Corona-Warn-App nun zum Download für iOS und Android verfügbar

Am 16. Juni 2020 von
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Die letzten Wochen war ja immer die Rede von der Corona-Warn-App. Seit heute kann man die offizielle App des Robert-Koch-Instituts herunterladen.

Wenn man im AppStore und im PlayStore nach „Corona App“ sucht, dann findet man dort eine Vielzahl an Apps. Die App die ihr euch herunterladen wollt, ist die „Corona-Warn-App“ vom Robert-Koch-Institut. Im Apple App Store und im Google Play Store also bitte direkt nach „Corona-Warn-App“ suchen, andernfalls werden meist andere Apps angezeigt, die vielleicht ähnliche Funktionen haben, aber wem nützt das, wenn jeder eine andere App verwendet. Also kommt natürlich die offizielle Bundesregierung / RKI App aufs Smartphone.

Corona Warn App | Funktionsweise

Wie funktioniert die Corona-Warn-App nun eigentlich? Die App arbeitet mit Bluetooth und ermittelt dadurch ob sich Personen zusammen in einem bestimmten Umkreis aufgehalten haben. Dabei werden erst Daten gespeichert wenn sich Personen 15 Minuten lang auf 2 Metern genähert haben, es also wirklich zu einem persönlichen Kontakt kam, also beispielsweise wenn man in einem Restaurant zusammen etwas gegessen hat oder ein längeres Gespräch mit dem Kumpel hatte. Sollte sich dann eine Person mit Corona infizieren, so kann die App die anderen Personen die im Kontakt waren darüber informieren.

Eine Person die mit Corona infiziert ist, bekommt dann von den Behörden einen QR Code, der über die App eingescannt wird, um diesen Hinweis abzusetzen.

Corona Warn App | Sicherheit / Datenschutz

Nun machen sich auf Facebook ja schon einige Nutzer Gedanken über die Sicherheit der App und auch über die Verwendung der Daten. Schauen wir uns also einmal an welche Daten von der App genutzt werden und was damit passiert.

Zuerst einmal kann man die App einfach installieren, sie arbeitet ohne vorherige Anmeldung, es werden also keinerlei persönliche Daten abgefragt. Darüber hinaus werden wie bereits geschrieben nur anonymisierte Kontakte abgespeichert, mit denen so ziemlich niemand etwas anfangen kann, ausser die App bei der Benachrichtigung.

Die Corona-Warn-App verlangt Zugriff auf die Kamera

„Will die App nun auch Bilder mit meiner Kamera machen?“. Ja, will sie, deshalb sollte man der App auch Zugriff auf die Kamera geben. Positiv getestete Nutzer bekommen einen QR-Code zugeschickt, den sie in der App einscannen können. Dadurch werden dann andere Nutzer benachrichtigt, die mit dieser Person in Kontakt standen. Kontakt bedeuten laut der App 15 Minuten lang innerhalb von 2 Metern zusammengestanden.

Die Corona-Warn-App verlangt Zugriff auf Gerätestandort

„Wieso will die Corona-Warn-App meinen Standort wissen? Ich dachte es werden keine Standorte und persönlichen Daten genutzt?“

Man könnte meinen dass hier nach der GPS-Koordinaten gefragt werden. Laut Google ist allerdings ein Zugriff auf Bluetooth (und darauf setzt die Corona-Warn-App) auch eine Gerätestandortabfrage, da mit Bluetooth auch ein ungefährer Standort ermittelt werden kann. Natürlich nicht in dem Umfang wie GPS, aber Google möchte seine Nutzer darauf hinweisen.

SAP und die Deutsche Telekom entwickelten im Auftrag der Bundesregierung die Corona-Warn-App und haben für maximale Transparenz auch den Quellcode für jedermann öffentlich gemacht. Das hat zuerst einmal den Vorteil dass hier auch einige eifrige Entwickler eventuelle Fehler im Quellcode entdecken können und Hintertürchen die Daten abgreifen können so auch verhindert werden.

Der Sprecher des Chaos Computer Club (CCC) hatte sich zur App geäussert. Er ruft zwar nicht zum Download auf, hat aber auch nach Prüfung der App keine Mängel zu beklagen. Das kann man durchaus auch als Lob sehen.

Dass die App ungefragt persönliche Daten abgreift und auf geheime Server hochlädt, ist also schon mal ausgeschlossen und somit kann man die App auch guten Gewissens nutzen. Das es hier und da natürlich „Profis“ auf Facebook gibt, die immer noch gegen die App wettern, ist normal und nicht zu verhindern. Lustigerweise geschieht dies auf Facebook, was schon einmal zeigt, dass diese Personen den Datenschutz sowieso nicht so ernst nehmen.

Für die Sicherheit sind die Daten ausserdem auch noch dezentral gesichert, damit Cyberkriminelle keine Daten abgreifen können. Abgesehen davon, da ja auch keine persönilchen Daten abgespeichert werden, ist es meiner Meinung nach auch vollkommen egal wenn die Daten in die Hände von Hackern gelangen würden.

Corona Warn App | iOS

Beim iPhone muss man mindestens iOS 13.5 installiert haben. Problem: alle iPhones die älter als das iPhone 6s sind, sind nicht kompatibel. Und ich bin mir sicher dass da noch abertausende iPhone 4, 4s, 5, 5s und 6 unterwegs sind.

Downloadgröße: 16,4 MB

Die App scheint auch schon gut angenommen zu werden, dafür dass die App erst heute verfügbar ist, hat sie schon eine Bewertung von 4,8 von 5 von 14.655 Nutzern. Die App ist derzeit Platz 1 in der Kategorie Gesundheit und Fitness.

Corona Warn App | Android

Bei Android muss man mind. Android 6 installiert haben, das wäre ja noch akzeptabel, aber euer Smartphone muss Bluetooth LE unterstützen und das hat natürlich auch nicht jedes Android-Phone. Da auch die Google Play Services genutzt werden, sind auch die neuen Huawei Smartphones nicht kompatibel. Hier hat sich aber Huawei schon zu Wort gemeldet. Man versucht gerade die App auch im Huawei AppGallery anzubieten.

Downloadgröße: 15,86 MB

Die Bewertungen von Android-Usern fallen etwas schlechter aus, 4,6 von 5 bei 17.377 Rezensionen. Der Play Store gibt ja noch ein bisschen mehr Preis als der App Store. So wurde die Corona-Warn-App unter Android schon mehr als 1 Million mal heruntergeladen.

Corona Warn App | Vorsicht vor Betrügern

Vor allem unter Android ist nun auch Vorsicht geboten, denn es ist nicht auszuschließen dass es wieder einige Trittbrettfahrer gibt die den Hype um die Corona-Warn-App und die Unwissenheit mancher Nutzer ausnutzen werden. Die Corona-Warn-App wird aktuell nur im Apple App Store und im Google Play Store angeboten. Bitte keine dubiosen Quellen nutzen die einem anbieten die App zu installieren! Das Robert-Koch-Institut wird auch keine Mails verschicken mit der Bitte die App im Anhang zu installieren.

Autor :

Johannes Knapp ist deutscher Techblogger der ersten Stunde und Seitenbetreiber von NewGadgets.de. Bei Fragen, schickt mir einfach eine Email an info@newgadgets.de

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