Reddit schwört User-Proteste herauf

Am 3. Juli 2015

Reddit.com ist nicht nur die mehr oder weniger selbst ernannte „Frontpage des Internet“ sondern zeichnet sich auch durch ein von Anwendern und kostenlosen Moderatoren gekennzeichnetes Geschäftsmodell aus. Dass da die Interessen nicht immer über einander gehen, ist klar. Anlässlich der Kündigung einer sehr beliebten Mitarbeiterin zeigen die Nutzer jetzt aber mal klar, wo ihre Grenzen liegen.

Nicht nur ist Reddit.com wegen der Inhalte abhängig von seinen Nutzern, man hat ihnen auch gleich weit reichende Rechte eingeräumt. Klar, wenn da sonst sowieso niemand schreibt oder moderiert, kann der Mod auch gleich den „Schlüssel“ bekommen; und genauso ist es. Der Protest zeigt sich daher in ganz vielen Unterseiten, für die Reddit so bekannt ist – auch /r/technology ist zur Zeit nicht erreichbar. Besonders beliebte Bereiche wie /r/funny oder /r/movies, die auf „privat“ gestellt wurden, haben dementsprechend auch die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit erregt.

Protestiert wird vordergründig „gegen die Entlassung“, aber was reddit machen müsste, um den Protest wieder zu  beruhigen, bleibt unklar. Daher wird vermutet, dass es sich mehr um eine Attacke gegen die noch relativ neue CEO Ellen Pao handelt, der auch der Rauswurf ein wenig in die Schuhe geschoben wird. Die Ereignisse passen aber auch hervorragend zusammen, denn nach einigen umstrittenen Entscheidungen und mehreren Petitionen gegen die Chefin, sei die nun freigestellte Angestellte angeblich in einem ihrer letzten Beiträge gegen entsprechende Kritiken „nicht angegangen“, so dass die Kündigung durch Pao selbst ausgesprochen worden oder zumindest in ihrem Sinne gewesen sei.

Rein rechtlich dürfte es schwierig werden, eine solche Kündigung durch zu bekommen, aber die Anwender sehen das eh relativ. Denn ihr Ziel ist offenbar nur, diese CEO wieder weg zu bekommen, die aus Gründen der politischen Korrektheit Unterforen zu den Themen „fatshaming, niggers oder beatingwomen“ dicht machte und in ihrer Firma das Verhandeln um Löhne „verbot“.

Sicher,  das sind keine schönen Themen, aber dem gemeinen Amerikaner (die da wohl zum größten Teil aktiv sind) ist es eben wichtiger, auf „free speech“ zu achten. Und das macht ihn ja wieder recht sympathisch, oder wie seht ihr das?

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