Mercedes-Benz S 500 Plug-In Hybrid Fahrbericht

Am 15. Oktober 2014 von
singleimage

Wir hatten die Möglichkeit den neuen Mercedes-Benz S 500 Plug-In Hybrid zu testen. In unserem Fahrbericht gibt es unseren ersten Eindruck und eine Vorstellung der Besonderheiten des Wagens.

Wenn man an einen Mercedes-Benz S 500 denkt, dann denkt man an einen V8 mit einer beachtlichen Leistung und einem dazugehörigen hohen Spritverbrauch. Der S 500 Plug-In Hybrid soll dem Fahrer aber Leistung und Sparsamkeit bieten, je nachdem was gerade gewünscht ist. Dank der Implementierung intelligenter Systeme kann der Wagen vorausschauend unterwegs sein und durch das Zusammenspiel von Verbrennungs- und Elektromotor den Verbrauch auf bis zu 2,8 Liter / 100 Kilometer senken.

Das steckt unter der Haube

S500 PLUG-IN HYBRID, Kopenhagen 2014

Der S 500 Plug-In Hybrid verfügt über einen Verbrennungsmotor mit einer Leistung von 245 kW / 333 PS und über einen Elektromotor mit 85 kW / 116 PS. Damit ist er auch flott aufgestellt und schafft die 0 – 100 km/h in 5,2 Sekunden, ein sehr ordentlicher Wert! Das schöne ist dass bis zu einer Geschwindigkeit von 140 km/h rein elektrisch gefahren werden kann, eine Geschwindigkeit mit der man auch auf der Autobahn gut unterwegs ist und ich behaupte mal frech dass der Durchschnittsbürger meist auch nur so schnell auf der Autobahn unterwegs ist. Wer schneller fahren will, kein Problem, dann schaltet sich der Verbrennungsmotor ein und es geht bis 250 km/h, danach wird nämlich (leider) elektronisch abgeregelt.

S 500 Plug-In Hybrid - Motoren

Flüsterleise unterwegs mit einem 2 Tonner

Für mich ist es immer wieder ein Erlebnis mit einem elektrisch angetriebenen Auto unterwegs zu sein. Man fährt durch die Gegend, hat aber kein Motorgeräusch und hört eigentlich nur den Fahrtwind und die Abrollgeräusche der Reifen. Wer schon einmal mit einem Elektroauto unterwegs war, der weiß natürlich was ich meine. Es ist immer wieder lustig in der verkehrsberuhigten Zone mit solch einem Wagen unterwegs zu sein und sich an Fußgänger „anzuschleichen“, die dann immer erst im letzten Augenblick merken dass ein Auto an ihnen vorbeifährt, so leise ist man. Bedenkt man dann auch noch dass die S-Klasse über 2 Tonnen wiegt ist das schon wirklich beeindruckend. Wenn man dann aber mal fester auf das Gaspedal tritt und der Motor anspringt, dann geht auch die Post ab. Auf der Autobahn ist man dann, wie es sich für einen S 500 gehört, auf der linken Spur zuhause.

Es gibt vier Betriebsmodi die man einstellen kann. HYBRID, E-MODE, E-SAVE und CHARGE. Im Modus HYBRID entscheidet das System wann es sinnvoll ist den Elektromotor oder den Verbrennungsmotor einzusetzen. Im E-MODE kann man rein elektrisch unterwegs sein, wenn man das Gaspedal nicht über den voreingestellten Druckpunkt bringt. E-SAVE sorgt dafür dass das System den aktuellen Ladestand der Batterie beibehält, während CHARGE die Batterie über das rekuperative Bremssystem lädt.

S500 PLUG-IN HYBRID, Kopenhagen 2014

Neben den vier Betriebsmodi gibt es auch noch drei Fahrprogramme, Sport (S), Economy (E) und Economy+ (E+). Im Fahrprogramm S holt man alles aus dem Wagen raus. Das Fahrprogramm E aktiviert unter anderem die Start-Stopp-Funktion und ermöglicht ökonomisches Fahren. Im Fahrprogramm E+ werden alle verbauten Technologien eingesetzt um die höchstmögliche ökonomische Effizienz zu erzielen. Dies wird unter anderem mit dem radargestützen rekuperativen Bremssystem erreicht, das dem Fahrer mittels haptischem Gaspedal durch Doppelimpuls signalisiert wann der Fuß vom Gas genommen werden kann um Energie zu sparen.

Definitiv ein richtiger Schritt dass das Auto den Fahrer dezent mit einem Klopfen auf dem Gaspedal darauf aufmerksam macht dass man Energie sparen kann. Danach kann der Fahrer selbst entscheiden ob er dies tun möchte oder nicht. So stelle ich mir ein smartes Auto vor.

Die Batterie kann stationär oder unterwegs aufgeladen werden, dafür befindet sich auf der Rückseite des Wagens eine Klappe, dort kann dann das Kabel eingesteckt werden. Aber auch über induktives Laden machen sich die Jungs und Mädels von Mercedes-Benz Gedanken. Auf der Veranstaltung gab es schon einen ersten Blick auf eine mobile Ladestation die vielleicht auf den Markt kommen könnte. Diese wird beispielsweise in der Garage auf dem Boden angebracht und mit dem Stromnetz verbunden. Derzeit stellen sich die Entwickler den Vorgang so vor: Der Fahrer fährt in die Garage, im Infotainment wird angezeigt wo sich die Ladestation befindet und man bekommt signalisiert wann man sich genau darunter befindet. Danach schaltet man den Wagen ab und schon wird aufgeladen. Viele kennen induktives Laden ja bereits von Smartphones, dort wird die Technologie schon seit einiger Zeit eingesetzt.

Aufladen

Ideal ist es natürlich wenn man im Stop-and-Go-Verkehr der Städte rein elektrisch unterwegs ist, dann auf der Autobahn den Verbrennungsmotor nutzt und zeitgleich die Batterie wieder auflädt um dann in der nächsten Stadt wieder rein elektrisch zu fahren. Sicher auch gut für die Luft in den Städten wenn vermehrt auf solch ein Konzept gesetzt würde.

S 500 oder S 500 Plug-In Hybrid?

Wo liegt nun der Unterschied zwischen dem Mercedes-Benz S 500 und dem Mercedes-Benz S 500 Plug-In Hybrid? Während der S 500 Plug-In Hybrid neben dem Elektromotor über einen V6 verfügt und insgesamt auf 442 PS Systemleistung kommt, leistet der normale S 500 mit seinem 4,7 Liter V8 455 PS. Der Plug-In Hybrid muss sich in Sachen Leistung also nicht vor seinem Brüderchen verstecken, auch wenn der reine Benziner natürlich ein wenig stärker unterwegs ist und die 0 – 100 km/h in 4,8 Sekunden schafft.

S500 PLUG-IN HYBRID, Kopenhagen 2014

Wenn man Hybrid hört, dann denkt man natürlich auch gleich wieder dass es gleich mal einen Aufschlag gibt, immerhin tut man ja was für die Umwelt (ein Ökoticket bei der Bahn kostet schließlich auch mehr als ein normales). Eine erfreuliche Nachricht, hier kostet der Hybrid nicht mehr, mit 108.944,50€ Basispreis kosten S 500 Plug-In Hybrid und S 500 genau das gleiche!

Die verbaute Batterie reicht für mehr als 30 Kilometer rein elektrisches Fahren, in dieser Zeit ist man emissionsfrei unterwegs, was den kombinierten Kraftstoffverbrauch natürlich ganz schön nach unten drückt wenn man seinen Gasfuß unter Kontrolle hat. Mercedes gibt hier 2,8 Liter auf 100 Kilometer an.

Für wen lohnt sich solch ein Auto?

Wer beispielsweise einen Arbeitsweg von 20 Kilometern hat, der kann theoretisch jeden Tag rein elektrisch mit seinem S 500 Plug-In Hybrid zur Arbeit fahren. Aufgeladen wird dann bequem zuhause und auf der Arbeit. Das schont die Umwelt und wer dann doch mal in Versuchung gerät und auf der Autobahn voll aufs Gaspedal treten möchte, der kann das ebenfalls tun und hat seinen Spass mit dem „grünen“ S 500.

S500 PLUG-IN HYBRID, Kopenhagen 2014

In unserem Video gibt es noch ein paar Impressionen vom luxuriösen und gemütlichen Innenraum des Mercedes-Benz S 500 Plug-In Hybrid, die Vorstellung des induktiven Ladens und was es mit dem Doppelimpuls des Gaspedals auf sich hat. Einfach mal reinschauen!

Autor :

Johannes Knapp ist deutscher Techblogger der ersten Stunde und Seitenbetreiber von NewGadgets.de. Bei Fragen, schickt mir einfach eine Email an info@newgadgets.de

Schreibe einen Kommentar