Razer Ouroboros im Test – Präzisionswerkzeug für Profis

Am 7. März 2013 von
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Ein individuelle einstellbares Gehäuse mit austauschbaren Seitenapplikationen, kabelloser Gamingbetrieb und eine schicke Beleuchtung zeichnen die Razer Ouroboros aus. Es stellt sich die Frage: Sind diese Vorteile 130,00€ wert?

Ouroboros nennt sich das neueste Modell aus dem Hause Razer, welches seit langer Zeit für qualitativ hochwertige, aber auch preislich recht gehobene Gaming Artikel steht. Produkte wie Headsets, Tastaturen, Mäuse, Mauspads, Gaming Notebooks und viel sonstiges Zubehör zählen zum Repertoire des Unternehmens mit Sitz in San Diego, Kalifornien. Bereits die Razer Mamba war eine der exklusivsten Gaming-Mäuse auf dem Markt und galt auf Grund ihres hohen Preises lange als umstritten.

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Viele Stimmen riefen lauthals bei der Vorstellung der Ouroboros: „Das ist doch nur ne Cyborg R.A.T. mit Razer Logo“, „FAKE!“, „Pure Nachmache.“. Und auf den ersten Blick lagen die Stimmen nicht mal falsch, doch wenn man sich einerseits verdeutlicht, dass nichts daran falsch ist, gutes zu adaptieren und andererseits darauf achtet, dass die Cyborg-Mäuse aus dem Hause Mad Catz ausschließlich für Rechtshänder geeignet sind, ändert man seine Meinung. Symmetrisch, wie die Ouroboros allerdings ist, eignet sie sich auch für die 10%-15% der Bevölkerung die primär ihre linke Hand nutzen.

Technik

Wie viele HighEnd-Gaming Mäuse aus der Kategorie „kabellos“ lässt sich die Razer Ouroboros auch mit Kabel nutzen, was sehr praktisch ist, sollte der Akku einmal leer sein und man dennoch spielen wollen. Der Wechsel zwischen den beiden Modi klappt zwar nicht instant, aber doch mit sehr kurzer Verzögerung von etwa 2 Sekudnen. Mitgeliefert wird leider nur ein Akku, dieser kommt jedoch in Form eines grell grünen AA-Akkus daher, was ihn wunderbar austauschbar macht. Stetig informiert bleibt ihr durch die grünen LEDs auf der Handablage der Maus. Inklusive des Akkus wiegt das Modell rund 135 Gramm, was verhältnismäßig schwer ist, jedoch nicht übermäßig. Subjektiv gefiel mir das Gewicht gut. Die Ouroboros funkt mit 1.000 Hz pro Sekunde, was im Gaming-Sektor Standard ist und zu einer augenscheinlich verzögerungsfreien Verbindung führt.

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In Sachen Akkulaufzeit sind leider keine Ausnahmewerte zu erwarten, wovon jedoch eigentlich ausgegangen werden kann, bei einer Maus, die soviel kostet wie manch 7.1 Headset. Standardmäßig ist die Dauer, bis die Ouroboros in den Schlafmodus verfällt deutlich zu lang eingestellt, dies führt zu einer rasanten Entladung. Angegeben sind laut Razer in etwa 12h Akkulaufzeit bei durchgehendem Spielbetrieb, meiner Erfahrung nach sind es jedoch eher 8h-9h.

Treiber

Mit der Ouroboros bringt Razer ein weiteres Synapse 2.0 fähiges Gerät auf den Markt. Synapse 2.0 nennt sich die Software, die Razer stellt, mittels welcher ihr beispielsweise Profile oder Makros in der Cloud speichern könnt. Grundsätzlich funktioniert die Maus jedoch mittels Plug&Play, es ist also keine Software-Installation notwendig um die Maus zu nutzen. Dies macht sie auch für die Mitnahme an fremde PCs tauglich.

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Leider gibt es auch bei der Software Abstriche zu machen. So ist es auch seit langer Zeit möglich, seine Profile & Makros auf dem internen Speicher von Mäusen zu sichern, womit man praktisch den selben Effekt hat, nur muss man hierzu nicht online sein. Zudem muss man Synapse 2.0 nutzen, um Profile & Makros überhaupt erst zu erstellen, was wiederum bedeutet, dass man ohne Internet oder mit ausgefallenen Razer-Servern zu Beginn nur das Standardprofil nutzen kann. Schade.

Sensor

Der in der Ouroboros verbaute Avago S9818 Laser-Sensor ist eine speziell für Razer angepasste Version des Avago S9800, welcher unter anderen auch in der Kone XTD von Roccat für die Bewegung des Cursors sorgt. Er löst mit 8.200 dpi auf und arbeitete während meines Tests ohne Probleme, hier gibt es absolut nichts auszusetzen, sowohl langsame Bewegungen als auch ruckartige „Jemand-schießt-von-hinten-auf-mich-schnell-umdrehen!“-Bewegungen erkennt er zuverlässig.

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Auch die Benutzung von verschiedenen Untergründen stellt kein Problem dar, die Maus reagiert sowohl auf Stoffmauspads, Metalluntergründe und Hartplastikpads. Wie die meisten Mäuse, scheitert der Avagago S9818 jedoch auch an Glasoberflächen, aber mal ernsthaft, welcher Gamer zockt ohne Mauspad? Die Abtastrate lässt sich mittels Seitenbuttons individuell einstellen, hier muss man jedoch anmerken, dass diese einen etwas gewöhnungsbedürftigen Druckpunkt haben, sie sind relativ schwergängig.

Anpassbarkeit

Man kann die Ouroboros auf diverse Arten an seine Handergonomie anpassen. Eine davon ist, die Seitenteile auszutauschen. Zu diesem Zwecke liegen 2 verschiedene Aufsätze bei, diese kann man mittels Magnetbefestigung an der Seitenpartie befestigen. Das klappt erstaunlich gut, ich hatte anfangs die Befürchtung, dass sich diese Verbindung zu einfach lösen könnte. Die Haptik wird durch diese deutlich beeinflusst, sodass hier der Anpassungsfaktor auch wirklich gegeben ist. Man kann sich zwischen einem ziemlich flach anliegenden, gummierten Aufsatz oder dem Spaceship-Aufsatz, wie ich ihn nenne, auf den Bildern erfahrt ihr weshalb, entscheiden, welcher weit von der Maus absteht und so eine komfortable Ablagefläche bietet.

Zum Anderen lässt sich die Handballenauflage mittels eines kleinen silbernen Rädchens stufenlos in der Höhe verstellen, so bleibt die Ouroboros flexibel auf jeden Handtyp anpassbar. Leider verändert hierbei nur der hintere Teil der Auflage seine Höhe, sodass man somit auch zwangsläufig deren Winkel verstellt. Von einer Gesamtlänge zwischen 12,2 cm bis 13,7 cm ist alles drin, dies verwirklicht Razer durch eine Schiene, auf der sich die Handballenauflage stufenweise in der Länge verstellen lässt. Das Einführen der Auflage in die Schiene ist zwar etwas fummelig, funktioniert jedoch zuverlässig.

Fazit

Letztendlich bleibt ein gemischtes Gefühl von der Ouroboros zurück, zwar überzeugen Teile wie das gute Mausrad, die austauschbaren Seitenteile oder auch die stabile Funkverbindung, doch darf eine Maus dieser Preiskategorie aus meiner Sicht keine Fehler oder auch nur Fehlerchen haben. Sie muss perfekt sein und sogar noch ein Wenig darüber hinaus, der Käufer muss „blown away“ sein. Der Sensor der Ouroboros funktioniert einwandfrei, doch das tut er auch bei deutlich günstigeren Modellen. Die Verarbeitung ist alles in Allem in Ordnung, einzig und allein der Mausrücken scheint, wenn voll ausgezogen, nicht komplett stabil.

Unterm‘ Strich ist die Ouroboros eine solide, eine gute Maus, doch sie reicht nicht an die Ansprüche heran, die durch den hohen Verkaufspreis an sie gestellt werden. Deutlich günstiger gibt es genauso präzise Mäuse, wie beispielsweise die Logitech G700, die Roccat Kone XTD oder die Steelseries Sensei.

Autor :

PC-Gaming und Gaming-Peripherie, das sind die Hauptgebiete von Laurin

One Response to “Razer Ouroboros im Test – Präzisionswerkzeug für Profis”

  1. ZaMii sagte am 08.03.2013 um 01:46

    Sieht aus wie ein Raumschiff…

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