Formel E Rennen erstmals in Deutschland (mit Video)

Am 26. Mai 2015 von
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Am vergangenen Samstag machte die Formel E erstmals Halt in Deutschland. Mitten in Berlin wurde eine Rennstrecke für die Elektro-Boliden geschaffen, für den FIA Formel E DHL Berlin ePrix 2015.

Während die Formel 1 mit einigen Ausnahmen wie Monaco und Singapur auf reinrassigen Rennstrecken zuhause ist, zieht es die Formel E regelrecht mitten in die Städte. Wieso ist das so? Das liegt vor allem daran dass die Formel 1 Krach macht, und nicht zu wenig. Deshalb sind Rennstrecken auch meistens ausserhalb der Städte, denn wer will das ständige Gejaule der Motoren jeden Tag hören? Niemand! Hier bietet die Formel E einen entscheidenden Vorteil, man hört nichts. Klar hört man was, aber die Geräuschemission eines Formel E Rennwagens ist mit ca. 80 Dezibel noch angenehm zu hören, während die Formel 1 mit ca 140 Dezibel eigentlich nur mit Ohrstöpsel zu ertragen ist. Und genau deshalb sucht die Formel E ausschließlich Stadtstrecken aus, auch in Städten die bislang noch kein Austragungsort für ein Motorsportrennen waren, darunter London, Moskau, Peking und Berlin.

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Und in Berlin fand nun also auch am 23. Mai 2015 der DHL Berlin ePrix 2015 statt. Mitten in der Stadt und zwar wurde dafür auf dem Vorfeld vom ehemaligen Flughafen Berlin Tempelhof eine ca. 2 Kilometer lange Rennstrecke aufgebaut. Das Event zog am Samstag ca. 21.000 Besucher nach Tempelhof. Dort erwartete sie bestes Wetter und viel Rennsport-Feeling für die ganze Familie, ohne Benzingeruch und ohne Höllenlärm. Neben den Formel E Rennwagen gab es auch noch weitere Fahrzeuge zu bewundern, BMW hatte auf dem eVillage seine beiden Fahrzeuge BMW i3 und BMW i8 ausgestellt, letzterer natürlich ein absoluter Publikumsmagnet.

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Die beiden Fahrzeuge spielen auch bei der Formel E eine Rolle und zwar ist der BMW i3 das Medical Car und der BMW i8 das Safety Car. Damit bei beiden der interne Akku auch immer aufgeladen ist, stellt Formel E Technologiepartner Qualcomm mit Halo die passende Technik zum kabellosen Aufladen des Fahrzeuges bereit. Der Wagen muss nur unter die Halo-Plattform fahren und schon wird der Akku aufgeladen und schon ist er jederzeit einsatzbereit. Bei einem Spaziergang durch die Boxengasse konnten wir die beiden Fahrzeuge auch etwas genauer anschauen und nutzten auch die Gelegenheit uns die Partnerschaft von Qualcomm und der Formel E noch einmal erklären zu lassen. In dem Video gibt es aber auch noch einige Impressionen vom Formel E Rennen in Berlin, also anschauen lohnt sich auf jeden Fall!

Vor dem Rennen wurde auch noch ein neuer Weltrekord aufgestellt und zwar gab es den längsten Elektrofahrzeugkorso der Welt, bestehend aus 577 Fahrzeugen. Damit hat man den vorherigen Rekord gebrochen der im Silicon Valley im September 2014 aufgestellt wurde, dort waren es „nur“ 507 Fahrzeuge. Unter den Fahrzeugen waren Kleinwagen, Lastwagen, Elektroroller, aber auch Luxusautos. Am meisten vertreten waren der Citroen C-Zero mit 111 Fahrzeugen, danach war auch schon der Tesla Model S an der Reihe der auch sehr oft vertreten war. Auch Nissan war mit zahlreichen Leaf vor Ort. Alle Fahrzeuge waren vorher in den großen Hangars des ehemaligen Flughafens ausgestellt.

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Gegen 16 Uhr war es dann soweit, die 8 Runde der ersten Saison startete. Mein erstes Formel-Rennen überhaupt und es war auf jeden Fall sehr spannend. Trotz der Nähe brauchte man keine Ohrstöpsel was schon sehr angenehm war. Trotzdem hat man Rennsport-Feeling, denn die Rennwagen erreichen auch hier rasante Geschwindigkeiten und auch der Sound kann sich hören lassen. Das leisere Kreichen der Elektroantriebe hat seinen eigenen Charme der mir schon bei der ersten Begegnung mit einem Formel E Wagen vor 2 Jahren gefallen hat. Das Rennen geht ungefähr eine Stunde und es werden 33 Runden gefahren. Ungefähr in der Mitte wechseln die Fahrer in ein Fahrzeug mit vollem Akku, dies ist dann der Boxenstopp der auch sehr spannend anzusehen ist. Interessant ist vor allem dass bei der TV-Übertragung auch der Ladestand der Fahrzeuge angezeigt wird, hier kann man sehen welcher Fahrer sparsam fährt, hier gibt es durchaus große Unterschiede. Gegen Ende des Rennens geben die Fahrer natürlich alles und man sieht wie knapp alles kalkuliert ist. Bei einigen Fahrzeugen war nach Durchfahrt der Ziellinie nur noch 1% Akku vorhanden.

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Gewonnen hat an dem Tag für mich eigentlich Lucas di Grassi, der aber am Abend disqualifiziert wurde, da an seinem Fahrzeug Reparaturen vorgenommen wurden, die nicht regelkonform waren. Sehr schade für ihn und für Audi Sport ABT! Deshalb rückten hier die Plätze nach vorne, weshalb der Gewinner des DHL Berlin ePrix am Ende Jerome D’Ambrosio (Dragon Racing) wurde. Den zweiten Platz belegte Sebastien Buemi (e.dams) und der dritte Platz ging an Loic Duval (Dragon Racing).

Autor :

Johannes Knapp ist deutscher Techblogger der ersten Stunde und Seitenbetreiber von NewGadgets.de. Bei Fragen, schickt mir einfach eine Email an info@newgadgets.de

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