Testbericht: UE Megaboom – mobiler Bluetooth-Lautsprecher

Am 14. Juni 2015 von
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Mit dem UE Megaboom haben Ultimate Ears, die seit 2008 Logitech angehören, eine überarbeitete Version des 2013 erschienenen, mobilen Bluetooth-Lautsprechers Boom auf den Markt gebracht, das dank größerem Gehäuse klanglich noch mehr rausholt und dank robuster, wasserfester Bauweise ein noch besserer Begleiter für unterwegs sein soll. Was an diesem sonst noch so verbessert wurde und wie stark er sich letztendlich von seinem kleineren Bruder unterscheidet, könnt ihr im folgenden Testbericht nachlesen.

Der Megaboom ist in den Farben Schwarz, Rot, Blau und unserem violetten Testmodell, kurzum „Plum“ (Pflaume) genannt, wie es offiziell bezeichnet wird, erhältlich. Im Vergleich zum kleineren Boom, der zumindest regulär in 8 verschiedenen Farben erhältlich ist, hat sich die Farbauswahl also halbiert. Ob da in Zukunft noch was kommen mag, bleibt abzuwarten, denn der Boom hat einige Sondermodelle spendiert bekommen. Ein Limonengrün bspw. würde dem Ganzen sicherlich auch ganz gut stehen.

Lieferumfang

Der Megaboom kommt in einer runden Plastik-Aufbewahrungsbox inkl. ausklappbarem Henkel daher, die gleichzeitig als Transportbox genutzt werden kann. Im Inneren springt einem direkt der pflaumenfarbene Megaboom entgegen. Darunter, in einer kleinen Papp Box versteckt, die Komponenten zur Stromversorgung – bestehend aus einem USB-Netzteil, einem Micro-USB-Kabel, 2 Steckverbinder-Adaptern (einen herkömmlichen deutschen und einen des Typs „G“, wie er beispielsweise in England Verwendung findet). User Manuals dürfen natürlich auch hier nicht fehlen.

UE Megaboom - 3

Sowohl das USB-Netzteil als auch das 120cm lange Micro-USB Flachband-Kabel kommen in intensivem Neongelb daher und unterscheiden sich somit deutlich vom violetten Lautsprecher, jedoch ohne dass sich die Farben beißen würden. Schön zu sehen, dass UE hier vom tristen schwarz-weiß Standard abweichen und ein wenig Farbe einbringen.

UE Megaboom - 4

Optik & Verarbeitung

An der Verarbeitung des Megaboom gibt es qualitativ absolut nichts zu kritisieren. Ganz im Gegenteil. Die Verarbeitung erscheint fast schon makellos und fühlt sich auch haptisch gesehen wertig und schön griffig an. Das Gerät ist an Ober- und Unterseite sowie der Übergangsbrücke gummiert. Ummantelt wird der Speaker von einer schwarz-violetten, kunststoffartigen Gewebestruktur. Hoffen wir zumindest mal, dass es kein Stoff ist, denn der würde vermutlich zu schnell verschleißen und das gehört sich nicht für solch ein Outdoor-Gerät. Sowohl die beiden Tasten für Power und Bluetooth an der Oberseite, die in aktiviertem Zustand weiß aufleuchten, als auch die Lautstärketasten an der Front sind gut und einfach bedienbar und bieten einen angenehmen Druckpunkt. Die beiden an der Unterseite befindlichen Ports für Micro-USB und AUX-In sind gut erreichbar und dank Gummilippen wasserfest verschließbar. Außerdem befindet sich hier noch ein Haken, mit dem sich der Lautsprecher bspw. an einen Baum hängen lässt. Alternativ kann man diesen auch herausdrehen und, wenn vorhanden, den Megaboom auf ein Stativ aufschrauben.

Details wie die leicht überdimensionierten Lautstärketasten in Cyan oder die seitlich platzierte, kleine Lasche mit Firmenlogo verleihen dem schicken Design einen tollen, optischen Feinschliff. Der Megaboom ist nach IPX7 Standard wasserfest. Das bedeutet, er bietet Schutz gegen zeitweiliges Untertauchen. Genauer gesagt kann man damit 30 Minuten lang bis zu 1nem Meter tief abtauchen – warum auch immer man das machen sollte. Natürlich funktioniert das nur, wenn die beiden Anschlüsse für Micro-USB und AUX-In mit den dafür vorgesehenen Gummilippen fest verschlossen sind. Ein in den Pool fallen, eine Generalreinigung mit dem Gartenschlauch oder die Anwendung unter der Dusche steckt das Gerät also mehr als locker weg.

Technik

Im Inneren des Megaboom arbeiten zwei 2“-Lautsprecher und zwei passive 2”- x 4″-Spulen, die Musik in einem Frequenzbereich von 65Hz bis 20kHz und mit einem maximalen Schalldruckpegel von 90dBA wiedergeben können. Die NFC-Schnittstelle ist wahrscheinlich aus optischen Gründen nicht gekennzeichnet und versteckt sich direkt unterhalb der Lautstärketasten an der Vorderseite. Verbunden werden kann das Gerät nach Belieben kabellos innerhalb einer Reichweite von bis zu 30 Metern per Bluetooth (wahlweise ganz einfach per NFC-Kopplung) mit allen Geräten, die das Audioprofil A2DP unterstützen oder kabelgebunden mit allen Geräten, die über einen 3,5mm Audioausgang verfügen. Für Telefongespräche ist das Freisprechprofil HFP 1.5 erforderlich. Das Ganze klingt vielleicht im ersten Moment etwas kompliziert, dürfte jedoch mittlerweile auf den allermeisten Geräten zur Verfügung stehen. Insgesamt können bis zu 8 Bluetooth-Geräte am Megaboom registriert werden. Außerdem ermöglicht er das Verbinden von 2 Endgeräten gleichzeitig, sodass 2 verschiedene Anwender bestimmen können, was gespielt wird.

UE Megaboom - 14

Der Akku hält bei leicht angehobener Zimmerlautstärke und Bluetooth-Verbindung bis zu 20 Stunden durch. Bei voll aufgedrehter Party-Lautstärke kann sich die Laufzeit aber auch mal nahezu halbieren. Falls er denn irgendwann kaputt gehen sollte, kann der Akku auch ausgetauscht werden. Sollte der Saft mal ausgehen, wird man durch eine sympathische und ausnahmsweise auch mal menschlich wirkende Stimme daran erinnert, das Gerät wieder aufzuladen. Hinweistöne wie die Trommelgeräusche sowohl beim Ein- und Ausschalten, als auch bei erfolgreicher Kopplung oder die Batterie-leer-Stimme lassen sie sich bei Bedarf ganz einfach deaktivieren. Natürlich verfügt das Gerät auch über eine Freisprechfunktion, über die bei aktiver Bluetooth-Verbindung Gespräche in vernünftiger Qualität geführt werden können.

Begleit-App

Nutzer von iOS oder Android Smartphones können sich die Begleit-App aus dem App Store / Google Play Store downloaden (Windows Phone User bleiben auch hier wieder mal auf der Strecke), über die ein paar weitere Features genutzt werden können. Über diese lassen sich bspw. zwei Megabooms miteinander koppeln, wodurch ein noch intensiveres Stereo-Klangerlebnis geschaffen werden kann.

Über einen 5-Band Equalizer inkl. 4 zusätzlicher Presets lässt sich der Sound den eigenen Bedürfnissen anpassen, wenngleich die Anzahl der Bandfrequenzen etwas minimalistisch gestaltet ist. Zum Vergleich: Manche Autoradios bieten teilweise 13 Spuren an. Auch die Presets sind eher Geschmackssache und nur bedingt empfehlenswert. Des Weiteren ist noch ein Wecker mit an Bord, über den ihr euch von eurem Lieblingssong wecken lassen könnt – Bluetooth-Verbindung vorausgesetzt, denn andernfalls wird man durch einen einfachen Signalton geweckt. Bestes Feature der App und eine echte Bereicherung in Sachen Bedienkomfort: Das Gerät lässt sich per Funk Ein- und Ausschalten. Das ständige „zum Lautsprecher hindackeln“, was ich von meinem privaten Teufel Boomster kenne, ist nicht nur unkomfortabel, sondern nervt auf Dauer auch ziemlich.

Ist Bluetooth aktiv, erscheint nach dem Starten der App über dem Lautsprecher ein Power-Symbol, über das sich der Megaboom aktivieren lässt. Dabei verwandelt sich der zuvor noch farblos dargestellte Speaker in die tatsächliche Farbe, in unserem Fall violett, um. Unterlegt wird das Ganze passend zum Trommelgeräusch beim Einschalten des Lautsprechers mit einer aufstampfenden Animation, was ganz spaßig aussieht und gut ankommt. In den Einstellungen der App gibt es noch zusätzliche Optionen, die ihr dem Screenshot weiter oben entnehmen könnt.

Unterschiede gegenüber dem Vorgänger

Im Vergleich zum Boom ist der mit 868g immer noch leichte Megaboom um 25% gewachsen und in seinem Gesamtgewicht 340g schwerer geworden. Dies sorgt in der Höhe für einen Zuwachs von 18 auf 22,5cm und im Durchmesser von 6,5 auf 8,4cm. Ansonsten gibt es zumindest optisch keinerlei Unterschiede.

Dafür wurden im Inneren ein paar Verbesserungen vorgenommen. Der verbaute Lithium-Ionen-Akku bietet nun mit 3600mAh doppelt so viel Leistung wie der des Boom und hält mit bis zu 20 Stunden Laufzeit 5 Stunden länger durch als sein kleiner Bruder. Trotz stärkerem Akku wurde die Ladezeit von 3,4 auf 2,5 Stunden reduziert. Auch die Bluetooth-Reichweite wurde von 15 auf 30 Meter erhöht, was Indoor sicherlich nicht den Kohl fett macht, jedoch spätestens bei der nächsten Grillparty durchaus von Vorteil sein kann. War der Boom rundum spritzwassergeschützt (IPX4), ist der Megaboom dank IPX7 Standard deutlichst wasserresistenter und steckt ein Abtauchen im Pool (30min bei max. 1m Wassertiefe) locker weg. Auch der Schalldruckpegel wurde gegenüber dem Vorgänger um 2dBA auf maximale 90dBA angehoben und der Frequenzbereich von 90Hz-20kHz auf 65Hz-20kHz erweitert.

Klangqualität

Die Konstruktion des Megaboom strahlt den Sound quasi in 360° aus, sodass man als Zuhörer unabhängig von der Sitzposition das gleiche Klangerlebnis geboten bekommt. Positiv erwähnenswert ist die Präsenz des Basses, der bei niedrigen Lautstärken nicht zu kurz kommt und auch auf normaler Lautstärke nie wirklich dröhnend in Erscheinung tritt. Hört man etwas genauer hin, stößt der Bass bauartbedingt zwar ab und zu an seine Grenzen. Dies fällt jedoch so marginal aus, dass man es nicht als störend bezeichnen kann. Leider übernehmen nach 80% der Lautstärke (beim iPhone bspw. während der letzten 3 Striche) die Höhen etwas deutlicher die Überhand, sodass der Klang im Vergleich zur normalen Lautstärke nicht mehr ganz so rund und stimmig wirkt. Dies liegt wohl auch daran, dass konstruktionsbedingt irgendwann mal Schluss mit dem Anstieg der Bässe ist und Mitten / Höhen verhältnismäßig intensiver in den Vordergrund treten. Läuft der Megaboom also auf voller Pulle, klingt er zwar immer noch hörbar, doch bedarf es hier seitens des Herstellers noch etwas Feintuning. Dafür sind sowohl Mitten als auch Höhen in gutem Verhältnis abgestimmt und sorgen für einen ausgewogenen Klang. Die Gesamtlautstärke ist für so ein kleines Gerät schon echt gut und reicht locker aus, um die zwischenmenschliche Kommunikation in unserem 30m² Testraum deutlich zu erschweren. Insgesamt betrachtet hat der Megaboom seinen Namen in Relation zur Größe durchaus verdient und ist auf jeden Fall weiterzuempfehlen. Fairer Weise muss man aber auch sagen, dass es in dieser Preisklasse bis 300€ Alternativen wie bspw. Teufels Boomster gibt, die nochmals raumfüllender klingen. Dafür ist der Megaboom aber auch deutlich kompakter konstruiert.

Fazit

Mit dem UE Megaboom haben die Jungs von Ultimate Ears einen wirklich lobenswerten Nachfolger des kleineren Boom auf die Beine gestellt, der nicht nur von der Verarbeitung her einen sehr guten Eindruck hinterlässt, sondern auch klanglich gesehen mit seinem 25% größeren Gehäuse in einer anderen Liga spielt, was vor allem dem voluminöseren Bass zuzuschreiben ist, der im Großen und Ganzen nun endlich so klingt, wie man es sich von einem mobilen Begleiter wünscht. Das Klangbild wirkt mit klaren Höhen und gut gewählten Mitten schön harmonisch, allerdings nehmen ab ca. 80% der Lautstärke die Höhen etwas zu sehr Überhand.

UE Megaboom - 6

Doch nicht nur im Sound hat sich was getan, auch wurden Verbesserungen im Akku, der Ladezeit, der Bluetooth-Reichweite und der Wasserresistenz vorgenommen, sodass man ihn nun endlich auch in der Badewanne als Sound-Boot verwenden kann. Der Megaboom kann nämlich nicht nur tauchen, sondern auch schwimmen. Das Ein- und Ausschalten per Funk sowie das Verbinden von 2 Megabooms für noch satteren Sound sind wohl die beiden Highlights der kostenlosen Begleit-App für euer Smartphone, die das stimmige Gesamtbild sehr positiv abrundet.

Ob diese ganzen Verbesserungen im Gegensatz zum Vorgänger einen doppelt so teuren Kaufpreis rechtfertigen… Darüber kann man sich wohl streiten und hängt auch irgendwo vom Einsatzgebiet des Anwenders ab. Hauptargument ist hier einfach der deutlich bessere Klang. Kollegen wie bspw. der deutlich größere Boomster von Teufel legen dem Ganzen klangtechnisch zwar nochmal ne Schippe drauf – und das zum gleichen Preis. Für seine Größe macht der Megaboom aber alles richtig. Einziger, wirklicher Wermutstropfen ist also der etwas höhere Anschaffungspreis von 300€.

Positiv

+360° Sound für guten Klang, egal wo man sitzt
+Robust, stoßfest & IPX7-wasserfest
+Begleit-App inkl. Ein-/Ausschalter
+Guter Klang mit ordentlichem Bass
+Unkomplizierte Handhabung
+Kopplung per NFC möglich
+Sehr gute Verarbeitung
+30 Meter Reichweite

Negativ

-Auf voller Lautstärke etwas zu höhenbetont
-Leider etwas teuer

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