VW ID.3 Weltpremiere – Das derzeit wohl wichtigste Fahrzeug für den VW-Konzern

Am 10. September 2019 von
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Auf der IAA 2019 feiert der Volkswagen ID.3 seine Weltpremiere. Das kompakte Elektroauto wird schon seit einiger Zeit von den Fans sehnsüchtig erwartet und wurde bereits über 30.000 Mal vorbestellt. Ich habe ihn mir einmal genauer angeschaut.

VW ID.3 | Video

Der VW ID.3 ist das erste rein als Elektroauto konzipierte Fahrzeug von Volkswagen. Er basiert auf dem neuen MEB-Baukasten, auf dieser Basis sollen dann in Zukunft auch alle weiteren E-Modelle zurückgreifen.

VW ID.3| Exterieur

Auf dem Pariser Autosalon 2016 stellte Volkswagen die Studie I.D. vor die als Vorlage für den ID.3 gilt. Es wurde einiges beibehalten, so z.B. das Honeycomb-Design an der Front oder die markant, kräftige C-Säule, ebenfalls mit Honeycomb-Design. Die Türgriffe der Studie sind am Ende dann doch normalen Türgriffen gewichen. Auch im Interieur ist es längst nicht so futuristisch geworden wie in der Studie, dazu aber gleich noch mehr.

STUDIEID

Volkswagen hat die Weltpremiere des ID.3 auch zum Anlass genommen ihr neues Firmenlogo vorzustellen. Viel hat sich hier aber nicht geändert, es ist jetzt zweidimensional. Wenn man die Abmessungen des ID.3 mit dem Golf vergleicht, dann ist dieser in allen Punkten größer und der Wendekreis ist kleiner. Der Kofferraum bietet 385 Liter Volumen, ein Maximalvolumen bei umgeklappter Rückbank hat VW bisher noch nicht angegeben.

VW ID.3 | Interieur

Im Inneren wirkt alles sehr minimalistisch, hier hat man sich wohl von anderen Elektrofahrzeugen inspirieren lassen. Auf dem Fahrersitz Platz genommen erinnert mich die Lenksäule irgendwie an den BMW i3, was sicherlich am recht kleinen Tacho und dem Automatikwählhebel liegt, der auch hier gedreht werden muss um den Gang zu wählen. Der Start-Stop-Knopf befindet sich recht weit unten rechts wie ich finde, hier hätte ich mir auf jeden Fall eine prominentere Position gewünscht.

VW ID.3 - 4

Das optional erhältliche Headup-Display bietet Augmented Reality Funktionen. Projiziert wird auf die Windschutzscheibe wie es sich für anständige Headup-Displays gehört. Zwar wurden schon einige Informationen angezeigt, den vollen Umfang werde ich dann wohl erst auf einer ersten Probefahrt erleben können. Es machte aber auf jeden Fall einen guten ersten Eindruck. Der Tacho ist wie vorhin schon angesprochen vergleichsweise klein geraten, passt aber zum minimalistischen Design des Innenraums. Die wichtigen Informationen werden hier angezeigt und können über die Touchtasten am Lenkrad eingestellt werden. Apropos Touchtasten, im ID.3 sind keine herkömmlichen Bedientasten mehr verbaut, jede Taste ist nun eine Touchtaste. Das ist zwar recht modern, aber ich weiß noch nicht so recht wie sich das im Alltag verhält. Immerhin gibt es auch den ein oder anderen der seine Tasten während der Fahrt erfühlt. Auch bin ich ein Freund eines drehbaren Lautstärkereglers, dieser ist eine Touchleiste, hier wird der Sound über ein Wischen lauter oder leiser gestellt. Alle Tasten reagierten auf Anhieb, dennoch muss man hier erst einmal hinschauen wo man seinen Finger platziert und während der Fahrt tue ich dies eigentlich nur ungern.

Die Sitze waren aus Stoff, gemütlich und hatten einen guten Seitenhalt. Wie man sieht kann man sie auch elektrisch verstellen. Wie sieht es vom Platzangebot aus? Der Fahrer ist 1,88 m groß und hat den Sitz so eingestellt dass er bequem fahren könnte. Ich sitze mit meinen 1,70 m hinter ihm und habe noch ausreichend Beinfreiheit. Hier habe ich den Beifahrersitz auf mich eingestellt und sitze nun hinten und habe hier nun richtig viel Platz. Vom Platzangebot soll der ID.3 auch dem Passat ähneln. Was direkt positiv auffällt, hinten gibt es keinen störenden Tunnel, man hat somit auch etwas mehr Platz für seine Beine. Die Mittelkonsole bietet recht viel Platz für allerlei Krimskrams den man dort verstauen möchte und auch zwei Cupholder. Fahrer und Beifahrer haben ihre eigene Armauflage die auf Wunsch auch hochgeklappt werden kann wenn man sie nicht nutzen möchte.

VW ID.3 | Infotainment

Das mittig angebrachte und dem Fahrer zugewandte 10 Zoll Touchscreen ist die Schaltzentrale des Wagens. Hier steuert man sein Infotainment, die Navigation und auch die Klimaanlage. Es könnte natürlich auch daran liegen dass es noch ein Prototyp ist, aber an der Reaktionszeit des Touchscreens sollte VW bis zum finalen Modell auf jeden Fall noch arbeiten.

vw id.3 infotainment

Ansonsten sind auch hier die Menüpunkte recht minimalistisch designed worden, dafür aber mit dem Finger leicht zu erreichen. Dank Sprachsteuerung wird man während der Fahrt sowieso kaum seine Finger an das Display packen müssen. Durch Sprachbefehle wie „Mir ist kalt“ oder „Wo finde ich die nächste Pizzeria“ werden die alltäglichen Bedürfnisse an das Infotainment auch über den Sprachassistenten steuerbar sein. Bei der Navigation unterstützt das System den Fahrer bei der Wahl der Ladepunkte und schlägt hier die optimale Route vor und gibt auch Informationen wie lange man wo laden muss.

Positiv anzumerken ist hier auch dass der Wagen über 4 USB-C Ports verfügt zum Verbinden der Smartphones mit dem Infotainmentsystem und natürlich auch zum Laden. Geladen werden kann das Smartphone natürlich auch kabellos in der Mittelkonsole.

VW ID.3 | Akku, Reichweite & Laden

Es sollen mehrere Akkukapazitäten angeboten werden, so können die Käufer den Akku wählen der zu ihnen passt. Es wurden drei Varianten angekündigt:

Klein (45 kWh netto) mit 330 km Reichweite (WLTP)

Mittel (58 kWh netto) mit 420 km Reichweite (WLTP)

Groß (77 kWh netto) mit 550 km Reichweite (WLTP)

Die Leistung beträgt 150 kW (204 PS). Den Sprint von 0 auf 100 km/h schafft der ID.3 in 7,5 Sekunden, damit liegt er zwar unter dem Golf GTI, der Wert ist aber immer recht flott. Die Höchstgeschwindigkeit wird mit 160km/h angegeben.

Der ID.3 kann mit 125 Kilowatt beim großen Akku bzw. 100 Kilowatt Leistung bei den beiden anderen Akkus aufgeladen werden.

VW ID.3 | Verfügbarkeit und Preis

Preislich wurde auf der Weltpremiere noch einmal betont dass der Startpreis unter 30.000 Euro beträgt. Bis Anfang September 2019 gingen bereits über 30.000 Bestellungen für den ID.3 ein. Die Produktion des Kompaktwagens wird ab November 2019 starten und ab Mitte 2020 soll er an die Kunden rausgehen.

VW ID.3 | Erster Eindruck & Fazit

Wie ist also mein erstes Fazit nach rund einer Stunde Probesitzen im neuen VW ID.3? Ich weiß noch nicht sorecht ob ich mich mit dem minimalistischen Design des ID.3 anfreunden kann. Immerhin bleibt VW hier seiner Interieur-Designlinie treu, besonders gewagte Innenräume waren ja noch nie das Markenzeichen von VW. Das Infotainment könnte hier und da noch einen Feinschliff gebrauchen, aber es sind ja noch einige Monate Zeit bis zum Marktstart. An die Touchtasten muss ich mich persönlich noch gewöhnen und ich bin gespannt wie einfach sie während der Fahrt zu bedienen sind.

VW ID.3

Natürlich ist eine Stunde nicht sonderlich viel und gefahren bin ich auch noch nicht, also ist es für ein abschließendes Fazit noch viel zu früh. Hier muss ich eine erste Probefahrt abwarten um mir ein finales Urteil bilden zu können. Der erste Eindruck ist aber schon mal positiv und auch die technischen Daten des ID.3 können sich sehen lassen. Als nächstes steht dann also auf jeden Fall eine Probefahrt in dem Wagen an. Stay tuned!

Autor :

Johannes Knapp ist deutscher Techblogger der ersten Stunde und Seitenbetreiber von NewGadgets.de. Bei Fragen, schickt mir einfach eine Email an info@newgadgets.de

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