Eröffnung des BMW Group Autonomous Driving Data Center

Am 27. März 2019 von
singleimage

Vor fast einem Jahr eröffnete BMW seinen Campus für autonomes Fahren in Unterschleißheim bei München. In unmittelbarer Nähe hat nun auch das BMW Group Autonomous Driving Data Center eröffnet und ich konnte einen Blick hinter die Kulissen werfen.

Über den BMW iNEXT hatte ich ja bereits geschrieben, bei der Data Center Eröffnung wurde nun auch angekündigt dass der kommende iNEXT optional auch Level 3 autonomes Fahren bis zu 130 km/h beherrschen soll.

BMW Datacenter - 2

Wie auch bei anderen Automobilherstellern wird bei BMW derzeit an der Level 4 Automation der Fahrzeuge gearbeitet. Bei dieser Hochautomation wird die Führung des Fahrzeugs dauerhaft vom System übernommen. Level 4 erfordert allerdings bei Fahraufgaben die das System nicht mehr bewältigen kann dennoch die Hilfe eines Fahrers. Für Level 4 Automation braucht es aber Daten, viele Daten und die werden auf Fahrten der Testflotte gesammelt. Ab Ende 2021 wird hierbei eine Flotte an Testfahrzeugen den Betrieb aufnehmen und Level 4 Funktionen erproben. Dabei ist die Testflotte nicht nur in Deutschland unterwegs. Aktuell sind es 80 Fahrzeuge, die auf 140 Fahrzeuge aufgestockt werden sollen, die dann in Deutschland, in der Westküste der USA, Israel und China unterwegs sein werden um auf Erprobungsfahrten Daten für das autonome Fahren zu sammeln.

Mit der D3 Plattform markiert die BMW Group einen entscheidenden Meilenstein auf dem Weg zum hochautomatisierten Fahren. D3 steht hierbei für Data-Driven-Development. Hier geht es um das Sammeln von Fahrdaten, denn das Grundprinzip folgt der Annahme, dass die Komplexität und Vielzahl von Verkehrssituationen auf allen Kontinenten inbesondere über enorme Datenmengen abbildbar und damit letztlich beherrschbar sein wird. Die Basis für diesen Prozess bildet das Sammeln von rund 5 Millionen Testkilometer von der realen Flotte. Davon werden dann 2 Millionen Kilometer mit besonders relevanten Fahrszenarien ausgewählt. Ergänzt werden diese durch 240 Millionen Kilometer aus dem Simulator die auf den relevanten Fahrszenarien basieren und so sicherstellen dass das Fahrzeug auf jede Situation korrekt reagieren kann. Im Rechenzentrum erfolgt ein Re-Processing der Daten auf den über 100.000 Prozessorkernen und über 200 GPUs. Die räumliche Nähe der D3 Plattform zum BMW Autonomous Driving Campus ermöglicht es die enormen Mengen an Daten latenzfrei transportieren zu können.

BMW Datacenter - 1

Wie ihr euch sicherlich vorstellen könnt erfasst solch ein Testfahrzeug einige Menge an Daten. Die zahlreichen Kameras nehmen Videos auf und auch die verbauten Sensoren messen jederzeit den Status des Fahrzeugs und der Umgebung. So kommen die autonomen Fahrzeuge in der BMW Fahrzeugflotte pro Fahrzeug auf 8 Terabyte an Daten pro Stunde. Täglich werden rund 1.500 Terabyte an Rohdaten gesammelt. Kein Wunder also dass das Datacenter mit 3,75 Tbit/s angebunden ist. Das Rechenzentrum hat aktuell eine Speicherkapazität von 230 Petabyte und wird natürlich aufgrund der hohen Datenmengen noch weiter ausgebaut. Bei den Daten der Testfahrzeuge setzt BMW ausschließlich auf eine lokale Verarbeitung der Daten, hier wird also nicht wie beispielsweise bei BMW Connected auf Azure oder andere Dienste gesetzt.

BMW Datacenter - 3

Nach der Testfahrt werden erst einmal Daten übertragen

Die Eröffnung des Rechenzentrums ist für die BMW Group ein weiterer Schritt hin zur Serienentwicklung des vollautomatisierten Fahrzeugs.

Autor :

Johannes Knapp ist deutscher Techblogger der ersten Stunde und Seitenbetreiber von NewGadgets.de. Bei Fragen, schickt mir einfach eine Email an info@newgadgets.de

Schreibe einen Kommentar