Das war der FIA Formel E Berlin ePrix 2017

Am 14. Juni 2017 von
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Berlin Tempelhof am Wochenende. Quietschende Reifen und dieser unverwechselbare, kreischende Sound der Elektromotoren. Es war wieder Zeit für die FIA Formel E beim Berlin ePrix 2017.

Am ehemaligen Berliner Flughafen Tempelhof haben sich wieder tausende Fans des Elektrorennsports zusammengefunden um ein schönes Wochenende zu verbringen. Wie sieht so ein Renntag bei der Formel E aus und was kann man bei dem Event erleben? Für die Enthusiasten begann der Tag bereits sehr früh, denn um 8 Uhr startete das erste Training, um 10:30 Uhr folgte das zweite Training bevor um 12 Uhr das Qualifying startete.

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Danach gab es je nach Ticket die Möglichkeit für eine Boxengassen-Besichtigung und eine Autogrammstunde mit den Fahrern. Um 16 Uhr wurde es dann ernst und das Rennen mit 44 Runden startete auf dem Tempelhofer Flugfeld. In der Zwischenzeit hat man natürlich auf dem Gelände, dem eVillage, viele Möglichkeiten die Zeit kurzweilig zu vertreiben. So gibt es neben zahlreichen Foodtrucks die für das leibliche Wohl sorgen auch noch viele Unternehmen die ihre Produkte zeigen. So z.B. ein Anbieter von elektronischen Rollern die auf dem taiwanischen Gogoro basieren oder elektrische Gokarts.

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Auch Automobilhersteller wie Audi, Jaguar und Mercedes-Benz stellen ihre Elektrofahrzeuge / Hybriden oder auch Concept Cars vor. Es gibt richtig viel zu erleben und für alle Fans von Elektroautos ist ein Formel E Rennen auf jeden Fall eine Pflichtveranstaltung. Letztes Jahr fand das Rennen ja in der Innenstadt von Berlin am Alexanderplatz statt, für dieses Jahr verlegte man es wieder auf das Gelände des ehemaligen Tempelhofer Flughafens. Natürlich ist es irgendwie cool ein Autorennen in der Innenstadt abzuhalten, nur müssen dafür Straßen gesperrt werden und es kommt zu Verkehrsbeeinträchtigungen. Da ist das großflächige Tempelhof deutlich besser, denn hier findet man bereits eine tolle Infrastruktur vor die solch ein Großevent benötigt.

Qualcomm als Technologiepartner hatte natürlich auch wieder Neuigkeiten nach Berlin gebracht und hielt dafür eine Pressekonferenz vor Ort ab. BMW stellt mit dem BMW i8 das Safety Car und dazu gab es dann auch noch eine kleine Anekdote von Alejandro Agag, dem CEO der Formel E. Anfangs war eigentlich Tesla als Partner für Safety Car und Medical Car geplant, was ja auch angesichts des Hypes um die Marke durchaus verständlich ist. Da aber auch geplant war diese Fahrzeuge mit der kabellosen Technologie von Qualcomm Halo aufzuladen, machte Tesla einen Rückzieher. Man wollte nicht dass die Kunden zum Händler rennen um nach der kabellosen Aufladung zu fragen, die ja zumindest bei Tesla nicht vorhanden ist. Irgendwie ist das natürlich verständlich und deshalb wurde nun BMW gefragt, die mit dem BMW i3 und dem BMW i8 ja ebenfalls sehr interessante Fahrzeuge im Portfolio haben.

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BMW sagte sofort zu, was natürlich auch den Innovationswillen zeigt. Und deshalb haben wir bei der Formel E jetzt den BMW i8 als Safety Car. Und wenn ihr mich fragt passt der i8 auch optisch super ins Bild der Formel E. Er ist zwar derzeit noch ein Hybrid mit Verbrennermotor, aber wer weiß woran in München hinter verschlossener Tür gearbeitet wird 😉

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Das Safety Car (BMW i8) und das Medical Car (BMW i3) werden mittels Induktion kabellose aufgeladen. Dafür muss das Fahrzeug nur über die Ladeplatte fahren. Über eine App wird dem Fahrer signalisiert ob er richtig steht oder wieder vor- oder zurückfahren muss. Natürlich sind Abweichungen erlaubt, man muss also nicht punktgenau die Ladeplatte anfahren. Das System funktioniert perfekt bei jedem Anlauf und lädt die Akkus des i8 mit 7.2kW und die des i3 mit 3,3kW.

Wieso eigentlich eine kabellose Aufladung? Man kann doch einfach wie bei jedem anderen Elektrofahrzeug einfach ein Kabel nutzen. Zum einen möchte man bei der Formel E Zukunftstechnologien im Bereich der Elektrofahrzeuge zeigen, zum anderen muss ein Safety Car / Medical Car sofort einsatzbereit sein wenn es benötigt wird. Da kann man nicht noch mal schnell das Kabel abziehen und den Deckel zumachen, hier zählt jede Sekunde, wie wir in einem Gespräch mit Bruno Correia, dem Safety Car Fahrer der Formel E, im Fahrerlager erfahren haben.

Derzeit ist die kabellose Aufladung noch statisch, es ist aber in Planung sie auch während der Fahrt zu ermöglichen. Qualcomm arbeitet bereits daran und in kommenden Rennserien werden wir vielleicht schon erste Ansätze erleben.

Autor :

Johannes Knapp ist deutscher Techblogger der ersten Stunde und Seitenbetreiber von NewGadgets.de. Bei Fragen, schickt mir einfach eine Email an info@newgadgets.de

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