Meelec M9 – In-Ears für den schmalen Geldbeutel

Am 5. Oktober 2010

Der Hersteller Meelectronics ist in den USA bekannt für seine Budget-Kopfhörer. Da das Unternehmen keinen offiziellen Vertrieb in Deutschland hat, haben wir uns über die Website www.meelec.com den vielfachen Preis-Leistungs-Sieger Meelec M9 bestellt und einem Leistungstest unterzogen.

Meelec M9

Meelec M9

Was als erstes auffällt, ist der großzügige Lieferumfang: Für grade einmal $ 29,99 plus $ 10 Versandkosten erhält man die robusten Kopfhörer mit (abnehmbaren) Shirtclip samt stabiler Kunstleder-Aufbewahrungsbox, Kabelaufwickler, Flugzeugadapter und insgesamt 5 verschiedene Eartips. Diese kommen in zwei verschiedenen Varianten: Die grauen sollen für balancierten Sound sorgen, während die schwarzen den Bass betonen.

M9 Lieferumfang

Lieferumfang

Technische Daten zum Kopfhörer:

  • Frequenzbereich: 20 Hz -20 kHz
  • Sensitivity: 95 dB
  • Impedanz: 16 Ω
  • Kabellänge: 1.4m
  • Anschluss: 3.5mm-Stecker im 45-Grad-Winkel
  • Schallwandler: 9mm Neodym-Magnet

Testverfahren

Wie schon beim letzten In-Ear-Test diente ein Ipod Touch 2G ohne Kopfhörerverstärker als Quelle, die Kopfhörer mussten sich wieder an selben vier Songs versuchen:

  • „Schwarz zu blau“ von Peter Fox fordert die Bassleistung
  • „Rebirth of Slick“ von den Digable Planets testet Basspräzision und Detailwiedergabe
  • „Familiar Feelings“ prüft die Stimm- und Gitarrenwiedergabe
  • „Enemy Within“ von SFA testet die Rock-Tauglichkeit und die Eignung für schlechtes Quellmaterial

Soundcheck

Peter Fox – Schwarz zu blau

Wums! Die Meelecs zeigen mit den schwarzen Aufsätzen von Anfang an massig Bass. In der Masse gehen die Details aber leider ein wenig unter. Der Bass ist insgesamt recht schwammig und lässt bisweilen Präzision in der Bassline vermissen, wenn man versucht einzelne Töne auszumachen. Auch sonst werden Details wie Geigen oder die Backgroundvocals ein wenig an den Rand gedrückt. Aber halb so wild! Als Gute-Laune-Kopfhörer erledigen die Meelecs ihren Job sehr ordentlich.

Digable Planets – Rebirth of Slick

Schon im Intro des Songs fällt auf, dass die räumliche Ortung von Effekten leider nicht zu den Stärken der M9 gehören. Wie schon bei Peter Fox überzeugt der Bass vor allem durch Quantität, aber nicht durch Qualität, was bei Jazzy Hip-Hop leider unangenehm auffällt. Auch die Wiedergabe der zahlreichen kleinen Details und Effekte des Songs offenbart wieder schnell die Leistungsgrenze. Die Stimmen der drei MCs klingen hingegen angenehm, realistisch und präsent.

Moloko – Familiar Feelings

Roisin Murphys Stimme geht in der Vielfalt an Geräuschen, Instrumenten und vor allem dem Bass-Sumpf von „Familiar Feelings“ ein wenig unter. Es fällt schwer, die verschiedenen Instrumente klar voneinander zu unterscheiden, wenn die gesamte Band gleichzeitig rockt. Vor allem die Hi-Hats und die Geigen klingen irgendwie unrealistisch und detailarm, aber durch die Wärme und den Wums vermitteln sie trotzdem Freude an der Mucke.

SFA – Enemy Within

Bei Enemy Within können die Meelecs richtig glänzen: Der starke Bass verleiht der ansonsten etwas schwachbrüstigen Aufnahme reichlich Power, die Gitarren erzeugen – wohl auch durch die gewisse Trägheit des Schallwandlers – ein ordentliches Brett. Gesang und Bassgitarre treten bei der Wiedergabe im Vergleich dazu deutlich in den Hintergrund. Aber es macht definitiv Spaß, Punkgeschrammel mit den M9 zu hören.

Fazit

Bassheads werden Spaß haben am Bumsbass, der zum Kopfnicken verleitet, analytische Hörer allerdings die Detailwiedergabe bemängeln. Die Meelec M9 sind sicherlich keine Highend-Kopfhörer: Präzision und Geschwindigkeit platzieren die In-Ears klar in der Einsteigerklasse. Aber das tut auch der sehr faire Preis. Als Fun-Ohrstecker für unterwegs, wenn Soundqualität zweitrangig ist oder als unempfindliche Kopfhörer zu PSP oder Nintendo DS leisten sie ganze Arbeit. Der großzügige Lieferumfang und die robuste Bauweise überraschen für ein Produkt dieser Preisklasse. Und das Design mit dem eleganten transparent-silbernen Kabel stünde sogar manchem weit teureren Kopfhörer gut zu Gesicht.

M9-Kabel

M9-Kabel

Und der Support ist wirklich fantastisch und schier unglaublich für den Preis. Da unser örtlicher Briefträger anscheinend entweder unfähig ist, Klingelschilder zu lesen oder selbst Bedarf an neuen Kopfhörern hatte, musste Meelec die Kopfhörer insgesamt dreimal – und schlußendlich mit Versandversicherung und Tracking – schicken, bis sie endlich beim Reviewer ankamen. Und das taten sie anstandslos, hielten dabei die ganze Zeit freundlichen, persönlichen Mailkontakt und haben bei dem ganzen Post-Debakel sicherlich letztlich einen deutlichen Verlust gemacht. So ein Kundenservice ist heutzutage absolut erstaunlich und muss an dieser Stelle noch einmal ausdrücklich gelobt werden!

Schade nur, dass Meelec in Deutschland keinen direkten Vertrieb hat, sonst wären sie eine klare Empfehlung als Alternative zu den üblichen Einstiegsmodellen wie Sennheiser CX300 oder Creative EP630. Auch so lohnt sich die Bestellung beim Hersteller in den USA, beim britischen Onlineshop www.advancedmp3players.co.uk oder dem niederländischen www.hifitogo.com alleine wegen des Zubehörs und der Verarbeitungsqualität. Zumal der tatsächliche Preis durch häufige Rabattcodes und Sonderaktionen auf www.meelec.com oft noch deutlich unter 30 Dollar liegt. Wir werden die Kopfhörer auf jeden Fall in den Rucksack packen als Backup- und Zocker-Paar oder wenn wir mal eine ordentliche Packung Bass brauchen.

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Ein Kommentar zu “Meelec M9 – In-Ears für den schmalen Geldbeutel”

  1. vintage sport coats and blazers sagte am 21.11.2013 um 02:58

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