Mercedes-Benz eActros: Vollelektrischer LKW im Praxiseinsatz

Am 1. August 2019 von
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Um CO2-Emissionen zu reduzieren entscheiden sich immer mehr Verbraucher für ein Elektroauto, was auch ein Schritt in die richtige Richtung ist. Da der Transportsektor aber einen erheblichen Einfluss auf die CO2-Emissionen hat, muss sich natürlich auch hier so einiges tun. Deshalb habe ich mir angeschaut wie Mercedes-Benz mit seinem volleketrischen eActros dazu beitragen will.

2018 stellte Mercedes den eActros auf der IAA vor und ein Jahr später hat man ihn zusammen mit Logistik Schmitt in Ötigheim bereits im Praxiseinsatz. Ich konnte als Beifahrer Platz nehmen im vollelektrischen LKW und schreibe über meine Erfahrungen.

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Der 25 Tonner hat eine Reichweite von rund 200 Kilometern, er ist also aktuell nicht als Langstrecken-LKW gedacht, sondern eher für den Pendelverkehr schwerer Güter vorgesehen. Der eActros fährt bei Logistik Schmitt täglich 12 Touren mit je 14 Kilometern Strecke um Getriebegehäuse von Ötigheim zum Mercedes-Benz Werk Gaggenau zu fahren. Er ersetzt hierbei einen herkömmlichen Diesel-LKW. Da das Ein- und Ausladen natürlich auch Zeit in Anspruch nimmt, kann der eActros in den 30-35 Minuten auch geladen werden, er würde es aber auch ohne Aufladung schaffen, da die Gesamtstrecke pro Tag 168 Kilometer beträgt. Der eActros kann mit bis zu 150 kW geladen werden. Die verbauten Akkus haben eine nutzbare Kapazität von 240 kWh und können in rund 2 Stunden voll aufgeladen werden. Um die perfekte Betriebstemperatur zu haben, werden die Akkus übrigens auch permanent auf ca. 30°C gekühlt oder geheizt, je nach Jahreszeit.

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Mercedes-Benz sammelt beim eActros der bei Logistik Schmitt zum Einsatz kommt natürlich auch Daten um mit den gewonnenen Erfahrungen die Erprobung des eActros voranzutreiben. Bei jeder Zündschlüsselbetätigung werden die gesammelten Daten auf die Server hochgeladen um anschließend ausgewertet werden zu können.

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Mercedes-Benz eActros: Wie fährt er sich?

Wie ist es nun in einem vollektrischen LKW zu fahren? Ich bin desöfteren schon in einem herkömmlichen Diesel-LKW mitgefahren und nun in einem vollelektrischen LKW zu sitzen war natürlich sehr spannend für mich. Wenn dieser an einem vorbeizieht ist das für einen Fussgänger schon sehr ungewöhnlich. Man hört alle Geräusche die ein normaler LKW von sich gibt, allerdings ohne die Motorengeräusche. Dadurch merkt man erst wie laut so ein LKW-Dieselmotor eigentlich ist. Das klappern und quietschen der Ladung und das abrollen der Reifen sind Geräusche die man tatsächlich vernachlässigen kann. Ich wohne an einer Hauptstraße an der auch im minutentakt LKWs vorbeiziehen. Trotz Dreifachverglasung hört man diese schon sehr deutlich. Wenn ich mir nun vorstelle dass alle Diesel-LKWs in der Stadt durch vollelektrische LKWs ausgetauscht werden – ein Traum.

Im Führerhaus herrscht auch beinahe Stille, man kann sich entspannt während der Fahrt unterhalten. Also auch für die LKW-Fahrer sicherlich deutlich entspannter, wenn sie nicht mehr den Geräuschemissionen ausgesetzt sind.

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An der Reichweite kann hier sicherlich noch gearbeitet werden, 200 Kilometer Reichweite sollten für genau solche Szenarien wie sie Logistik Schmitt aktuell hat, aber natürlich vollkommen ausreichen. Ich bin gespannt ab wann wir vermehrt Elektro-LKWs auf den Straßen sehen werden. Ziel von Mercedes-Benz ist es, den eActros ab 2021 in Serie zu produzieren um einen lokal emissionsfreien Lieferverkehr zu ermöglichen.

Autor :

Johannes Knapp ist deutscher Techblogger der ersten Stunde und Seitenbetreiber von NewGadgets.de. Bei Fragen, schickt mir einfach eine Email an info@newgadgets.de

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