hier ein kleiner Erfahrungsbericht.

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Ganz typisch für Taiwan erwartet einen bei Ankunft erst einmal ein Meer aus Motorrollern, das beliebteste Fortbewegungsmittel in Taiwan.

Die rund 5.000 Mitarbeiter teilen sich auf zwei Gebäude auf. Zu Beginn müssen wir uns natürlich noch der Umgebung entsprechend anziehen, also rein in den weißen Kittel und dazu gibt es noch ein Haarnetz und Überzüge für die Schuhe. Selbstverständlich war es nicht erlaubt in der Fabrik oder dem Design / R&D-Center Bilder zu machen, aber die Bilder die HTC uns zur Verfügung gestellt hat, vermitteln einen guten Eindruck wie es in der Fabrik aussieht.

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Den Anfang macht natürlich das Mainboard, auf das alle SMD-Komponenten, der Qualcomm Snapdragon 835 Prozessor und der Speicher aufgelötet werden. Faszinierend anzuschauen wie schnell diese auf Rollen angelieferten winzigen Komponenten von den Robotern auf das Board platziert werden. Die fertige Platine wird dann noch mikroskopisch auf Fehler untersucht, damit es später nicht wegen fehlerhaften Lötpunkten zu Problemen kommt.

Den kompletten Prozess überwachen einige Mitarbeiter um bei Fehlern eingreifen zu können. Um die Herstellung zu beschleunigen werden auch gleich vier Platinen gleichzeitig bestückt und weiterverarbeitet. Im nächsten Schritt werden diese vom Träger getrennt und einzeln weiterverarbeitet bzw. getestet. Die schnell und präzise arbeitenden Roboterhände greifen sich ein Mainboard und platzieren es dann in eine Vorrichtung die abschließende Arbeiten vornimmt.

Die nun fertiggestellten Mainboards werden im nächsten Schritt eine Etage weiter oben wird das Smartphone Schritt für Schritt zum fertigen Produkt zusammengebaut, quasi die Hochzeit wie man es in der Automobilbranche nennen würde. Das Mainboard kommt in das Smartphone-Gehäuse und wird mit dem Akku verbunden um auch Android aufzuspielen. Es folgen dann natürlich noch Display, Lautsprecher und alle weiteren Komponenten. Sobald beide Smartphone-Hälften zusammenkommen folgt erst einmal ein Rütteltest. Dafür kommt das Smartphone in eine sich drehende Box und wird einige Sekunden ordentlich durchgeschüttelt. Dieser Test dient dazu sicherzugehen dass alle Verbindungen auch wirklich fest sind und sich nicht irgendwo ein Wackelkontakt befindet der vielleicht erst bei den späteren Schritten, oder beim Kunden entdeckt wird. Danach folgen die abschließenden Tests der einzelnen Komponenten von Robotern. So werden Fehler beim Display, den Lautsprechern oder den Sensoren festgestellt.

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Die abschließenden Meter der Produktionsstraße stellt noch einmal eine letzte Qualitätskontrolle dar, so wird das Gehäuse noch einmal von den Mitarbeitern auf Kratzer oder Fehler untersucht bevor es in die Schutzfolie gewickelt wird und zusammen mit dem Zubehör in der Verpackung landet.

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Autor :

Johannes Knapp ist deutscher Techblogger der ersten Stunde und Seitenbetreiber von NewGadgets.de. Bei Fragen, schickt mir einfach eine Email an info@newgadgets.de

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