5G Techritory Konferenz in Riga

Am 28. September 2018 von
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Auf der 5G Techritory Konferenz in Riga, Lettland gaben sich vom 27. bis 28. September die Größen der internationalen Mobilfunktechnikunternehmen die Klinke in die Hand. Wir waren vor Ort um uns über den aktuellen Status von 5G zu informieren.

Falls sich jemand fragt was Techritory bedeutet, es ist ein Kofferwort aus Technology und Territory. Es ging auf der Konferenz zwar auch um das Baltikum, es waren aber viele internationale Firmenvertreter anwesend die den Status ihrer aktuellen 5G-Tests in Keynotes und Podiumsdiskussionen dem Publikum vorstellten. Auch hoher Besuch war natürlich bei solch einer wichtigen Konferenz anwesend, die Eröffnungskeynote wurde von Maris Kucinskis, dem Ministerpräsident von Lettland, gehalten.

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Es folgten zahlreiche Keynotes aus dem Bereich Automotive, Smart Healtcare, Smart City und Connected Mobility. Eine sehr interessante Keynote hielt Enrico Salvatori, Senior Vice President & President of EMEA von Qualcomm Incorporated. Dort ging es um die Zukunft des Automobils. Selbstfahrende Fahrzeuge sind natürlich auch lokal und ohne Internetverbindung möglich, aber durch 5G kann die AI noch effektiver arbeiten. Es können Verkehr, Strecke usw. bereits im Vorfeld analysiert werden um den besten Weg zu finden. Die Car-to-X-Kommunikation wird durch 5G erst so richtig möglich.

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Auch Intel hatte eine Keynote die ich mir angeschaut habe. Dort wurde Intel Next 50 vorgestellt, die Studie beschäftigt sich mit den nächsten 50 Jahren und hier hat mir besonders Remote Driving gefallen. Jeder kennt das Valet-Parking was vor allem in den USA sehr beliebt ist. Remote Driving soll es ermöglichen das Auto in Zukunft von einer anderen Person fahren zu lassen. Es wäre also auch ein Remote Valet Parking denkbar. Man gibt sein Auto einfach vor dem Hotel oder an der Einkaufstraße mit problematischer Parksituation ab und jemand in einem Büro übernimmt das Steuer und fährt das Auto in ein etwas weiter gelegenes Parkhaus. Dafür benötigt man natürlich eine lückenlose Mobilfunkabdeckung und sehr kurze Latenzzeiten. Mit 5G sollen diese Punkte abgedeckt sein. Intel testet sein Remote Driving derzeit bereits erfolgreich mit LTE und wird hier in Zukunft mit 5G noch bessere Ergebnisse erzielen.

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Besonders interessant für uns in Deutschland ist der Test der Deutschen Telekom, Nokia und dem Projektpartner Hamburg Port Authority (HPA). Hier wurde nämlich bereits Anfang Februar 2018 ein 5G-Mobilfunknetz aufgebaut welches sich über das rund 8.000 Hektar große Hafengebiet erstreckt.Besonders interessant für uns in Deutschland ist der Test der Deutschen Telekom, Nokia und dem Projektpartner Hamburg Port Authority (HPA). Hier wurde nämlich bereits Anfang Februar 2018 ein 5G-Mobilfunknetz aufgebaut welches sich über das rund 8.000 Hektar große Hafengebiet erstreckt. Am Hamburger Hafen sollen verschiedene Anwendungen mit 5G getestet werden um zu sehen wie stabil das Ganze läuft und welche Vorteile sich dadurch ergeben. Der Hafen ist dafür natürlich die ideale Testumgebung, denn hier gibt es viele Möglichkeiten 5G einzusetzen. Beispielsweise bei Ampelanlagen die im Hafengebiet platziert sind. Man kann auch Umweltmessdaten erhebe und verarbeiten. Für die Deutsche Telekom und Nokia ist das natürlich ideal denn so können sie bereits jetzt praktische Erfahrungen sammeln um in Zukunft noch größere Projekte mit 5G anzugehen.

Die Deutsche Telekom hatte auch interessante Anwendungsgebiete für 5G parat, so wäre es mit 5G dank der Latenzzeiten und der Geschwindigkeit möglich Echtzeitübersetzungen anzubieten. Einfach ein kleiner Übersetzer in der Größe eines Bluetooth-Headsets und schon könnte man in Echtzeit andere Sprachen hören. Eine Idee die nicht erst seit Per Anhalter durch die Galaxis und dem Babelfisch in den Köpfen der Menschheit ist. Passend dazu fiel auch der Satz „5G will move us from a smartphone centric life to a really connected life“.

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Und da dort die hochrangingen Firmen und Entscheider für 5G unterwegs waren gab es auch eine erste Demonstration von 5G auf der Konferenz selbst. Der Mobilfunkanbieter LMT aus Lettland demonstrierte zum ersten Mal in Kooperation mit den Technologiepartnern Intel und Nokia ein 5G Netzwerk unter Produktivbedingungen. Ein weiterer Meilenstein für die 5G-Entwicklung der baltischen Staaten war die Unterzeichnung der Digital Baltic Road. Mit diesem Memorandum wollen die baltischen Staaten die Entwicklung im Bereich intelligenter Transportsysteme, Connected Cars und Cooperative Driving vorantreiben.

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Ich bin schon sehr gespannt was sich in den nächsten 12 Monaten in diesem Bereich tun wird und was wir nächstes Jahr vom 5G Techritory 2019 berichten werden können. Was mir an der 5G Techritory gut gefallen hat, man hatte die großen Entscheider der Firmen vor Ort, aber auch junge Entwickler mit ihren frischen Ideen. Der daraus resultierende Gedankenaustausch und das Get-together in dieser Atmosphäre war sehr schön zu sehen und wird hoffentlich in gemeinsamen Projekten enden.

Autor :

Johannes Knapp ist deutscher Techblogger der ersten Stunde und Seitenbetreiber von NewGadgets.de. Bei Fragen, schickt mir einfach eine Email an info@newgadgets.de

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