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Mercedes-Benz Future Bus mit CityPilot

26.07.2016

Mercedes-Benz Future Bus mit CityPilot

Daimler Buses hat in Amsterdam den Mercedes-Benz Future Bus mit CityPilot vorgestellt, einen teilautonomen Bus, der dort die BRT-Strecke Schiphol-Haarlem (Linie 300) befahren soll. Wir waren bei der Weltpremiere dabei, sind auch einen Teil der Strecke mitgefahren und haben hier für euch alle Informationen zum Bus der Zukunft.

Wofür steht BRT und was sind die Vorteile?

Amsterdam ist die perfekte Stadt für diese Demonstration, denn dort befindet sich die längste BRT-Strecke in Europa. Wer mit dem Begriff BRT nichts anfangen kann, es steht für Bus Rapid Transit und ist eine Alternative zur MRT (Mass Rapid Transit) oder auch Metro / U-Bahn. Solche Bussysteme sind ideal für Städte als Ersatz oder Unterstützung für eine Metro. Eine BRT verfügt meistens über eine eigene Strecke auf der ausschließlich Busse unterwegs sind. Dadurch wird ein reibungsloser Busverkehr ohne Stau und Wartezeiten sichergestellt. Ausserdem sind in einigen BRT-Strecken die Busse mit der Ampelschaltung vernetzt und können so meist eine Priorität erzielen, die Ampeln erkennen also dass sich ein Bus nähert und schalten sich dementsprechend damit der Bus nicht anhalten muss.

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Dadurch haben diese Systeme meist keine oder nur minimale Verspätungen. In Städten in denen der Bus einfach im Straßenverkehr eingebunden ist, kann das schon mal anders aussehen, vor allem in Stoßzeiten. Vor allem wenn die BRT auch über ein modernes Ticketing-System verfügt, können Wartezeiten durch Gäste die sich vorne beim Fahrer noch ein Ticket ziehen müssen noch weiter reduziert, und so die Fahrtzeit optimiert werden. Durch kurze Wartezeiten für den nächsten Bus von von 5 Minuten bis hin zu wenigen Sekunden wird ein reibungsloser Transport von vielen Passagieren auf frequentierten Strecken gewährleistet. Ein BRT-System sorgt also dafür dass viele Menschen möglichst schnell an ihren Zielort kommen. Ein weiterer Vorteil ist die Umwetfreundlichkeit solcher Strecken, denn der Bus steht weniger.

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BRT-Strecken kenne ich von meinen Asien-Reisen, so nutze ich beispielsweise immer die BRT in Taipeh, denn auch wenn dort die MRT eine der besten weltweit ist, man erreicht nicht alle Ziele damit, manchmal ist der Bus dann doch die bessere Wahl. Aber auch in Südamerika sind die beliebt. Ich bin mir nicht sicher ob es in Deutschland auch BRT-Strecken gibt, in den großen Städten gibt es aber zumindest dedizierte Busspuren an einigen Stellen.

Mercedes-Benz Future Bus

Mercedes-Benz Future Bus mit CityPilot

Das Ergebnis der aktuellen Entwicklung von Daimler Buses ist der Mercedes-Benz Future Bus mit CityPilot. Hier konnten die Entwickler ihre Ideen für einen Stadtbus der Zukunft einbringen und realisieren, was man auch sieht. Es dürfte klar sein dass der Future Bus so wie wir ihn jetzt hier sehen wohl nicht auf den Straßen unterwegs sein wird, einige Modifikationen, vor allem bei der Innenausstattung wird es hier sicherlich geben. Dennoch ist es schön zu sehen wenn Designer sich einmal austoben dürfen und einige Stilelemente würde ich sehr gerne in zukünftigen Stadtbussen sehen.

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Das Exterieur des Future Bus ist schon sehr auffällig und bei der Testfahrt hat er den Passagieren in anderen Bussen durchaus den Kopf verdreht. An der Front befinden sich die zahlreichen Sensoren und Kameras die für das autonome Fahren zuständig sind. Es muss dazu gesagt werden dass es sich hier um ein teilautonomes System handelt. Es muss zwingend ein Fahrer mit an Bord sein der während der Fahrt immer aufmerksam sein muss um ggf. eingreifen zu können.

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Ansonsten übernimmt der Bus eigentlich so ziemlich alle Aufgaben. Er hält die Spur, hält Abstand und kann auf 10cm genau an den Bordstein heranfahren. Die Türen werden selbstständig geöffnet und geschlossen und die Fahrt geht weiter. Das System arbeitet mit Kameras, Sensoren und GPS. In Tunneln in denen das GPS-Signal nicht vorhanden ist, wird über die Kamera gefahren. Rote Ampeln werden erkannt und es wird angehalten und automatisch bei Grün wieder angefahren. Ausserdem gibt es noch die Prioritätenanfrage – hier kann der Bus der Ampel eine Anfrage auf Priorität stellen und wenn es der Verkehr zulässt schaltet die Ampel zugunsten des Busses. Natürlich erkennt der Bus auch Fußgänger oder andere Fahrzeuge auf der Fahrbahn und bremst entsprechend.

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Beim Interieur wirkt alles sehr futuristisch und minimal. Zumindest im vorgestellten Konzeptbus sind recht wenig Sitzplätze vorhanden welches den Bus direkt edler wirken lässt. Durch breite Sitze und Sitzabstände bekommt der Fahrgast seinen persönlichen Raum. Es stehen Plätze zum induktiven Laden des Smartphones bereit. Die Haltestangen wirken wie ein Baum mit Ästen, insgesamt fühlt man sich sehr wohl im Bus.

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Im Alltag wird diese Idylle dann aber wohl eher mehr Sitzplätzen weichen müssen, was natürlich verständlich ist. Es ist dennoch schön zu sehen wie Interieur-Designer sich den Bus der Zukunft vorstellen. Ich würde sehr gerne mit solch einem Bus unterwegs sein. Der CityPilot ist eine Weiterentwicklung des im letzten Jahr für LKWs vorgestellen Highway Pilot. Während dieses Assistenzsystem für LKWs für den Einsatz auf Highways konzipiert wurde, ist der CityPilot wie der Name schon andeutet für den Einsatz in der Stadt entworfen worden. Hier sind ganz andere Faktoren wichtig, wie z.B. Präzision beim Heranfahren an die Haltestelle oder das Anhalten bei roten Ampeln.

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Der Mercedes-Benz Future Bus wird auf der IAA 2016 in Hannover zu sehen sein. Derzeit wird der Mercedes-Benz Future Bus von einem Dieselmotor betrieben, es ist aber natürlich auch in Planung hier in naher Zukunft einen Elektromotor einzusetzen und den Bus so noch umweltfreundlicher zu machen. Aber das ist dann wohl eher etwas für die IAA 2018.

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