Testbericht: GTA 5

Am 8. März 2014 von
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G,T,A.. diese drei Buchstaben sind jedem Gamer ein wohlbekannter Klang. Ausgeschrieben stehen sie für Grand Theft Auto, was im US-amerikanischen Straftatbestand „schwerer Kraftfahrzeugdiebstahl“ bedeutet. Entwickler Rockstar North begeistert mit den virtuellen Autodiebstählen nun mittlerweile seit rund 17 Jahren die Spielergemeinde. Spätestens seit die Marke ihren Weg von der festen Vogelperspektive zu knackiger und mitreißender 3D-Grafik gefunden hat, sind die GTA-Spiele aus keiner richtig guten Spielesammlung mehr wegzudenken.

Nun ist der offizielle 5. Teil der kultigen Actionreihe erhältlich, und die Fangemeinde ist sich einig: GTA macht so viel Spaß wie schon lange nicht mehr. Was GTA 5 nicht nur zu einem ganz besonderen Spiel macht, sondern sogar zu einem der unangreifbar besten Titel der vergangenen Konsolengeneration, und weshalb PC-Spieler und PS4/XboxOne-Besitzer gleichermaßen nach einem Re-Release des Krachers lechzen, das lest ihr im folgenden Testbericht. Außerdem sprechen wir auch noch ein wenig über das erste MMO-Projekt von Rockstar, GTA-Online.

Ein letzter Coup

Szene: Ludendorff, North Yankton, 9 Jahre zuvor.

Grob wirft der Maskierte die Bankkundin zu Boden, die Kaliber 12 Schrotflinte drohend auf sie gerichtet.
Sein maskierter Begleiter, schlicht und einfach „T“ genannt, tritt soeben durch die Sicherheitstür hinter den Bankschalter, schlägt den Diensthabenden nieder und hält die anwesenden Angestellten in Schach, während sich ein dritter Vermummter, genannt „M“ (wir), ebenfalls nach hinten begibt. Die Bankangestellten werden ins Büro gesperrt und sind damit zumindest vorerst vor der Waffengewalt der Verbrecher sicher. Wir zücken unser Mobiltelefon und rufen eine vorgegebene Nummer an… plötzlich, ein lauter Knall! Nebenan ist soeben der Sprengstoff detoniert, den der aggressive „T“ dort platziert hat.

Wir stürmen den Banktresor, packen das gesamte Geld in die mitgebrachten Campingtaschen und verlassen mit rund 180.000$ die Bank. Draußen warten auch schon die Cops! Sie eröffnen das Feuer, wir schießen zurück! Nach dem wir uns den Weg freigeschossen haben erreichen wir unseren Fluchtwagen. Nichts wie weg! Geschafft, Beute in der Tasche und noch dazu am Leben. Noch einmal gut gegangen. So dachten wir. Im nahgelegenen Nachbarskaff werden wir bereits erwartet.

Szenenwechsel:

Wir befinden uns auf einem Friedhof. Es regnet. Eine Trauergemeinde ist um ein offenes Grab versammelt. Der Priester spricht die Grabrede über einen gewissen Michael (was bei uns keinen sonderlich positiven Eindruck über den Verstorbenen hinterlässt). Eine Frau weint bittere Tränen, und in einiger Entfernung, am Friedhofzaun, sehen wir einen Mann, Anfang vierzig, mit Sonnenbrille und Kippe im Mundwinkel, der die Beerdigung mit einem besonderen Interesse zu beobachten scheint.

Einer für Alle…

Es ist ein furioser Auftakt, in den uns GTA 5 wirft. Wer die maskierten Gangster sind und was nach dem Coup in North Yankton passierte, darüber lässt uns das Spiel zunächst im Dunkeln. Einen nach dem anderen lernen wir die Hauptprotagonisten des Spiels kennen. Doch anstatt wie gewohnt eine Hauptperson, hat GTA 5 gleich drei (!) davon.

Michael, ehemals eine große Nummer in Sachen Bankraub und Auftragsmord, hat sich mittlerweile von den „Geschäften“ zurückgezogen, um in Ruhe seinen Lebensabend mit der Familie zu genießen. Allerdings macht ihn das wesentlich weniger glücklich, als er es sich zunächst vorgestellt hat. Bald stellt er frustriert fest, dass ihm irgendetwas in seinem Leben fehlt. Er lernt durch Zufall Franklin kennen, ein junger, aber ehrgeiziger Kleinkrimineller, der mit seinem Kumpel Lamar ein paar krumme Dinger für einen örtlichen Autohändler durchführt und es schrecklich gern zu Erfolg, Geld und Respekt bringen möchte. Und dann wäre da noch Trevor, ein alter Bekannter von Michael, der neben seinen regelmäßigen Wutausbrüchen und Drogenexzessen mit einer Gruppe feindlicher Methamphetamin-Dealer zu kämpfen hat. Von den dreien ist er der schrillste und bizarrste Charakter. Die drei ungleichen Kriminellen werden auf ihrer Reise zum Ruhm in ganz Los Santos und dem Bezirk Blane County herumkommen. Nur gemeinsam können sie es schaffen, für ihr Überleben und ihr Auskommen zu sorgen, und nebenbei auch mit den Dämonen ihrer Vergangenheit aufzuräumen.

Wechselbalg

Durch den besonderen Umstand des dreifachen Hauptcharakters ergeben sich einige besondere Unterschiede zu den bisherigen GTA-Teilen. Ihr könnt nämlich die meiste Zeit des Spiels über frei zwischen den drei Protagonisten wechseln. Durch halten des Digital-Kreuzes nach unten könnt ihr euch mit dem rechten Analogstick für einen der Drei entscheiden. Die Kamera steigt dann aus der aktuellen Szene in den Himmel und eine satellitenartige Ansicht wird gezeigt, welche die kurze Ladezeit überbrücken soll. Die Kamera zoomt kurz darauf wieder zu Boden, jedoch in einem anderen Teil der Stadt, zu dem von euch gewählten Charakter. Dabei kann es durchaus passieren, dass ihr Franklin gerade beim täglichen Frühsport besucht oder als Trevor völlig verkatert und bemerkenswert leicht bekleidet in der Pampa aufwacht. Die Protagonisten führen nämlich ihr Leben abseits eurer aktuellen Tätigkeit weiter, bis ihr sie per Smartphone ruft, den Charakter wechselt oder die nächste Mission ein gemeinsames Agieren verlangt. Der Charakterwechsel funktioniert auch während Missionen, in denen zwei oder gar alle drei Protagonisten aktiv sind. So müsst ihr z.B. in während einem größeren Überfall mit Trevor vom Dach eines Gebäudes aus die anrückende Polizei mit dem Granatenwerfer festnageln, um im nächsten Moment zu Michael zu wechseln und mit samt der Beute zum Fluchtwagen zu hetzen. Oder ihr steuert als Trevor einen Helikopter, um Sekunden später zu Franklin an das Bord-MG zu wechseln und die Polizei-Helikopter hinter euch abzuschießen. Die Wechsel gehen immer einfach von der Hand und sorgen für viel filmreife Atmosphäre und eine tolle Dynamik im Gameplay.

Ein sehr nützliches Werkzeug ist euer Smartphone. Mit ihm könnt ihr Fotos von eurer Umgebung schießen, im Internet surfen, ein Taxi rufen und euch mit euren Freunden und Bekannten verabreden. Eben wie ihr das mit eurem echten Smartphone tut. Ihr bekommt auch ab und zu Emails mit Werbung zu den neuesten Spielzeugen im Waffenladen oder SMS von euren Freunden, die ihr sogar beantworten könnt.

Abseits der Hauptstory und ihren dazugehörigen Aufträgen warten auch wieder tonnenweise Nebenmissionen darauf, von euch in Angriff genommen zu werden. Während des Spielverlaufs begegnet ihr immer wieder neuen, skurrilen Personen, die euch mit allerlei gefährlicher und nicht selten ziemlich abgedrehter Arbeit beauftragen. Eure Belohnung für diese Aufträge sind dabei meist kleine bis mittlere Geldsummen. Wirklich reich werdet ihr mit solchen Geschäften auf Dauer jedoch nicht.

Wollt ihr wirklich groß abkassieren, ist Lester Crest der Mann, den ihr fragen müsst. Er organisiert unseren drei Helden mit Hilfe seiner Kontakte die dicksten, aber auch aufwändigsten Raubüberfälle. Für diese mehrteiligen Missionen gilt es, einige Vorbereitungen zu treffen, bevor das eigentliche Ding gedreht werden kann. Von der Zusammenstellung der Crew, über Planung der Vorgehensweise (bei der euch verschiedene Wege zur Auswahl stehen), Observierung der Lokalitäten bis zur endgültigen Ausführung des Coups in mehreren Schritten liegt jede Entscheidung in eurer eigenen Hand. Bei der Wahl eurer Komplizen solltet ihr auf die Qualitäten der Kandidaten achten. Wollt ihr den Topscharfschützen mit Militärausbildung, wird dieser auch einen ordentlichen Anteil der Beute verlangen. Oder ihr geht das Risiko ein und wählt einen unerfahreneren Schützen ins Team. Der ist mit weit weniger Geld zufrieden, kann euch aber wahrscheinlich nicht so effektiv Feuerschutz geben.

Beschäftigt, beschäftigt, beschäftigt…

Seid ihr gerade nicht damit beschäftigt, eure Taschen mit Geld zu füllen, gibt es selbstverständlich auch abseits eurer Pflichten als Berufsgangster jede Menge zu erleben. Los Santos ist eine Stadt des Verbrechens, aber auch des Vergnügens. Ihr könnt, serientypisch, jedes Fahrzeug das euch begegnet stehlen und dann damit durch die Stadt düsen. An bestimmten Punkten der Stadt könnt ihr mit eurem neuen Wagen auch an illegalen Straßenrennen teilnehmen. Oder ihr verabredet euch mit Trevor zu einem Saufgelage im Stripclub, inklusive Privat-Dance mit der Dame eurer Wahl. Verbessert eure Schießkünste auf einem der zahlreichen Schießstande der Stadt, in denen ihr nebenbei neue Munition, Waffen und sonstige Kampfausrüstung kaufen könnt. Wenn ihr euch auf euer Glück und eure Spekulationsfähigkeit verlassen wollt, dürft ihr sogar am spieleigenen Aktienmarkt mit Wertpapieren der verschiedensten Gesellschaften handeln. Auf diese Weise kann man sehr schnell SEHR viel Geld machen, doch Vorsicht: Man kann es auch ebenso schnell wieder verlieren.

Habt ihr gerade keinen Nerv für so stressige Angelegenheiten, legt doch mal eine entspannende Golfsession ein, oder ein gepflegtes Match auf dem örtlichen Tenniscourt. Oder ihr packt euren Sack und fahrt raus in die Wildnis rund um Los Santos, ein bisschen wandern, ein bisschen jagen, wieso nicht? Für die nötige Portion Kultur gibt es sogar ein Independent-Kino in der Stadt, in dem „interessante“, europäische Kurzfilme gezeigt werden. Ihr habt fürs Kinoticket gerade nicht genügend Bares in der Tasche? Dann schaut doch mal, ob euch der Ladenbesitzer um die Ecke nicht was „borgen“ kann. Sorgt nur dafür, dass ihr ein Fluchtfahrzeug in der Nähe habt, denn die Cops werden sich dann nicht lange bitten lassen, um sehr bald Jagd auf euch zu machen. Oder ihr führt Franklins Hund Chop eine Runde Gassi um den Block. Oder entflieht dem Alltagsstress zuhause beim Yoga, oder einfach mit der Bong in der Hand vorm Fernseher. Es gibt zahllose Möglichkeiten, die Zeit totzuschlagen. Dies sind nur einige.

Apropos Verabredungen: Ein Vorteil zum Vorgänger-GTA ist, dass ihr nicht mehr in regelmäßigen Abständen von euren Kumpels mit Date-Anfragen belästigt werdet. Viele Spieler hatte diese Aufdringlichkeit der Bekannten im Spiel irgendwann sehr genervt. In GTA 5 sind eure Freunde und Bekannte um einiges pflegeleichter. Es gibt auch kein Zuneigungssystem mehr, bei dem ihr es euch bei eurer Süßen verscherzen könntet, wenn ihr sie nicht regelmäßig zum Bowlen mitnehmt.

Um körperlich fit zu bleiben könnt ihr die Jungs aufs Rennrad setzen oder zum Joggen los schicken. Oder ihr lasst sie gleich einen kompletten Triathlon bestreiten. Das stärkt bei regelmäßiger Ausführung eure Ausdauer und lässt euch auf höheren Stufen länger rennen oder schwimmen. Durch regelmäßiges Tauchen erhöht ihr eure Lungenkapazität und könnt somit länger unter Wasser bleiben. Eure Stärke könnt ihr mit Faustkämpfen auf Niveau halten. Ihr schlagt dann härter zu und seid Feinden im Nahkampf überlegener, außerdem klettert ihr Leitern und Hindernisse schneller hinauf. Auch Golf, Tennis und Darts machen euch stärker.
Seid ihr doch mal mit den Cops im Clinch sucht ihr am besten die nächstbeste Autowerkstatt auf. In früheren GTA-Teilen hießen die noch Pay´n Spray, jetzt heißen sie Los Santos Customs und können nicht mehr nur euren Wagen um lackieren, sondern ihn auch modifizieren. Wechselt die Front und Heckschürzen des Wagens oder verpasst ihm ein Turbo-Tuning und individualisiert ihn so ganz nach eurem Geschmack.

Wie ihr seht gibt es wirklich unzählige Aufgaben zu erledigen. Hinzu kommen noch eine große Zahl an Aufträgen und Beschäftigungen speziell für Michael, Franklin und Trevor.

„Next-Gen“ lässt grüßen

Kurz nach dem Starten der Konsole stellen wir mit offener Kinnlade fest: Die alte Playstation 3 besitzt grafische Kraftreserven, welche wir ihr gar nicht mehr zugetraut hätten. Die Texturen im Schnee auf der Flucht in North Yankton, der im fahlen Licht der Morgensonne glitzernde, halb mit Schnee bedeckte Straßenbelag, das Lichtermeer der nächtlichen, pulsierenden Metropole Los Santos oder die meterhohen Wellen, die am weißen Strand von Vespucci Beach den Adrenalinspiegel der örtlichen Surfer-Jugend in die Höhe treiben, das alles sieht einfach phänomenal aus.

Wasser verzaubert unsere Augen mit realistisch anmutender Physik, so dass wir direkt Lust verspüren, in die Fluten zu springen. Die Karosserien der zahlreichen Fahrzeuge glänzen realistisch im Sonnenlicht und zeigen sogar vereinzelte Details der sich spiegelnden Umgebung. Wolkenkratzer im Geschäftsviertel der Stadt spiegeln sogar ganze Stadtteile realistisch wieder.

Die Lobeshymnen können problemlos bei der Darstellung der Personen im Spiel fortgeführt werden. Michael, Trevor, Franklin, ihre Freunde und Familienmitglieder und auch ihre Feinde, sie alle sehen ihren Schauspielervorbildern (ja, ihr lest richtig, Rockstar North haben eine Menge echte Leute engagiert, die die Charaktere in GTA 5 lebensecht verkörpern sollen) zum Verwechseln ähnlich und sie bewegen sich auch wie sie, Performance-Capturing sei Dank. Wenn die Akteure sprechen, bewegen sich ihre Lippen synchron zum Gesprochenen. Die realistischen Gesichtsausdrücke und Gesten dabei erschaffen nicht selten die Illusion, wir schauen einen Film und kein Videospiel! Auch wenn Spiele wie Beyond Two Souls in Sachen Gesichtsdetails noch ein bis zwei Schippen drauf legen, so realistisch sahen die Charaktere in einem GTA-Spiel noch nie aus!

Die grafische Qualität lässt uns nicht selten glauben, wir hätten es hier mit einem „Next-Gen-Titel“ zutun. Nur bei ganz genauem Hinsehen fällt uns auf, dass die Auflösung noch ein bisschen höher, die Kanten noch einen Tick feiner und die Bilder pro Sekunde ein wenig mehr sein dürften. Dennoch dürfen wir mit ruhigem Gewissen behaupten, dass Rockstar mit GTA 5 alles nur erdenklich Mögliche aus den alten Maschinen herausgeholt hat. Selten hat ein Third-Party-Entwickler ein so hohes, visuelles Können auf der Playstation 3 bewiesen. Kein Vergleich mit dem Vorgänger GTA 4, zwischen diesen beiden Spielen liegen Welten, was die Grafik angeht.

GTA 5 wird in nativen 720p aufgelöst und der Spielablauf läuft zum größten Teil in 25-30 fps ab, kann allerdings auch mal darunter fallen, wenn z.B. sehr starkes Verkehrsaufkommen auf Los Santos Straßen vorhanden ist und ihr noch dazu mit einem sehr schnelle Fahrzeug unterwegs seid. Es macht einfach einen riesigen Spaß, mit dem Auto (sieht das nicht dem Audi meines Nachbarn verblüffend ähnlich?!) die Strandpromenade entlang zu cruisen, dabei den Mädels beim Sonnenbaden zu zusehen und dem lässigen Country-Klassiker auf dem Lieblingsradiosender zu lauschen. Was die Fahrzeuge angeht: Die sind so zahl- und abwechslungsreich vertreten wie nie zuvor. Neben Limousinen und Sportcoupes könnt ihr hinter dem Steuer extremer Supersportler, Superbikes, Speedboote, Trucks und sogar Kampfjets und Helikoptern Platz nehmen.

Rockstar hat besonders bei den Autos darauf geachtet, sie so nah wie möglich an ihre echten Vorbilder zu bringen. So sieht der Supersportwagen Pegassi Infernus einem Lamborghini Murcielago schockierend ähnlich und auch die Dodge Viper hat mit dem Bravado Banshee einen würdigen Vertreter im Spiel spendiert bekommen. Hält man fleißig Ausschau entdeckt man sehr viele bekannte Fahrzeuge aus dem richtigen Leben, Mercedes, BMW und Mini sind nur einige der zahlreichen kopierten Marken. Oft unterscheiden sie sich nur in einigen wenigen Details von ihren Real-Life-Vorbildern. Echte Lizenzwagen dagegen hat Rockstar nicht integriert.

Grand Theft Auto-Online

Mit GTA-Online hat Rockstar North sein erstes MMO-Projekt veröffentlicht. Die Spielwelt des Onlinemodus ist exakt die gleiche Umgebung, die ihr auch im Storymodus bereist. Los Santos und der Bezirk Blane County samt Vororte und Naturgebiete stehen euch auch hier völlig offen zur Verfügung. Nun teilt ihr euch die riesige Spielwelt jedoch mit echten Spielern aus aller Welt.

Zu Beginn gestaltet ihr euren Protagonisten so wie ihr es wollt. Ihr entscheidet über die Abstammungsmerkmale eurer Vorfahren, um so schon mal die Grundattribute eures Erscheinungsbilds festzulegen. Dann entscheidet ihr euch für ein Geschlecht und bearbeitet das Aussehen eurer Figur. Zu guter Letzt legt den Lifestyle eures Charakters fest. Entscheidet ihr euch für einen Stubenhocker, der auch im Job eher selten vom Bürostuhl aufsteht, lässt natürlich seine Ausdauer generell zu wünschen übrig. Oder er hat gar keinen richtigen Job, sondern verbringt seine Zeit lieber mit Verbrechen aller Art, dann ist sein Können mit Feuerwaffen entsprechend höher.

Nun ist eure Figur fertig und ab gehts nach Blane County! Ihr landet mit dem Flieger in Los Santos und werdet sogleich von Lamar (der gleiche Lamar dem ihr auch in der Story begegnen werdet) empfangen. Durch ihn erhaltet ihr Zugang zu den ersten, kleinen Aufträgen mit denen ihr euch ein wenig mit dem Spielverlauf vertraut machen könnt. Im Verlauf eurer Karriere werdet ihr vielen vertrauten Gesichtern aus der Offline-Kampagne begegnen und von ihnen auch immer wichtigere und größere Aufträge erhalten. Soweit so einfach. Der Spielverlauf ähnelt erstaunlich stark dem des Storymodus. Nun könnt ihr euch jedoch zusätzlich mit anderen Spielern zu spannenden Autorennen, Deathmatches oder Missionen verabreden. Ihr könnt eingeladen werden, oder selbst andere Spieler zu Sessions einladen. Mit jedem Match und jedem Rennen erlangt ihr Geld und Reputationspunkte (die Erfahrungspunkte von GTA-Online). Habt ihr genug RP gesammelt steigt ihr in eurem Rang eine Stufe auf. Der Rang sagt zunächst noch nicht viel über einen Spieler aus. Ihr skillt euren Charakter anders als in anderen MMO-Games. Mit jedem Rang bekommt ihr keine frischen Skills und Fähigkeiten geboten. Die Reputationsstufe zeigt lediglich auf den ersten Blick, wie lange und fleißig der Charakter bereits gespielt wurde. Fähigkeiten wie fahrerisches Können und Schießkünste verbessert ihr, wie auch in der Story, in dem ihr fleißig Autorennen fahrt und jede Menge Deathmatches mitmacht. Ihr müsst eure Fähigkeiten einsetzen, um sie zu verbessern.

Wie auch im Offline-Spiel könnt ihr euch alle möglichen Fahrzeuge unter den Nagel reißen. Die begehrtesten Schlitten sind euch jedoch leider verwehrt, denn die sind im Onlinemodus mit einer Diebstahlsicherung ausgestattet. Das bedeutet für euch: Ihr müsst für die richtig guten Wagen euer hart verdientes Geld ausgeben.
Dafür kann euch euer Wagen aber auch nicht mehr so ohne weiteres weggenommen werden. Auch euer Wagen kann mit einer Diebstahlsicherung versehen werden. So kann euch ein fremder Spieler nicht ohne weiteres euer Fahrzeug stehlen. Ihr könnt das Fahrzeug sogar versichern, damit ihr bei Diebstahl oder Zerstörung ein entsprechendes Ersatzfahrzeug bekommt. Damit eure Schätzchen sicher untergebracht sind, könnt ihr für entsprechendes Geld Appartements kaufen. In den dazugehörigen Garagen könnt ihr eure Fahrzeuge dann sicher und ins Trockene stellen. Habt ihr euren Wagen doch einmal zerlegt, könnt ihr eure Versicherung per Smartphone kontaktieren. Ihr bekommt dann in kurzer Zeit einen neuen Wagen geliefert.

Mit dem Smartphone verwaltet ihr auch sämtliche sozialen Aktivitäten, ladet Spieler zu Matches ein, fordert aufmüpfige Poser zu Straßenrennen heraus oder nutzt Lesters Kontakte, um ein Kopfgeld auf einen verhassten Spieler auszusetzen. Na der wird sich freuen! Ihr könnt übrigens kinderleicht zwischen Online und Offline-Spiel wechseln. Drückt ihr das Steuerkreuz nach unten, seht ihr neben der Charakterauswahl von Michael, Trevor und Franklin euren Online-Charakter als vierte Auswahlmöglichkeit. So müsst ihr nicht umständlich aus dem aktuellen Spiel heraus gehen, sondern könnt z.B. einfach eure Online-Figur gegen Michael tauschen, wenn ihr genug vom Onlinetrubel habt.

Fazit

Rockstar North hat mit Grand Theft Auto 5 ihr bisher ehrgeizigstes und umfangreichstes Openworld-Spiel abgeliefert. Die schiere Größe der malerischen Spielwelt ist überwältigend und die riesige Anzahl an Beschäftigungsmöglichkeiten und Aufgaben ist schlicht gigantisch und versorgt einen über Monate mit Spielspaß. Ob man den nächsten Banküberfall plant, mehrere Millionen Dollar an der Börse verspekuliert, einen Sprung aus dem Hubschrauber über der Küste von Vespucci Beach wagt oder sich einfach eine Auszeit mit der Yacht genehmigt, bei Grand Theft Auto 5 ist es schwer, etwas langweiliges zu tun. Hat man schließlich den Offline-Part zu genüge leer gespielt und alles gesehen was es zu sehen gibt, hat man noch die Möglichkeit, mit tausenden Online-Spielern unzählige Stunden lang Blane County unsicher zu machen.

Auch von der technischen Seite her haben die Entwickler ganze Arbeit geleistet und mit dem grafisch bisher schönsten und realistischsten GTA alle verfügbaren Reserven der Playstation 3 ausgereizt. Mit all seinen Qualitäten, Möglichkeiten und Aspekten ist Grand Theft Auto 5 eines der besten Spiele (wenn nicht sogar das Beste) der letzten Konsolengeneration geworden.

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Bilder: Rockstar Games

Autor :

  • Timm

One Response to “Testbericht: GTA 5”

  1. Zubiri sagte am 08.03.2014 um 22:07

    Eine Stunde gelesen 🙂 Aber ich warte noch auf die PC-Version!

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