Huawei Ascend P6 Testbericht

Am 13. Juli 2013 von
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Das Huawei Ascend P6 wurde als das dünnste Smartphone der Welt vorgestellt und bietet neben einem 4,7-Zoll Display eine gute Verarbeitung mit viel Aluminium. Wir haben es hier ausführlich getestet.

Lieferumfang

Die Verpackung wirkt elegant und man öffnet sie indem man den Schuber herauszieht, in dem auch gleich das Ascend P6 eingebettet ist. Ich habe mich für die weiße Version entschieden. Neben dem Smartphone gibt es auch ein bisschen Zubehör im Lieferumfang, so finden wir in kleinen Boxen voneinander getrennt das Headset, das USB-Kabel zum Aufladen und Synchronisieren samt dazugehörigem USB-Netzteil und in der letzten Box die Handbücher und, was mir positiv aufgefallen ist, ein Case für das Smartphone. Das heutzutage noch ein Case mit dem Gerät mitgeliefert wird ist ja schon eher selten. Früher konnte man das noch erwarten, aber die Hersteller haben sich in der letzten Zeit dagegen entschieden. Schön zu sehen das Huawei da noch an den Benutzer denkt, denn man möchte sein Smartphone ja gleich nach dem Auspacken schützen. Beim weißen Modell ist eine transparente Hülle dabei, beim schwarzen Modell ein schwarzes Case. Das Case selbst schützt das Smartphone von den Seiten und von hinten, gewährt ausserdem Zugriff zu den wichtigen Ports. Sim- und microSD-Kartenslot sind dabei aber vom Case versperrt, da man diese nicht so oft nutzt.

Huawei Ascend P6 Lieferumfang

Design / Verarbeitung

Die Verarbeitung des Huawei Ascend P6 hat mir schon zugesagt als ich es auf der Produktvorstellung in London das erste Mal in den Händen hielt. Huawei hat es hier geschafft eine schöne Mischung aus Kunststoff und Aluminium zu produzieren. Man muss aber auch sagen dass das Smartphone von der Seite definitiv dem Apple iPhone 4 / 4S / 5 ähnelt. Es wirkt auf den ersten Blick wie eine dünne Version des iPhone 5. Die Unterbrechungen des Aluminiumrahmens oben an der Seite machen es noch deutlicher. Wenn man aber über dieses Detail hinwegsehen kann (wenn es Apple kann, dann sicherlich auch der Nutzer), dann hält man ein Smartphone in der Hand das sich wirklich gut anfühlt und das man gerne in die Hand nimmt. Das Gefühl ist schwer zu beschreiben, es fühlt sich einfach gut an!

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Eine Besonderheit an dem Smartphone ist neben seiner guten Verarbeitung aber auch die Dicke. Laut Huawei ist es das dünnste Smartphone der Welt. Es ist nur 6,18mm dick! Mit dem integrierten Akku (2.000mAh) wiegt das Smartphone 120g.

Mir persönlich gefällt es aber nicht das die Unterseite abgerundet ist. Das erschwert dann leider ein abstellen auf der Kante. Das machen zwar nicht viele, aber ich habe beobachtet dass ich manchmal mein Smartphone doch gerne auf die Kante stelle, z.B. bei der Videotelefonie, wenn ich beide Hände frei haben muss. Hier wäre es doch besser gewesen Huawei hätte die Oberseite abgerundet, denn ich habe nichts gegen diese Abrundung, sie sieht sogar recht schick aus!

Huawei Ascend P6 - 6

Auf der rechten Seite befindet sich der Einschaltknopf, die Lautstärketasten, der microSIM- und der microSD-Kartenslot. Auf der abgerundeten Unterseite ist das Mikrofon verbaut und auf der Oberseite haben wir den microUSB-Port und ein zweites Mikrofon um die Gesprächsqualität zu verbessern. Auf der linken Seite befindet ich unten noch der Kopfhöreranschluss, der mit einem kleinen Pin vor Staub geschützt ist. Dieser Pin ist relativ leicht zu entfernen, fällt aber nicht selbstständig raus. Sehr praktisch: Er geht vorne spitz zu und ermöglicht es euch so auch unterwegs immer auf den SIM- und den microSD-Kartenslot zuzugreifen ohne immer eine Büroklammer mitschleppen zu müssen oder nach einer zu fragen. Dies ist mir auf mehreren Reisen schon passiert und deshalb finde ich es schön dass hier ein Unternehmen endlich einmal mitgedacht hat!

Display

Das Huawei Ascend P6 setzt auf ein 4,7-Zoll In-Cell Display welches mit einer Auflösung von 1280 x 720 Pixel ausgestattet ist. Zwar hätte man sich hier ein Full HD Display wünschen können, wie es beispielsweise Mitbewerber HTC in seinem HTC One verbaut, aber eine 720p-Auflösung ist immer noch schön anzusehen. Dazu kommt auch der Kostenfaktor, Huawei hat hier natürlich versucht den Preis niedrig zu halten, ein Full HD Display hätte mehr gekostet.

Bei maximaler Helligkeit muss es den Vergleich mit dem Apple iPhone 5 oder dem Samsung Galaxy S4 nicht scheuen. Die Farben werden auch schön leuchtend dargestellt.

Hardware / Leistung

Als einer der wenigen Smartphonehersteller kann Huawei hier auf einen firmeneigenen Prozessor zugreifen. Die Tochter HiSilicon stellt den K3V2E Quad-Core Prozessor her der im Ascend P6 verbaut wurde. Der mobile Prozessor taktet mit 1,5 Gigahertz. Um diesen mal mit anderen Prozessoren zu vergleichen habe ich natürlich auch in diesem Testbericht wieder den beliebten und kostenlosen Benchmark AnTuTu gewählt, dazu bekommt ihr noch ein Ergebnis von Quadrant, ebenfalls kostenlos im Google Play Store verfügar, so könnt ihr ungefähr sehen wo das Smartphone leistungstechnisch angesiedelt ist. Ich habe ShadowGun installiert, ein Spiel dass den Prozessor und den Grafikchip fordert und wurde da leider etwas enttäuscht, denn es lief nicht so flüssig wie erwartet. Es war aber gerade noch spielbar. Mit Spielen die nicht so leistungshungrig sind hatte ich allerdings keine Probleme. Wer auf 3D Spiele aber nicht verzichten kann, der muss leider zu einem High-End-Smartphone greifen.

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Dem Prozessor stehen 2 Gigabyte Arbeitsspeicher zur Verfügung, für eure Anwendungen und Spiele gibt es 8 Gigabyte internen Speicher. Dem Benutzer stehen beim Start aber nur noch etwas mehr als 4 Gigabyte zur Verfügung. Deshalb ist es schön dass Huawei hier einen microSD-Kartenleser anbietet. Also einfach eine 64 GB microSD-Karte einstecken und schon hat man genügend Speicher für unterwegs!

Von der Konnektivität hat Huawei hier Bluetooth 3.0, WLAN 802.11 b/g/n und USB 2.0. Ausserdem verfügt das Huawei Ascend P6 nicht über LTE! Damit kann ich ehrlich gesagt wunderbar leben, denn ich brauche derzeit noch kein LTE. Abgesehen davon dass es einfach noch recht teuer ist, bin ich mit 3G / HSDPA noch sehr zufrieden, vor allem beim Smartphone. Ich hätte mir hier aber von Huawei eher Bluetooth 4.0 gewünscht. Wer oft und gerne NFC einsetzt, den muss ich hier leider auch enttäuschen, es ist nicht vorhanden. Aber auch hier habe ich persönlich kein Problem, denn ich nutze NFC kaum bis gar nicht. GPS und GLONASS als Ortungssysteme verstehen sich heutzutage ja auch schon von selbst.

Der integrierte Akku, der auch nicht austauschbar ist (zumindest nicht vom Benutzer) hat eine Kapazität von 2.000 mAh und brachte mich gut über den Tag. Wie bei jedem anderen Smartphone aber auch kann ich hier den Akku auch ein bisschen schneller leersaugen, vor allem wenn ich über einen längeren Zeitraum filme oder ein grafiklastiges Spiel ala ShadowGun zocke.

Kamera

Das Ascend P6 bietet auf der Rückseite eine 8-Megapixel Kamera, die Fotos mit einer Auflösung von bis zu 3264 x 2448 Pixel und Videos in 1080p erlaubt. Auf der Rückseite finden wir ebenfalls einen LED-Blitz.

Huawei Ascend P6 - 3

Huawei bietet in der Kamera-App verschiedene Modi um das Bildergebnis zu verbessern, so gibt es mit der Einstellung Intelligent einen Auto-Modus, der für euch die besten Einstellungen vornimmt. Der HDR-Modus darf natürlich auch nicht fehlen, hier habe ich für euch auch ein Beispiel eingefügt der zeigt wie der HDR-Modus hier arbeitet. Der Panoramamodus bietet dem Benutzer eine schöne Anleitung wie man das Smartphone bewegen muss, es ist ein Ring und ein Kreis vorhanden, der Kreis bewegt sich immer weiter nach rechts und man muss einfach mit dem Ring um den Kreis und schon wird automatisch das Bild gemacht. Man kann die Panorama-Aufnahme dann auch jederzeit stoppen um das Bild zu finalisieren. Natürlich dürfen auch Effekte nicht fehlen und so finden wir hier vorgefertigte Filter, die das Bild verändern. Es stehen die üblichen Verdächtigen bereit, wie Sepia, Schwarz-Weiß und Negativ. Ich bin aber eher der Meinung dass man sein Bild einfach immer normal aufnehmen sollte und es dann lieber nachträglich mit einer App oder am PC bearbeitet, denn so hat man immer noch das Originalbild. Mit dem Modus Verschönern hat Huawei auch ein nettes Gimmick eingebaut, denn hier werden Gesichter verbessert, indem ein Weichzeichner über die Haut gelegt wird. So verschwinden kleine Falten und man wirkt hübscher. Man kann die Intensität von 0-10 wählen, bei 10 sieht man dann allerdings meistens aus wie eine Porzellanpuppe.

Positiv bei der Kamera ist mir auch die Fähigkeit aufgefallen tolle Makroaufnahmen zu machen, denn man kann wirklich schön nah an ein Objekt herangehen, so gelingen Aufnahmen von Blumen, Insekten oder allem was man groß auf das Bild bekommen kann wirklich sehr gut. In den Beispielbildern könnt ihr z.B. ein Bild sehen bei dem ich Blumen, Münzen und SD-Karten fotografiert habe, diese sind einfach superscharf geworden! Man kann hier bis auf ca. 4cm an das Objekt herangehen.

Auf der Vorderseite oben rechts befindet sich die Frontkamera die 5-Megapixel aufweist, deutlich mehr als bei den meisten anderen Smartphones, denn meistens sind es 1-2-Megapixel die vorne verbaut sind. Die Frontkamera bietet aber dennoch keinen Autofokus und leider nur eine 720p Videoaufnahme, 1080p wäre hier wünschenswert gewesen wenn man schon so eine hochauflösende Frontkamera verbaut.

Ich war für euch unterwegs und habe Bilder und Videos mit dem P6 gemacht, die ich auch gleich hier unbearbeitet hochgeladen habe, damit ihr euch selbst von der Qualität überzeugen könnt.

Beispielvideo vom Wald

Beispielvideo von der Autobahn

Software

Das Phone kommt mit Android 4.2.2 und Huawei packt zusätzlich noch seine eigene Benutzeroberfläche EmotionUI über Android. Bei der Benutzeroberfläche von Huawei gibt es übrigens auch keine Trennung von Homescreen und App-Menü. Widgets und Apps befinden sich alle auf einer Ebene. Beim ersten Start des Smartphones hat man 4 Homescreens, zwei Seiten Widgets und zwei Seiten Apps. Es sind auch schon Apps vorinstalliert, so findet ihr hier die beiden Spiele Riptide GP und Fruit Ninja und die Anwendungen Polaris Office 4.0, Dropbox, Google Earth, Flipboard und ChatON.

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Da ich nur wenige Widgets benötige (meist nur zwei Seiten), habe ich so 7 Seiten für Apps. Auf eine Seite passen 16 Apps und Ordner kann man natürlich auch erstellen, man sollte also keine Platzprobleme bekommen. Ich finde diese Lösung übrigens auch besser als vom Homescreen immer wieder in die App-Auswahl gehen zu müssen wie es bei anderen Herstellern der Fall ist.

Wenn ihr im Homescreen die Finger auf dem Display zusammenführt, kommt ihr zu der Übersicht der einzelnen Seiten, wo ihr Seiten hinzufügen bzw. löschen könnt. Ausserdem könnt ihr hier auch noch definieren welche Seite angezeigt wird sobald der Homebutton gedrückt wird. Ich habe es so eingestellt dass die ersten zwei Seiten mit Widgets belegt sind und ich mit dem Homebutton zur Seite 3 gelange, wo meine Apps beginnen.

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Mit der EmotionUI kommen auch noch einige Apps von Huawei, so befinden sich im Ordner Werkzeuge Apps für das Wetter, eine Taschenlampe und ein Videobearbeitungsprogramm. Und mit der mitgelieferten App Design kann man das Erscheinungsbild verändern. Huawei bietet hier zahlreiche Themes an, mitgeliefert und bereits installiert sind hier bereits 5. So kann der Benutzer sein Smartphone einfach individualisieren.

Galerie

Hands On Video

Bevor ich hier mein Unboxing und Hands On zum Huawei Ascend P6 veröffentliche findet ihr hier mein Hands On Video von der Produktvorstellung des Smartphones. Dort zeige ich es von allen Seiten und gehe auch auf einige Softwarefeatures ein.

Fazit

Kommen wir nun also zum Fazit des Huawei Ascend P6. Meiner Meinung nach kann es vor allem durch die Optik und Haptik überzeugen. Das Smartphone liegt trotz seiner Größe (immerhin ein 4,7-Zoll Display) noch gut in der Hand, vor allem durch sein schlankes Erscheinungsbild kann es richtig punkten. 6,18 mm fühlen sich einfach toll an, dies dann noch gepaart mit Aluminium und wenig Kunststoff sind eine tolle Kombination. Von der Leistung her kommt es zwar nicht an die aktuellen High-End Modelle wie das Samsung Galaxy S4 oder das HTC One heran, bietet aber für den Alltag dank des hauseigenen Quad-Core Prozessors genug Leistung für alle Anwendungen und für die meisten Spiele. Grafiklastige Spiele bereiten dem Ascend P6 dann doch schon so einige Kopfschmerzen, wer sich aber mit Casual Games zufriedengibt, der sollte keine Probleme haben. Ich muss sagen dass es nach einer Zeit recht warm wird wenn man es fordert, aber das ist eigentlich normal und das Gefühl wird durch das Aluminium, das ja ein guter Wärmeleiter ist, noch einmal verstärkt. Keine Sorge, es wird nicht unangenehm warm! Beim Telefonieren hat mein Gesprächspartner keinerlei Auffälligkeiten feststellen können, wir haben uns beide bei einem Gespräch das 5 Minuten ging wunderbar verstanden.

Es müssen zwar einige Abstriche gemacht werden, so gibt es kein LTE, kein NFC und die Displayauflösung beträgt „nur“ 720p, dafür bekommt man das Smartphone aber zu einem guten Preis. Ich habe mit dem Huawei Ascend P6 auch mein aktuelles Android-Smartphone gefunden, denn es hat alles was ich brauche und gefällt mit optisch und haptisch in der weißen Version einfach richtig gut! Man darf vom Ascend P6 einfach nicht erwarten dass es mit den High-End-Smartphones mithalten kann, denn es ist keines! Es ist ein gutes Mittelklasse-Smartphone!

Kaufen

Das Huawei Ascend P6 ist bereits in Deutschland erhältlich, die UVP beträgt 449€, aber die meisten Shops bieten das Smartphone bereits für ca. 399€ an. Ich würde mich sehr freuen wenn ihr bei Interesse über einen der folgenden Links einkaufen könntet, denn damit unterstützt ihr mich in meiner Arbeit!

 

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Autor :

Johannes Knapp ist deutscher Techblogger der ersten Stunde und Seitenbetreiber von NewGadgets.de. Bei Fragen, schickt mir einfach eine Email an info@newgadgets.de

4 Responses to “Huawei Ascend P6 Testbericht”

  1. Sebastian Merzinger sagte am 14.07.2013 um 01:22

    Gefällt mir auch sehr gut, aber lieber schwarz. Meine Freundin hat sich gefreut dass es das auch in pink gibt.

  2. Xray sagte am 14.07.2013 um 12:08

    Hat alles was ich brauche, aber mein Vertrag dauert noch an.

  3. Benny sagte am 14.07.2013 um 23:53

    Schöner Testbericht!

    PS. Johannes dein iPhone sieht ja ganz schön mitgenommen aus.

    • Johannes sagte am 15.07.2013 um 01:14

      Ja, mein iPhone ist immer und überall dabei 🙂 Darum hat es auch schon so einige „Gebrauchsspuren“

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