Sony Cyber-shot DSC-HX1 Erfahrungsbericht

Am 21. Juli 2010

 

Digitale Spiegelreflexkameras erfreuen sich derzeit großer Beliebtheit, sind aber für den Urlaubsschnappschuss doch eher zu klobig und bieten meist für Amateure zuviele Profieinstellungen. Eine Bridgekamera wie die Sony Cyber-shot DSC-HX1 (kaufen) bietet hingegen einen guten Kompromiss für Hobbyfotografen, sie kosten meist nicht soviel, bieten einen enormen Zoom und gute Automatikmodi für den schnellen Urlaubsschnappschuss.

Um die Übersicht zu gewährleisten wurde der Erfahrungsbericht auf mehrere Seiten unterteilt. Ihr findet die Navigation jeweils am Ende des Textes.

Verpackung

Geliefert wird in einem stabilen Karton, die Kamera ist mit einem Schaumstofftuch und mit Kartoneinlagen vor Stößen und Remplern während dem Transport geschützt. Der Transport solcher Produkte ist zu 99,9% sicher. Sodass die Produkte eigentlich nie beschädigt ausgeliefert werden. Das Zubehör ist neben einem Trageriehmen, einer Linsenschutzdeckel nebst Halteschlaufe,  einem Multifunktionskabel (USB/Cinch) samt HDMI-Adapter und dem Akku samt Ladestation und Netzkabel eher zweckmäßig. Eine kleine Schutzhülle (kaufen) für die Kamera und ein HDMI-Kabel (kaufen) wären nett gewesen, waren aber als Inhalt nicht zu erwarten.

Kamera-Body/Verarbeitung

Der optische Ersteindruck der Sony DSC-HX1 ist positiv, man hält eine äußerst ansehnliche Kamera in der Hand, die mehr den Eindruck einer sehr kompakten Spiegelreflex hinterlässt. Das Gewicht ist trotz ihrer kompakten Bauweise ausreichend. Dadurch liegt die Kamera sehr gut in der Hand.Dank dem besonders großzügigen, mit Kunstleder bezogenen Handgriff rechter Hand hat man die HX1 in jeder Situation gut im Griff. Das Gehäusematerial wirkt nicht ganz so hochwertig wie die durchweg sehr gute Optik. Haptisch wirkt der Kunststoff ein bisschen billig, zudem ist beim Bedienen einiger Tasten ein hohles Geräusch vernehmbar. Auch sind die Druckpunkte einiger Tasten verbesserungswürdig.

Beim Testgerät ist der Stellhebel für den Zoom ein wenig wackelig in der Bedienung. Er ist nicht ganz leichtgängig und hakt ein minimal, scheint aber nicht der Normzustand bei der Sony HX1 zu sein, da das gleiche Modell beim Fachhändler um die Ecke einen besseren Hebel hatte. Dafür wirkt die Kamera jedoch kein bisschen klapprig, da alles wie aus einem Guss wirkt. Es knartzt nichts und der Kunststoffbody fühlt sich angenehm an. Der Objektivschutz ist edel, da aus poliertem Aluminium. Die Auflösung des Sucherdisplays ist allenfalls ausreichend, mit seinen rund 300.000 Bildpunkten lassen sich die fotografierten/gefilmten Werke jedoch nur oberflächlich überprüfen, für Details muss auf einen größeren Screen mit höherer Auflösung zugegriffen werden.

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Bedienung / Funktionen

Die verschiedenen Fotomodi werden über ein horizontal zu bedienendes Einstellrad ausgewählt. Die Bridgekamera bietet eine Vielzahl manueller Einstellmöglichkeiten. Es gibt mehrere halbmanuelle Modi mit Blendenwertpriorität oder mit Priorität auf die Verschlusszeit. Ausserdem gibt es den vollmanuellen Modus, in dem alle Werte von Bedeutung manuell einstellbar sind. Für den schnellen Schnappschuss werden zudem ein halbautomatischer und ein vollautomatischer Modus geboten, ausserdem ein vereinfachter Fotomodus mit abgespeckter Anzeige und nur den nötigsten Einstellungen. Fokusiert werden kann mittels Multi-AF, zentralem AF, manuell variierbarem Fokusbereich oder vollmanuell mit einstellbarer Vorwahlentfernung von nah bis unendlich. Im Scene-Modus kann aus einer großen Auswahl an Voreinstellungen jeweils die zur Situation Passende ausgewählt werden. Videos können in „Full HD“ mit bis zu 1440 x 1080 Bildpunkten aufgenommen werden.

Eine der hervorstechendsten Eigenschaften der HX1 ist ihr besonderer Panoramamodus. Damit ist es möglich ohne großen Bearbeitungsaufwand am PC ein ordentliches Panorama zu schaffen.Wird der Auslöser in diesem Modus betätigt und gehalten, muss nur noch eine horizontale 180°-Drehung ausgeführt werden (die Kamera zeigt an, wie schnell und wie weit gedreht werden muss). In dieser Zeit nimmt der Sensor ein bis zu 7 Megapixel breites Bild auf, der schnelle Prozessor rechnet die Daten noch in der Kamera zum fertigen Bild um. So gelingt in den meisten Fällen ein tolles Panorama. Bei Bewegungen im Motiv während der Aufnahme kommt es jedoch zu Bildstörungen, etwa Verzerrungen.Der Panoramamodus funktioniert also nur bei stillen Motiven. Ein weiterer Augenmerk verdient die unheimlich schnelle Serienbildfunktion, mit der es möglich ist bis zu 10 Bilder pro Sekunde aufzunehmen. Und das in voller 9 Megapixel Auflösung. Auf dem Gebiet der Bridgekameras ist dies einzigartig.

Erwähnenswert sind noch die Funktionen Antibewegungsunschärfe und Handgehalten bei Dämmerung, welche scharfe Fotos auch in Situationen ermöglichen, in denen miese Lichtverhältnisse herrschen oder man nur ohne Blitz fotografieren kann, z.B. Objekte hinter Glas (Körperwelten, Museum, Zoo). Auch sind hierbei ohne Stativ akzeptable bis gute Bilder machbar. Die HX1 wird als eine Superzoom-Bridge angegeben und mit ihrem 20-fachen optischen Zoom (plus digital bis zu 40fach) macht sie dieser Bezeichnung wahrlich alle Ehre. Dank dem grandiosen Bildstabilisator schafft man auch ohne Stativ bei vollem (optischen) Zoom verwacklungsarme Bilder.

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Bildqualität

Der Automatikmodus arbeitet schnell und präzise, wodurch es auch ohne große fotografische Kenntnisse möglich ist gute Bilder zu machen. Allerdings arbeitet der Auto-ISO in diesem Modus ein wenig zu beherzt, wodurch sich in dunklen Regionen oft deutliches Bildrauschen einschleicht. Auch wirkt der Weissabgleich gerade in Situationen mit starkem Tageslicht oftmals überbelichtet. Wer hier farbrealistischere Bilder machen will, sollte es sich zur Gewohnheit werden lassen, im M (für Manuell)-Modus zu fotografieren, da sich hier alle Parameter nach eigenen Vorlieben und der Situation angepasst einstellen lassen. Die Filme in Full HD sehen sehr atemberaubend aus auch wenn hier, entgegen der Werbung nicht in richtigem Full HD aufgenommen wird, sondern nur mit 1440 x 1080 Pixeln. Ist der Videomodus auf „fine“ eingestellt erhält man gestochenscharfe Filme.

Der Autofokus arbeitet zufriedenstellend schnell und präzise. Schaltet man beim Aufnehmen auf manuellen Fokus kann die Schärfe mittels Jog-Rad auf nahe oder ferne Objekte eingestellt werden. So lassen sich interessante Unschärfespielereien durchführen, wenn auch nicht so komfortabel wie mit einer digitalen Spiegelreflexkamera. Ausserdem ist das Drehen des Rads hinterher auf dem Videomateriel zu hören. Während der Videoaufnahme ist es nicht möglich, schnell zu zoomen. Der Zoom variiert hier nur mit geringer Geschwindigkeit, so sind später beim Anschauen des Films die Zoomgeräusche nicht zu hören.

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Fazit

Handliche, kompakte Bridgekamera mit riesigem Zoom und gutem Bildstabilisator. Dank umfangreicher Ausstattung und zahlreichen Extras wie der „Handgehalten bei Dämmerung“ oder „Antibewegungsunschärfe“-Funktionen sowie der vielen Möglichkeiten, manuell die Aufnahmeoptionen zu verändern ist die Kamera sowie für fortgeschrittene Hobbyfotografen als auch für Schnappschützen ideal geeignet. Als I-Tüpfelchen runden der geniale Panoramamodus und die blitzschnelle Serienbildfunktion das Gesamtbild ab.

Bei einem Preis von derzeit 370€ liegt man zwar preislich knapp unterhalb einer preiswerten Anfänger-DSLR wie der Canon EOS 1000D, aber wer Wert auf Videoaufnahmen, Panoramafunktion und gute Autofunktionen legt, der ist sicherlich mit einer Bridgekamera wie der Sony Cyber-shot DSC-HX1 besser bedient.

Bilder

Bilder und Videos der Sony HX1 folgen noch!

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Autor :

  • Timm

7 Responses to “Sony Cyber-shot DSC-HX1 Erfahrungsbericht”

  1. Sandro sagte am 21.07.2010 um 22:30

    Hast du ein Video von dem Panorama-Mode?

  2. Josef sagte am 21.07.2010 um 23:28

    Also da sag ich doch mal richtig DANKE. Da du jemand bist den man in Bezug auf Produktmeinungen vertrauen kann, wird das wohl meine nächste Kamera werden, wenn, tja wenn ich noch ein paar Bilder und Videos davon gesehen habe.

    Danke

    • Johannes sagte am 21.07.2010 um 23:46

      @Josef: Die Kamera ist cool, aber nur der Richtigkeit halber: Der Test ist von Timm, er testet für NewGadgets.de Kameras und Lautsprechersysteme. Er hatte auch vorher schon das Teufel Impaq 4000 getestet. Nächste Woche testet er die Samsung NX10, die erste Systemkamera mit Wechselobjektiven, vielleicht der nächste Schritt in Richtung DSLR 😉

      Bilder und Videomaterial folgen noch, ich muss das Material erst abholen, denn es ist zuviel zum Versenden (er hat leider nur DSL Lite und da macht es keinen Spass hunderte MB zu verschicken ^^).

  3. paycheck sagte am 22.07.2010 um 17:33

    Auf die Bilder bin ich gespannt 😉

  4. Johannes sagte am 24.07.2010 um 23:29
  5. […] Farbbrillanz daher und überzeugen durch eine gestochen scharfe Auflösung. Das Gehäuse erscheint hochwertig verarbeitet und wertig. Keine […]

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