Fahrbericht: Mercedes-AMG C 63 S mit V8 Biturbo und 510 PS

Am 11. November 2015 von
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Die Mercedes-Benz C-Klasse ist bereits ein alter Bekannter auf unserer Seite. Wir haben letztes Jahr die C-Klasse Limousine getestet und nun folgt das auf der IAA 2015 vorgestellte C-Klasse Coupé.

Falls ihr euch für die flotten Varianten der Limousine interessiert, so findet ihr hier den Fahrbericht zum Mercedes-Benz C 450 4MATIC und den Mercedes-AMG C 63 Fahrbericht. Hier geht es zwar auch um den C 63, aber als noch stärkere Variante und mit der veränderten Karosserie als Mercedes-AMG C 63 S Coupé.

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Auf der IAA 2015 feierte das Coupé der C-Klasse seine Premiere. Als ich das erste Mal die Festhalle in Frankfurt betrat, in der Mercedes-Benz immer auf der IAA ausstellt, war ich mehr als begeistert. Das Coupé hat es mir direkt angetan. Optisch erinnert es an das S-Klasse Coupé, was natürlich gewollt ist, so wie die C-Klasse auch gerne als Mini-S-Klasse bezeichnet wird. Vor allem das Heck gefällt mir ausgesprochen gut. Breit aufgestellt und mit angedeutetem Heckspoiler wirkt der Wagen bereits im Stand sehr sportlich und dynamisch. Im Innenraum geht es genau so sportlich, aber auch elegant zu, wir kennen das Armaturenbrett und die Mittelkonsole ja bereits von der C-Klasse Limousine.

Natürlich durfte auch die leistungsstärkste Variante nicht fehlen und deshalb gab es natürlich auch das C 63 S Coupé auf der Automobilmesse zu bewundern. Wir haben ihn nun gefahren und schildern hier unsere ersten Eindrücke des Wagens, der im März 2016 verfügbar sein wird.

Beim C 63 S schmeichelt das unten abgeflachte Sportlenkrad mit 12-Uhr-Markierung und Schaltwippen die Hände des Fahrers. Genau sowas will ich spüren wenn ich so ein Auto fahre. Zum Einsteigen müssen die Vordersitze nach vorne geklappt werden, in unserem Modell fuhr der Sitz danach auch noch mal automatisch nach vorne um den Einstieg zu erleichtern. Im C 63 (S) ist hinten nur Platz für zwei Personen. Dass aufgrund des nach hinten abfallenden Daches die Kopffreiheit etwas leidet dürfte klar sein. Ich bin etwa 1,70m groß und stieß bei komplett aufrechtem Sitzen bereits leicht mit dem Kopf an. Bei einer etwas bequemeren Sitzart, ich bezeichne es ja immer als „gechillt sitzen“, war aber alles im grünen Bereich.

Mercedes-AMG hat beim C 63 (S) kaum etwas an der Karosserie im Originalzustand gelassen. Einzig die Türen, das Dach und die Heckklappe blieben unverändert. Der Rest wurde angepasst um den AMG sportlicher und breiter aufzustellen. Was hier im Detail verändert wurde, seht ihr in unserem Video.

Kommen wir mal zum Herzen des Wagens. Angetrieben wird er von einem 4.0 Liter V8 Biturbo mit einer Leistung von 375 kW, was 510 PS entspricht. Das maximale Drehmoment von 700 Nm liegt bei 1.750 – 4.500 U/min an, der Wagen entfaltet also bereits von unten heraus seine enorme Durchzugskraft. Somit erledigt das C 63 S Coupé den Sprint von 0 auf 100 km/h in nur 3,9 Sekunden, und das bei einem Leergewicht von nicht ganz so schlanken 1.800 kg. Die Höchstgeschwindigkeit ist serienmäßig elektronisch auf 250 km/h begrenzt. Beim Konfigurieren kann man sich aber für das AMG Drivers Package entscheiden, welches die Höchstgeschwindigkeit auf 290 km/h freischaltet. Kraftstoff und Emmisionswerte sind bei solch einem Fahrzeug eigentlich eher zweitrangig, bzw. die Kundschaft wird es nicht wirklich interessieren, aber der Übersicht halber hier auch noch der kombinierte Kraftstoffverbrauch: 8,6l/100 km und die CO2-Emission: 200 g/km. Als Getriebe kommt das AMG Speedshift MCT 7-Gang Sportgetriebe mit Race Start Funktion zum Einsatz. Dieses haut die Gänge nur so rein, erlaubt das sportliche aber auch gediegene Fahren, je nachdem welches Fahrprogramm man gerade gewählt hat. Der Wagen der bei uns zum Test bereitstand verfügte über die AMG Performance-Abgasanlage mit Klappensteuerung, die ich auch jedem Käufer nur ans Herz legen kann, es sei denn man steht nicht so auf guten Sound, was mich doch sehr wundern würde bei AMG-Fahrern. Durch die drei Klappen entfaltet der Wagen eine Soundkulisse die ihresgleichen sucht. Ein voluminöses Donnern, vor allem wenn man das Glück hat durch einen Tunnel oder eine Unterführung zu fahren. Dazu kommt noch das laute Knallen wenn man vom Gas geht oder beim Schaltvorgang mit hohen Touren. Wer die Schwiegermutter dabei hat oder lieber etwas unauffälliger unterwegs sein möchte (die Nachbarn werden es einem frühmorgens danken), der kann die Klappen auch über eine Taste schließen bzw. im Fahrprogramm Comfort sind diese sowieso geschlossen. Das schöne ist auch dass man bei den Fahrprogrammen flexibel ist. So kann man bei den schlechten Landstraßen in Spanien die Federung auf Comfort stellen, aber dennoch mit offenen Klappen fahren.

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Trotz der brachialen Power die der C 63 S bietet ist er immer noch wunderbar für den Alltag geeignet. Auf längeren Autobahnfahren kann er erstaunlich leise sein und wenn man hier den Gasfuß unter Kontrolle hat und sich nicht zum Schnellfahren animieren lässt, ist er auf der Langstrecke auch noch vergleichsweise sparsam. Klar, ein C 63 S will gefahren werden und er fühlt sich auf der deutschen Autobahn sicherlich am wohlsten, aber 5 Stunden von Frankfurt nach Paris am Limit durchrocken würde ich auch nicht wollen. Es muss auch bei einem AMG mal Zeit für gediegene Teilabschnitte geben. Wie bei den meisten Coupés ist der Kofferraum eher nicht für den nächsten Einkauf bei IKEA ausgelegt, dennoch passt hier das Gepäck für den Wochenendurlaub oder der Einkauf problemlos rein, immerhin bietet er 355 Liter.

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Ebenfalls auf der IAA 2015 vorgestellt wurde die neue Mercedes me App mit der man sein Fahrzeug mit dem Smartphone oder auch der Smartwatch öffnen und schließen kann. Auch bekommt man hier wichtige Werte des Fahrzeugs angezeigt, wie den aktuellen Tankinhalt, den Luftdruck oder die Position. Wer nicht erst im Auto die Zieladresse eingeben oder suchen möchte, der kann dies bereits im Vorfeld vom Smartphone oder der Smartwatch aus machen und das Ziel dann direkt an das Fahrzeug senden. Das spart Zeit und Zeit ist ja bekanntlich Geld. Das Mercedes Comand Online Infotainment-System ist definitiv ein Muss und bietet dem Fahrer neben den Multimediafeatures auch das Navigationssystem. Für die richtige Soundkulisse und falls der V8 Sound irgendwann mal langweilig werden sollte (ob das jemals passiert? Eher nicht ^^), kann ich nur das Burmester Surround-Soundsystem empfehlen. Kraftvolle Bässe wechseln sich mit glasklaren Höhen ab. Ausserdem sieht die Anlage in dem Wagen dank der hochwertigen Aluminiumlautsprecherabdeckungen einfach superstylisch aus.

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Auf der wunderschönen Circuito Ascari in der Nähe der Stadt Ronda in der spanischen Provinz Málaga wurde der Mercedes-AMG C 63 S von uns von der Kette gelassen und wir konnten den Wagen ans Limit bringen. Hier zeigen die 510 Pferdchen was sie drauf haben. Nach dem Ende der Veranstaltung hatten die Teilnehmer ein Grinsen auf dem Gesicht und die Rennstrecke ein paar Gummispuren mehr auf dem Asphalt. In unserem Fahrbericht gibt es auch einige Szenen von der Ascari Rennstrecke, anschauen ist also Pflicht wenn ihr sehen wollt wie sich der C 63 S so quer fahren lässt. Kleiner Tipp: Sehr gut 🙂

Der Basispreis des Mercedes-AMG C 63 S beträgt stolze 86.096,50 Euro inkl. MwSt. Wer nicht auf Leistung und Sound verzichten möchte, aber etwas weniger ausgeben will, der kann auch zum C 63 Coupé greifen, dieser bietet zwar mit 476 PS etwas weniger Leistung, kostet dafür aber auch nur 77.826 Euro inkl. MwSt. Auch wenn das natürlich alles andere als billig ist, hält es sich noch im Rahmen und ist konkurrenzfähig, denn auch in Form und Leistung vergleichbare Fahrzeuge der Mitbewerber bewegen sich in diesem Bereich.

Mein Mercedes-AMG C 63 S

Der Mercedes-AMG C 63 S Coupé ist bereits im Konfigurator der Mercedes-Benz Webseite verfügbar und kann dort nach eigenem Belieben konfiguriert werden. Wie würde ich mir einen Mercedes-AMG C 63 S konfigurieren, hätte ich das Geld? Der Basispreis beträgt 86.096,50 Euro, mal schauen wie wir diesen mit ein paar Extras noch in die Höhe treiben können. Wenn ich schon einen C 63 S haben will, dann natürlich in einer richtig edlen Variante. Im ersten Jahr der Einführung gibt es ja die Möglichkeit die Edition 1 auszuwählen, bei der es einige Besonderheiten im Interieur und Exterieur gibt, wie z.B. gelbe Akzente im Innenraum. Das Ganze ist an das auf der IAA 2015 präsentierte Mercedes-AMG C 63 DTM Fahrzeug angelehnt. Ich werde die Edition 1 aber nicht auswählen, sondern meine eigene Kreation entwerfen.

AMG C 63 S Konfigurator - 5

Im Reiter Sondermodell & Pakete wähle ich zunächst einmal den elektrisch verstellbaren Fahrersitz mit Memory-Funktion aus. Auch das Park-Paket darf nicht fehlen, dieses beinhaltet den aktiven Park-Assistenten mit Parktronic und Rückfahrkamera. Das AMG Night-Paket ist einfach ein Muss, das Fahrzeug bekommt durch die hochglanzschwarz lackierten Designelemente noch einmal einen Tick mehr Sportlichkeit. Das Air-Balance-Paket ist auch etwas ganz feines. Hier hat man die Auswahl zwischen vier hochwertigen Raumdüften, die einfach immer eine andere Stimmung im Auto erzeugen. Durch die Ionisierung und die Filterung wird auch die Luftqualität verbessert. Das AMG Drivers’s Package beinhaltet die Teilnahme am AMG Driving Academy und ist Voraussetzung für die Anhebung der Höchstgeschwindigkeit auf 290 km/h. Das ist einfach ein Muss. Ich kaufe ja kein 510PS Auto um dann bei 250 km/h elektrisch abgeregelt zu werden. Kommen wir mal zum Reiter Farben & Räder. Ich bin den C 63 S wie man im Video sehen kann in brilliantblau metallic gefahren, definitiv eine tolle Farbe für den Wagen!

Ich persönlich würde aber als Farbe designo selenitgrau magno wählen. Hierbei handelt es sich um einen Mattlack, was den Wagen einfach noch einen Tick cooler wirken lässt. Es sieht einfach richtig geil aus! Bei den Felgen fällt die Entscheidung auf die AMG Performance Schmiederäder im 5-Doppelspeichen-Design in 19 Zoll und in schwarz, da das einfach besser zu dem selenitgrau magno passt. Im Reiter Polster & Zierelemente wähle ich für die Sitze Nappaleder platinweiß pearl / schwarz aus. Das sind dann schwarze Ledersitze mit weißer Innenfläche. Und die Zierelemente werden in Holz Esche schwarz offenporig umhüllt, was mir bereits bei der Limousine sowas von gefallen hat. Das muss dann natürlich auch in „meinen“ C 63 S.

Kommen wir dann mal zur Ausstattung. Das Panorama-Schiebedach kommt natürlich mit rein. Auch der Gurtbringer ist ein nützliches Extra das nicht fehlen darf. Für die heißen Sommermonate muss auch die Sitzklimatisierung mit rein. Wer diese schon mal erlebt hat, will darauf nie wieder verzichten! Für das schöne Gefühl kommt auch noch die Ambientebeleuchtung mit rein. Auch wenn die serienmäßige Sport-Abgasanlage schon für einen tollen Sound sorgt, da geht noch einiges und deshalb kommt bei mir auch noch die AMG Performance-Abgasanlage mit Klappensteuerung mit rein. Hier kann man dann bei Bedarf auch die Klappen schließen um etwas leiser unterwegs zu sein, falls man z.B. mal die Schwiegermutter dabei hat. Und auch wenn ich natürlich am liebsten dem V8 Biturbo lausche, für ein bisschen gute Musik sollte schon Zeit sein und deshalb muss auch das Burmester Surround-Soundsystem mit an Bord. Satte Bässe und glasklarer Sound ist dann an der Tagesordnung. Ohne Head-up-Display geht bei mir nichts mehr, da ich es auch in meinem derzeitigen Fahrzeug verbaut habe. Man bekommt die Geschwindigkeit und die Navigationsanweisungen direkt ins Blickfeld angezeigt, was einfach sehr viel besser ist als immer auf den Tacho zu schauen oder auf das Infotainment-Display. Apropos Infotainment, hier muss natürlich das Comand Online System rein, welches neben den ganzen Infotainment-Features natürlich auch noch das Navigationssystem beinhaltet. Zum leichteren Rangieren muss auch die 360° Kamera mit ins Fahrzeug, denn hier hat man dann auch in engen Gassen immer den Überblick, was mir in einem spanischen Dörfchen ganz schön geholfen hat als die Straße extrem eng wurde. Wenn ich schnell unterwegs bin, dann will ich auch schnell abbremsen können. Ich kann nur jedem der sich dafür entscheidet die Höchstgeschwindigkeit auf 290 km/h zu erhöhen die AMG Keramik-Hochleistungs-Verbundbremsanlage ans Herz legen. Und für die bessere Sicht kommt auch das LED-Intelligent-Light System mit rein.

AMG C 63 S Konfigurator - 3

Das wars dann auch schon, mein Mercedes-AMG C 63 S ist konfiguriert und steht da wie eine 1! Der Preis ist natürlich durch die ganzen Extras in die Höhe geschossen und liegt nun bei 112.169,40 Euro. Aber wisst ihr was? Ich bereue gar nichts! 🙂 Und ich glaube dass jemand der sich solch einen Wagen zulegt auch nicht an den Extras knausern wird, denn man will neben der Performance die der C 63 S bietet ja auch nicht auf den Komfort einiger Extras verzichten. Übrigens ist der Wagen noch lange nicht vollausgestattet, denn ich habe auf die Fahrerassistenzsysteme verzichtet, da ich diese in solch einem Wagen nicht brauche.

Autor :

Johannes Knapp ist deutscher Techblogger der ersten Stunde und Seitenbetreiber von NewGadgets.de. Bei Fragen, schickt mir einfach eine Email an info@newgadgets.de

2 Responses to “Fahrbericht: Mercedes-AMG C 63 S mit V8 Biturbo und 510 PS”

  1. Samuel sagte am 11.11.2015 um 23:26

    Was ein grandioses Auto! Hast du auch Bilder vom normalen Coupe? Der AMG ist mir zu teuer ;(

  2. Thomas Salzbach sagte am 15.11.2015 um 00:48

    Wasn Arsch! Ich meine das positiv, gefällt mir richtig gut!

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