Testbericht: Honor 9 Smartphone

Am 9. August 2017 von
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Mit dem Honor 9 hat das Huawei zugehörige Tochterunternehmen Honor sein stetig wachsendes Portfolio an Smartphones um ein weiteres Flaggschiff erweitert, das quasi das Gegenstück zum Huawei P10 darstellt. Trotz günstigerem Preis soll es dennoch einiges mit sich bringen und mit einem tollen Gesamtpaket von sich überzeugen. Ob sich der Kauf des Honor 9 lohnt und was es alles zu bieten hat, haben wir für euch in folgendem Testbericht festgehalten.

Lieferumfang

Neben dem eigentlichen Smartphone findet ihr im Lieferumfang ein 9V/2A USB-Netzteil mit Schnelladefunktion, ein 1m langes USB-C 2.0 Daten-/Ladekabel und ein SIM Tool für den SIM-Kartenslot. Wie von Huawei gewohnt, liegt auch dem Honor 9 eine transparente Schutzhülle bei. Wenn man bedenkt, dass sich vermutlich 9 von 10 Käufern sowieso eine Hülle zulegen werden, eine durchaus sinnvolle Beilage.

Honor 9 Review 15

Optik & Verarbeitung

Das Honor 9 ist 147,3mm lang, 70,9mm breit, 7,45mm dick und wiegt ca. 157 Gramm. Die Vorderseite besteht aus kratzfestem Gorilla Glass 3, der Rahmen aus Aluminium und die Rückseite aus 15 übereinandergelegten Glasschichten, die zu den Seiten hin leicht abgerundet auslaufen. Diese vielen Schichten erzeugen unter Lichteinfall tolle Reflektionen und lassen unser graues Testgerät ab und an fast schon Silber erscheinen. Alle Anschlüsse sind präzise und sauber im Aluminiumrahmen eingearbeitet und die Tasten bieten einen vorbildlich klaren Druckpunkt. Allgemein betrachtet wirkt das Smartphone sehr wertig und kann in Sachen Verarbeitungsqualität problemlos mit weitaus teureren High-End-Geräten mithalten.

So schön Design auch sein mag: Auch bei diesem Gerät bleibt die Rückseite nicht von Fingerabdrücken und anderen Gebrauchsspuren verschont. Und ob das Glas wirklich kratzresistent ist, möchte wohl kein Besitzer herausfordern. Wie praktisch also, dass dem Lieferumfang bereits eine Schutzhülle beiliegt, die die empfindliche Oberfläche von Anfang an schützt. Auch wenn sie nicht sonderlich kratzresistent und an Ober- und Unterseite bis auf die Ecken keinen Schutz bietet, leistet sie in der Anfangszeit gute Dienste und verleiht der sonst so rutschigen Rückseite einen guten Grip.

Anschlüsse & Tasten

An der linken Geräteseite befindet sich im oberen Bereich ein Hybrid-SIM-Slot, der wahlweise Platz für 2 SIM-Karten oder eine SIM Karte und eine Micro-SD Speicherkarte bietet. An der rechten Gehäuseseite finden sich die Lautstärken-Wippe und der darunterliegende Power Button. An der Oberseite ein Infrarotsensor zum steuern kompatibler Geräte und ein Mikrofon für die Geräuschunterdrückung. An der Unterseite eine 3,5mm Kopfhörerbuchse, ein USB-C 2.0 Port und ein Mono-Lautsprecher. Auf der Rückseite befinden sich Dual Kamera, LED Blitz und ein Laser Fokus. An der Vorderseite oberhalb des Displays eine 8 Megapixel Frontkamera, ein Licht-/Annährungssensor und die Hörmuschel mit einer praktischen, integrierten Benachrichtigungs-LED. Unterhalb des Displays die 3 Softkey-Tasten für Zurück, Multitasking und den Homebutton. Letzterer ist minimalst hervorgehoben und verfügt über einen vorbildlich schnell reagierenden Fingerprintsensor, um das Gerät schnell und sicher entsperren zu können.

Technik & Leistung

Unter der Haube sorgen ein Kirin 960 Achtkern-Prozessor (4 x 2.4 GHz + 4 x 1.8 GHz), 4GB RAM Arbeitsspeicher und 64GB interner Speicher für eine leistungsstarke Performance, die für eine flüssige Darstellung und schnelle Reaktionszeiten sorgt. Im Antutu Benchmark erreichte das Smartphone bei uns einen Score von 144.347. Games wie bspw. Unkilled stellen selbst mit hohen Grafikdetails kein Problem dar und laufen nicht butterweich, aber durchaus angenehm flüssig. Dank Micro-SD Kartenslot kann der interne Speicher um bis zu weitere 256GB aufgestockt werden. Speicherplatzprobleme dürften somit ausgeschlossen werden können.

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An Verbindungen bietet das Gerät Wi-Fi 802.11 a/b/g/n/ac im 2,4 und 5GHz Bereich, Bluetooth 4.2, Type-C USB 2.0, die Satellitennavigationssysteme GPS/Glonass/BDS und an Sensoren Beschleunigungssensor, Näherungssensor, Umgebungslichtsensor, Gyrosensor, Kompass, Hallsensor und einen Lasersensor. An Mobilfunkstandards werden TD-LTE, LTE-FDD, WCDMA & GSM unterstützt. NFC ist natürlich auch mit an Bord.

Der intern verbaute Lithium-Polymer-Akku verfügt über eine Kapazität von 3200mAh. Damit dürfte der durchschnittliche Facebook-/Instagram-User problemlos durch den Tag kommen. Bei mäßiger Nutzung könnte der Akku auch mal bis zu 2 Tage durchhalten. Erreicht der Akku die 2%-Grenze, schaltet sich das Gerät nach einer kurzen Warnmeldung nach 30 Sekunden automatisch aus. Dank 9V/2A Supercharge-Technologie ist der Akku in den ersten 30 Minuten zu 40% und nach insgesamt 100 Minuten schon wieder vollständig aufgeladen.

Das Honor 9 wird mit dem aktuellen Android Betriebssystem Nougat (Version 7.0) ausgeliefert, dass mit Huaweis hauseigenem Emotion Userinterface („EMUI“ genannt) in der Version 5.1 modifiziert wurde. Dieses soll das eigentliche Betriebssystem ergänzen, indem es die Bedienung noch benutzerfreundlicher gestaltet und die Performance steigert. In unter 28 Sekunden nach dem Einschalten befindet sich das Gerät im Eingabefenster für den Geräte-PIN.

Das 5,15 Zoll große Full HD IPS Display (131mm in der Diagonale) löst mit 1920 x 1080 Pixeln/einer Pixeldichte von 428PPI auf und bietet auch ohne 4K Display eine angenehm scharfe, farbenfrohe Darstellung mit 16 Millionen Farben, die kaum Wünsche offenlässt. Die vorinstallierten Stock Wallpaper stellen das ganz gut unter Beweis.

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Wenn man einen wirklichen Kritikpunkt am Honor 9 benennen muss, ist es wohl der SAR-Strahlungswert. Der liegt mit 1.26 W/kg prinzipiell zwar noch im Rahmen des festgelegten Grenzwertes von 2.0 W/kg; Für gesundheitsbewusste Menschen und Vieltelefonierer ist es aber durchaus schon etwas bedenklich, wenn bereits beim iPhone 7 mit 1.37 W/kg empfohlen wurde, das Gerät nicht direkt am Körper zu tragen. Zum Vergleich: Der Wert bei Samsungs aktuellem Flaggschiff – dem Galaxy S8 (ebenso ein Dual-SIM Gerät) – liegt bei vorbildlichen 0.32 W/kg. Es geht also auch anders.

Weiterhin wünschenswert in heutigen Zeiten wäre eine Wireless Charging Funktion, ein optischer Bildstabilisator und der Vollständigkeit halber beiliegende In-Ear Kopfhörer gewesen. In Anbetracht des verhältnismäßig günstigen Kaufpreises war das aber vermutlich nicht mehr umsetzbar und ist daher kein Beinbruch.

Kamera

Die an der Rückseite verbaute Dual Kamera der 4. Generation besteht aus einer 12 Megapixel RGB Autofokus-Linse und einer 20 Megapixel Monochromlinse, die im Zusammenspiel für eine mehr als brauchbare – teilweise sogar fast schon sehr gute Bildqualität mit natürlicher Farbwiedergabe sorgen. Dank sog. Pixel-Binning-Technologie ergeben sich auch bei etwas mäßigeren Lichtverhältnissen noch brauchbare Fotos. Trotzdem ist die eigentliche Lowlight-Performance eher durchschnittlich bis mäßig. Auch die Handhabung ist gut gelöst. Ein Wisch nach rechts öffnet das Modi-Menü – ein Wisch nach links das Menü für die zusätzlichen Optionen und die zahlreichen Zusatzfeatures. Die Dualkamera verfügt über eine F/2.2 Blende, löst je nach Fotomodus mit einer max. Auflösung von 5120 x 3840 Pixeln aus und bietet mit insgesamt 18 Foto-/Videomodi und einer größeren Optionsvielfalt jede Menge Möglichkeiten. Die Frontkamera verfügt über eine F/2.0 Blende und löst mit max. 3264 x 2448 Pixeln auf, die Selfies in wirklich guter Qualität abliefert. Hierbei sorgt ein optional zuschaltbarer Porträt-Modus dafür, dass der Fokus auf das Gesicht gelegt und der Hintergrund unscharf dargestellt wird. Panoramaaufnahmen kommen in guter Qualität daher und weisen keine sichtbaren Übergänge auf, wie sie auf manch anderen Smartphones als gräuliche Linien zu sehen sind. Ein Hybrid-Zoom ermöglicht bei zweifachem Zoom Aufnahmen ohne nennenswerten Qualitätsverlust. Auch die Videofunktionen (inkl. 4K Auflösung) liegen im guten Durchschnitt und liefern brauchbare Ergebnisse ab. In diesem Preissegment ist die Kamera also durchaus gelungen, auch wenn sie sich verständlicherweise nicht ganz mit den Kameras aktueller Flaggschiffe vergleichen lässt.

Honor 9 Beispielfotos

Lautsprecher & Audio

Auch Musikliebhabern wird beim Honor 9 so Manches geboten. Der verbaute Mono-Lautsprecher liegt im guten Mittelfeld, wirkt klanglich nicht blechern und sorgt auch noch bei voll aufgedrehter Lautstärke (die durchaus in Ordnung geht) für angenehme Klänge. Um den Kopfhörerklang den individuellen Bedürfnissen anpassen zu können, werden dem Nutzer 5 vorkonfigurierte/ein frei konfigurierbarer und ein Monster-zugehöriger Honor Purity Equalizer geboten, der für den typischen, etwas basslastigeren Monster Sound sorgt. Das Audio Fine Tuning wurde von Grammy Award Gewinner Rainer Maillard umgesetzt. Außerdem kann man den Kopfhörertyp auswählen – also ob man gerade In-Ears, normale oder Over-Ear Kopfhörer verwendet. Als weiteres kleines Highlight sorgt die Huawei Histen 3D Audio Technologie mit 3 verschiedenen Modi für einen virtuellen Surround Sound, der gut umgesetzt wurde und dem Zuhörer mehr Freude am Musik hören bietet. Auch an der durchschnittlich guten Sprachqualität der Telefonfunktion gab es während Anrufen auf beiden Seiten keinerlei Kritikpunkte.

Honor 9 Review 5

Video

In unserem Kurztest geben wir euch einen guten ersten Eindruck vom Honor 9. Wir testen auch gleich ein paar Games, damit ihr euch von der Performance überzeugen könnt. Auch einige Videoschnipsel der Dual Camera sind mit am Start.

Fazit

Wer abseits des dominierenden Samsung Galaxy- und iPhone Marktes auf der Suche nach einem gut ausgestatteten Android-Smartphone zum fairen Preis ist, ist beim Honor 9 gut aufgehoben. Das Gerät sieht nicht nur schick aus, es kann auch mit einer vorbildlichen Verarbeitungsqualität, guter Hardware, vielseitigen Audioeigenschaften und einer brauchbaren Kamera punkten. Lässt man mal den etwas zu hoch geratenen SAR Strahlungswert außer Acht, bietet das Honor 9 ein wirklich empfehlenswertes Gesamtkonzept, an dem es nichts groß zu kritisieren gibt. Das Honor 9 ist in den 3 Farbvarianten Glacier Grey (grau), Sapphire Blue (blau) und Midnight Black (Schwarz) erhältlich und kann aktuell zu einem Preis von 429€ erworben werden.

Positiv

+Gute Kamera mit zahlreichen Features

+Sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis

+Vorbildliche Verarbeitungsqualität

+Gute Audioeigenschaften

Negativ

-Erhöhter SAR-Strahlungswert von 1.26 W/kg

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One Response to “Testbericht: Honor 9 Smartphone”

  1. Melly Schmitt sagte am 09.08.2017 um 20:10

    Danke für den tollen ausführlichen Bericht

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