Testbericht: Kingston HyperX Cloud II Gaming Headset

Am 15. Februar 2015 von
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Speicherhersteller Kingston bringt mit dem HyperX Cloud II den Nachfolger seines erfolgreichen, ersten Gaming-Headsets auf den Markt, das mit einer guten Kompatibilität, virtuellem 7.1-Surround-Sound und einer USB-Steuerbox von sich überzeugen soll, die Bedienkomfort und Mikrofoneigenschaften verbessert. Ob Kingston mit seinen Headsets genauso überzeugen kann wie mit seinen Speichermedien und was das Headset sonst noch so auf dem Kasten hat, erfahrt ihr im folgenden Testbericht.

Beim HyperX Cloud II handelt es sich um ein ohrumschließendes, kabelgebundenes Gaming-Headset, das gerade erst frisch auf dem Markt erschienen ist und mit PC, Mac, PS4, XBOX One und mobilen Geräten kompatibel ist. Das Cloud II ist in den Farben Gun Metal (schwarz) & Rot erhältlich. Laut Datenblatt ist zwar noch eine pinke Variante erhältlich, doch aufgetaucht ist diese zumindest auf dem deutschen Markt bisher noch nicht.

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Lieferumfang

Im Lieferumfang unseres Testmodells in der Farbvariante „Gun Metal“ befindet sich neben dem Headset an sich ein Mikrofonarm, ein Paar Ersatzohrpolster mit alternativem Velours-Überzug, ein USB-Kabel mit integrierter Audio-Steuerbox, ein Flugzeugadapter und passend für unterwegs eine Netztasche mit 2 getrennten Fächern. Quick-Start-Guide sind dabei oder können online auf der offiziellen Produktseite abgerufen werden.

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Optik & Verarbeitung

Das an sich 288 Gramm leichte Headset, das dank abnehmbarem Mikrofonarm und fest angebrachtem Kabel auf ein Gesamtgewicht von 316 Gramm kommt, hinterlässt einen wirklich soliden Ersteindruck. Die eher schlichte, schwarze Farbgebung wird durch kleine aber feine silberne Akzente wie den Ecknähten am Kopfbügel, den Alu-Halterungen und den Logos an den Hörmuscheln optisch ein wenig aufgepeppt. Zwar erscheint die Hörmuschel-Halterungen aus Aluminium im ersten Moment etwas wackelig, doch das Spiel ist eher dem Tragekomfort zuzuschreiben und somit normal. Sowohl Kopfbügel als auch Ohrpolster sind mit Kunstleder überzogen und mit Memoryschaum gepolstert. Ein weiteres schönes Detail findet sich am Kopfbügel wieder, in den der HyperX Schriftzug in schwarz eingestickt wurde.

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Das Hörmuschel-Gehäuse besteht zur Mitte hin aus schwarzem, gebürstetem Aluminium, umrandet von einer schwarz gummierten Oberfläche, die etwas leicht verschmiert und schwierig sauberzuhalten ist. Das Audiokabel ist fest mit der linken Hörmuschel verankert, also auch nicht austauschbar, mit Stoff ummantelt und läuft nach einem Meter in einem vergoldeten, 4-poligen 3,5mm Klinkenstecker aus. Zwar sind die Seitenbezeichnungen einen Ticken zu dezent platziert, doch wenn man sich merkt, dass das Audiokabel aus der linken Seite heraus schaut, oder die Verbindungskabel zwischen Bügel und Hörmuschel immer nach hinten weg zeigen, ist schnell klar, wie das Headset aufzusetzen ist.

Das 2 Meter lange USB-Kabel, ebenfalls von Stoff umschlungen, endet zur einen Seite hin in einem vergoldeten USB 2.0 Anschluss, zum anderen Seite hin mit der Steuerbox, dem Steuerelement des Headsets. Dieses ist aus Plastik gefertigt und besitzt daher eine etwas billige Haptik, die in dieser Preisklasse allerdings keinen Beinbruch darstellt und normal ist. Funktionell gesehen ergeben sich dadurch ja keine Nachteile. Die Lautstärketasten, vor allem die Unteren, kommen in der Bedienung etwas schwergängig daher.

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Der Mikrofonarm ist flexibel misst ca. 12cm, besitzt einen Kondensator und wird an der linken Hörmuschel an einem Port angesteckt, der sich direkt neben dem Audiokabel-Eingang unter einer kleinen Abdeckung versteckt. Die im Lieferumfang enthaltenen Ersatz-Ohrpolster mit Velours-Überzug ändern natürlich nichts am Sound oder der Abschirmung sondern dienen lediglich als Alternative zum etwas wärmestauenden Kunstleder oder eben als Ersatz, falls dieses irgendwann mal kaputt gehen sollte. Die Netztasche macht ebenfalls einen guten Eindruck und bietet ein großes, schnürbares Fach zur Unterbringung des Headsets und ein kleineres Fach an der Vorderseite, in dem sich da Zubehör bequem unterbringen lässt. Ist man mal mit dem Flugzeug unterwegs und möchte nicht auf guten Sound verzichten, findet der beigelegte Flugzeugadapter Verwendung.

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Technik

Die Hörmuscheln sind in geschlossener Bauweise ausgeführt und somit zwar nicht sonderlich atmungsaktiv (was in gut temperierten Zockerhöhlen kein Problem darstellen dürfte), gewährleisten jedoch eine gute Abschirmung gegen Umgebungsgeräusche. Im Inneren des Headsets sorgen 53mm große Treiber mit Neodym-Magneten für den passenden Sound, die in einem Frequenzbereich von 15-25.000Hz, mit einer Impedanz von 60 Ohm pro System und einem Schalldruckpegel von ca. 98dB agieren.

Die Audio-Steuerbox besitzt eine integrierte DSP-Soundkarte (Digital Signal Processor) und sorgt an PC & Mac dafür, dass genau der Sound am Kopfhörer ankommt, der für das Headset vorgesehen ist. Außerdem unterstützt sie das Mikrofon mit Hallunterdrückung und automatischer Pegelsteuerung, die die Stimme verstärkt, wenn’s im Spiel mal lauter zur Sache geht. Zusätzlich verfügt das Mikrofon über Rauschunterdrückung, was der Sprachqualität sehr zugutekommt. Das Cloud II Headset ist TeamSpeak zertifiziert und kompatibel mit weiterer Kommunikations-Software wie Skype, Ventrilo, Mumble & Raidcall.

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Handhabung

Kompatibilität wird beim HyperX Cloud II groß geschrieben, daher ist das Headset sowohl mit PC/Mac als auch den aktuellen Spielkonsolen PlayStation 4, Xbox One und mobilen Geräten wie Smartphones & Tablets kompatibel. Die Handhabung leidet jedenfalls nicht darunter, denn der Anschluss ist denkbar einfach. An PC/Mac erfolgt dieser mit Hilfe des USB-Steuerbox-Kabels, das bspw. zwischen PC & Headset eingebunden wird. Bei PS4 und Xbox One (bei dieser nur mit separat erhältlichem Audioadapter) wird der Klinkenstecker einfach in den Controller gesteckt und bei Smartphones & Co wird wie üblich der Kopfhörer-Port verwendet.

Die Steuerbox findet ausschließlich bei der Nutzung an PC/Mac Verwendung und wurde an einem Windows 7 PC problemlos erkannt. An Konsolen funktioniert das Headset zwar auch per USB, doch auf Eingabebefehle reagiert die Steuerbox nicht, wobei wir auch schon beim größten Manko wären. Denn für Konsoleros fallen nicht nur sämtliche Bedienelemente der Steuerbox weg, sondern auch die entsprechenden Mikrofon-Verbesserungen. Beides Elemente, die auch an der Konsole nicht fehlen dürfen, denn hier bleibt einem nichts anderes übrig, als die Lautstärke über die konsolen-interne Software zu verändern und die Stummschaltfunktion fällt komplett weg, was ein ziemliches No-Go und keinesfalls benutzerfreundlich ist. Nebenbei bemerkt wären die insgesamt 3 Meter Kabellänge (1m Headset-Kabel + 2m Steuerbox-USB-Kabel) in vielen Zockerhöhlen sowieso äußerst knapp bemessen.

Über diese Steuerbox, die dank Clip auch einfach an der Kleidung befestigt werden kann, lassen sich getrennt voneinander die Lautstärken für Headset- und Mikrofon regeln. Über einen Schalter an der Seite kann das Mikrofon stummgeschaltet werden, die 7.1 Taste inmitten der Lautstärketasten aktiviert den Surround-Sound und leuchtet dabei genauso wie der HyperX Schriftzug am unteren Rand rot auf.

 

Tragekomfort

Dank Polsterungen aus Memoryschaum und Kunstleder-Überzug an Kopfbügel und Hörmuscheln bietet das Headset einen angenehmen Tragekomfort. Aufgrund der geschlossenen Gehäuseform wird den Ohren zwar keine große Möglichkeit zum Atmen geboten, doch in den meisten Fällen dürfte das zu keinen Problemen führen. Das Headset wird mit einem angenehmen Anpressdruck von 5 Newton an den Kopf gedrückt. Die Aluminiumbügel lassen sich um bis zu 35mm gerastert ausziehen und wie üblich sind die Hörmuscheln neigbar und passen sich dem Kopf gut an.

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Klangqualität

Bereits nach den ersten paar Minuten konnte das Headset von sich überzeugen und lieferte eine wirklich gute, atmosphärische Geräuschkulisse ab. Allerdings hätte dem Headset ein kleiner Feinschliff an Brillanz gut getan, denn die Höhen sind zwar durchaus ausreichend vorhanden, klingen jedoch nicht so klar, wie sie könnten. Während dem Zocken an sich auf der PlayStation 4 fiel das zwar nur bei etwas genauerem Hinhören auf, dafür umso mehr während der Kommunikation mit anderen Spielern, deren Stimmen etwas dumpf rüberkam. Auch im direkten Vergleich mit dem Audio-Technica ATH-AG1 wurde klar, dass an Höhen noch etwas mehr drin sein könnte. Der Bass hingegen schnitt im Vergleich zum eher audiophil-ausgelegten Headset von Audio-Technica besser ab und konnte deutlich mehr Präsenz zeigen, ohne auch nur ansatzweise überbetont, sondern schön neutral zu wirken. Auch die Mitten waren gut abgemischt und konnten eine klare, differenzierte Klangkulisse erzeugen, die gerade in Bezug auf den Kaufpreis als durchaus gelungen zu bezeichnen ist. Der virtuelle 7.1 Surround-Sound weiß zu gefallen und ist im Vergleich zum Stereo-Sound im allgemeinen eine durchaus runde Sache und eine tolle Alternative, die einen nicht nur besser ins Spiel abtauchen lässt, sondern auch eine genauere Ortung von Gegnern ermöglicht. Klangtechnisch gesehen ist er sogar gut unterwegs für das Hören von Musik geeignet und dank abnehmbarem Mikrofon problemlos als normaler Audio-Kopfhörer einsetzbar.

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Die Rauschunterdrückung des Mikrofons arbeitet gut, sodass wirklich nur die Stimme zu hören ist und sowohl Hallunterdrückung als auch die automatische Pegelsteuerung funktionieren, wie sie sollen. Allerdings nur am PC, da bei der Nutzung an Konsolen die Steuerbox und somit auch Hallunterdrückung und Pegelsteuerung wegfallen. Gerade letzteres ist ein Punkt, der beim Zocken mit der Konsole ein wenig fehlt, wenn das gesamte Audio übers Headset wiedergegeben wird. Größtenteils waren die Teamkollegen klar verständlich, doch wenn‘s im Spiel wirklich laut wurde, überlagerten sich Spiel- und Chatsound einfach zu sehr, was die Kommunikation untereinander etwas schwierig gestaltete. Das Wegfallen der Steuerbox an Konsolen schränkt also nicht nur den Bedienkomfort ein, sondern wirkt sich in gewissem Maße auch auf die Audioqualität aus.

Getestet wurde das Headset sowohl (größtenteils) über Sony’s PlayStation 4 (Audioformat: „Bitstream DTS“) mit dem Action-Online-Shooter „Destiny“, an dem aufgrund seiner lebendigen Geräuschkulisse die Surround-Effekte prima ausgetestet werden konnten, als auch an einem Windows7 Desktop-PC anhand der Battlefield- & Metro Reihe. Außerdem war ich einen Tag mobil unterwegs, um auch mal einen Eindruck von den musikalischen Vorzügen zu bekommen.

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Fazit

Grundsätzlich präsentiert sich das gerade frisch am Markt erschienene Kingston HyperX Cloud II als solides Gaming-Headset, das für einen Kaufpreis von 99,99€ (Stand: 10.02.2015 bei amazon.de) erworben werden kann. Der Lieferumfang ist großzügig und lässt nichts vermissen, die Handhabung an PC & Konsole gestaltet sich als problemlos und unkompliziert, der Tragekomfort ist angenehm und an der Verarbeitung gibt es auch nichts auszusetzen.

Betrachtet man die technischen Daten, hat sich dem Vorgänger gegenüber bis auf eine Erweiterung des Mikrofon-Frequenzbereiches nichts Nennenswertes geändert. Dafür sind 2 neue Hauptfeatures dazugekommen: Der virtuelle 7.1-Surround-Sound und die USB-Steuerbox, die nicht nur das Bedienkomfort verbessert, sondern auch das Mikrofon in Form von Hallunterdrückung und einer Pegelsteuerung verbessert. Das funktioniert auch alles ganz gut; Leider kommt diese Steuerbox samt Features nur an PC/Mac zum Einsatz, d.h. an Konsolen bleibt lediglich der 7.1-Surround-Sound übrig, was ein echtes Manko darstellt, da selbst spielrelevante Funktionen wie das Muten (Stummschalten) komplett wegfallen.

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Nichtsdestotrotz bekommen auch Konsolenspieler eine gelungene und ausgewogene Soundkulisse geboten, die den Gamer noch tiefer ins Spiel abtauchen lässt und eine genaue Ortung ermöglicht. Zwar hätte den Höhen ein letzter Feinschliff nicht geschadet, da Mitspieler im Voice-Chat etwas dumpf erscheinen und die eigene Stimme im Vergleich zu anderen Headsets nicht ganz so klar rüberkommt, doch die Bässe sind von der Intensität her gut gewählt und die Mitten lassen auch nichts vermissen. Inwieweit sich der 2.0 Sound des Vorgängers zum 7.1-Sound des Cloud II unterscheidet, und ob sicher der Umstieg lohnen würde, konnte in diesem Test nicht beurteilt werden und sicherlich hat das Thema Surround Sound auch seine Kritiker. Doch uns hat’s definitiv gefallen. Dank abnehmbarem Mikrofonarm und guten, musikalischen Eigenschaften ist das HyperX Cloud II auch für unterwegs auf mobilen Devices empfehlenswert.

Für PC-Spieler also ein rundum gelungenes Gesamtpaket; Die Konsoleros unter uns müssen leider mit Abstrichen leben, bekommen aber immerhin einen empfehlenswerten 7.1 Surround-Sound geboten.

Positiv

+Gutes Preis-Leistungsverhältnis

+Gute Verarbeitung

+Ausgewogenes Surround-Erlebnis

+Abnehmbares Mikrofon

+TeamSpeak-zertifiziert und für Skype & Co optimiert

+Auch zur Nutzung als Audio-Kopfhörer geeignet

Negativ

-Steuerbox nur mit PC/Mac kompatibel

-Zusatzfeatures fallen auf Konsolen komplett weg

-Mikrofon könnte etwas klarer sein

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